Darmgesundheit

Morbus Crohn: Was es mit der chronischen Darmentzündung auf sich hat

Geschrieben von VitaMoment Team
Aktualisiert am

Morbus Crohn ist eine chronische Darmentzündung, welche zumeist schubweise auftritt. In der westlichen Welt sind davon etwa 0,3 Prozent der Bevölkerung betroffen. Morbus Crohn ist bisher nicht vollständig heilbar. Die damit verbundenen Beschwerden lassen sich aber relativ gut mit Medikamenten und Therapien behandeln. Auch ein angepasster Lebensstil kann zur Besserung dieser chronischen Darmentzündung beitragen.

Inhaltsverzeichnis

In diesem Ratgeber zum Thema Morbus Crohn erfährst du mehr zu Entstehung, Ursachen, Symptomen, Behandlung sowie der empfohlenen Ernährung.

Bist du bereit? Dann legen wir direkt los.

Wie kommt eine Erkrankung mit Morbus Crohn zustande?

Morbus Crohn gehört zusammen mit Colitis ulcerosa zu den sogenannten entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Anfängliche Symptome sind zumeist zeitweise und oftmals krampfhafte Bauchschmerzen sowie weicher Stuhlgang. Prinzipiell kann Morbus Crohn im gesamten Verdauungstrakt auftreten. Zumeist sind aber lediglich Teile des Dünndarms und Dickdarms betroffen. Diese können sich während der Erkrankung auch abwechseln.

Dabei können sich jegliche Schichten des Darms und nicht nur die Schleimhaut entzünden. Morbus Crohn hat bei unterschiedlichen Patienten differenzierende Verläufe. Diese reichen von milde bis schwer. Gerade bei schweren Verläufen kann es auch zu etwaigen Komplikationen kommen. Beispiele dafür sind etwa Fisteln, Geschwüre und Stenosen im Darmbereich.

Die genaue Entstehung von Morbus Crohn ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Welche Ursachen hat Morbus Crohn?

Genauso wie bei der Entstehung von Morbus Crohn, kann auch über dessen Ursachen nur spekuliert werden. Folgende Risikofaktoren scheint es aber laut aktueller Datenlage zu geben:

Genetische Veranlagungen

Wie bei so vielen Krankheiten spielt auch bei Morbus Crohn die Genetik anscheinend eine wichtige Rolle. Das lässt zumindest die Beobachtung vermuten, dass zahlreiche Morbus Crohn Patienten Mutationen des Gens NOD2 haben. Dieses ist enorm wichtig für das Immunsystem und könnte daher mit der Entstehung der entzündlichen Darmerkrankung in Verbindung stehen.

Morbus Crohn scheint zudem auch vererbbar zu sein. Die Rate der Vererbung beträgt ungefähr zehn Prozent und ist somit relativ niedrig.

Übertriebene Autoimmunreaktion

Einige Forscher sind auch der Meinung, dass übermäßige Reaktionen des Immunsystems, sogenannte Autoimmunreaktionen, für Morbus Crohn verantwortlich sein könnten. Das kann beispielsweise bei Infektionen zutreffend sein. Anstatt das Level an Gegenmaßnahmen zu finden, sind manche Immunsysteme überempfindlich und reagieren übertrieben. Das kann im Körper zu weiteren Probleme führen, anstatt diese zu beheben.

Diese Theorie wird auch dadurch belegt, dass zahlreiche Medikamente dagegen helfen, die das Immunsystem unterdrücken. So etwa Kortikosteroide und auch Azathioprin.

Lebensweise

Auch der Lebensstil soll bei Morbus Crohn eine Rolle spielen. So ist beispielsweise gesichert, dass Raucher öfters an Morbus Crohn erkranken, als dies bei Nichtrauchern zutreffend ist. Auch Stress kann beispielsweise für erneute Schübe verantwortlich sein.

Bezüglich der Ernährung scheint Morbus Crohn insbesondere in Ländern vermehrt aufzutreten, in denen mehr industriell gefertigte Lebensmittel und somit auch mehr raffinierte Kohlenhydrate sowie gehärtete Fette konsumiert werden. Das ist zwar bisher nicht gesichert, scheint jedoch laut einigen Untersuchungen sehr naheliegend zu sein.

Darm-Nervensystem

Einige Untersuchungen lassen auch vermuten, dass die Verursachung von Morbus Crohn mit sogenannten Botenstoffen zu tun hat, die vom Nervensystem des Darms ausgestoßen werden. Auch das autonome sowie zentrale Nervensystem sollen in den Prozess involviert sein. Das scheint unter anderem deswegen zutreffend zu sein, da bei Morbus Crohn Patienten eine Vermehrung von krankhaft veränderten Zellen im Darm-Nervensystem beobachtet werden konnte.

In Zukunft werden mit Sicherheit weitere wissenschaftliche Studien zum Thema Morbus Crohn durchgeführt werden. Langfristig wird man also die genauen Ursachen der Erkrankung entdecken. Bis dahin muss man sich mit den vorhandenen Anhaltspunkten zufriedengeben und versuchen, deren Rolle als Ursachen für Morbus Crohn weiterhin zu evaluieren und etwaige Lösungen dafür zu finden.

Welche typischen Symptome gibt es bei Morbus Crohn?

Im Grunde genommen hat Morbus Crohn keinen einheitlichen Verlauf der Symptome. Diese können sich von Patient zu Patient sehr unterschiedlich gestalten. Das ist auch davon abhängig, wie mild oder schwer die Erkrankung beim jeweiligen Betroffenen verläuft. So ist es beispielsweise auch möglich, dass die Erkrankung jahrelang vollkommen unentdeckt bleibt und der Patient daher keine oder nur sehr geringe Symptome hat.

Die häufigsten Symptome bei Morbus Crohn sind jedoch folgende:

Bauchschmerzen

Morbus Crohn verursacht bei vielen Patienten krampfartige Bauchschmerzen im unteren rechten Bauch. Das ist auch die Ursache dafür, dass die chronische Darmentzündung manchmal auch mit einer Blinddarmentzündung verwechselt wird.

Weicher Stuhlgang 

Auch weicher Stuhlgang bis hin zum Durchfall kann ein Symptom von Morbus Crohn sein. Während eines Schubs können diese mehrmals pro Tag auftreten.

Gewichtsverlust

Morbus Crohn führt bei vielen Patienten dazu, dass diese weniger essen und somit auch Gewicht verlieren. Das hat auch mit den Schmerzen zu tun, welche bei der Nahrungsaufnahme auftreten können. Auch Durchfälle können dazu beitragen.

Mangel an Nährstoffen

Eines der Resultate der verminderten Nahrungsmittelaufnahme sowie Durchfällen kann auch ein Nährstoffmangel sein. Aufgrund der Entzündung unterschiedlicher Bereiche des Darms kann dieser zudem auch nur eine verminderte Menge an Nährstoffen absorbieren. Kombiniert führt das bei vielen Patienten zu Mangelerscheinungen. Häufig sind beispielsweise Mängel an Zink sowie auch Calcium und Eisen.

Mangelerscheinungen können weitere Folgeerkrankungen begünstigen.

Generell mehr Entzündungen

Patienten mit vermehrten Entzündungen im Körper neigen oftmals dazu, dass diese auch auf andere Bereiche übergreifen. So berichten viele Morbus Crohn Betroffene davon, auch öfters Entzündungen an anderen Stellen des Körpers zu haben.

Abszesse und Fisteln

Abszesse sind abgekapselte Ansammlungen von Eiter und können bei Morbus Crohn vermehrt vorkommen. Werden diese nicht ausreichend behandelt, dann können Fisteln deren Folge sein. Fisteln stellen wiederum Verbindungsgänge zwischen Organen dar und können vom Darm in die Bauchhöhle oder auch nach außen hin auftreten. Insbesondere im Analbereich stellen Fisteln oftmals erste Anzeichen für Morbus Crohn dar.

Abgeschlagenheit und Müdigkeit

Die bei Morbus Crohn entstehenden Entzündungen können auch zu Symptomen von Abgeschlagenheit führen. Auch ein generelles Krankheitsgefühl ist möglich. Da der Körper diese Entzündungen bekämpft, wird auch viel von dessen Energie dafür aufgewendet. Müdigkeit kann dann die Folge sein.

Das waren die wichtigsten Symptome von Morbus Crohn. Je nach Patient können noch weitere davon auftreten. Da Morbus Crohn bei Patienten sehr unterschiedlich verlaufen kann, ist das auch auf die Symptome zutreffend. 

Welche Medikamente werden bei Morbus Crohn angewandt?

Morbus Crohn ist eine Erkrankung, für die es bisher keine gesicherte Heilung gibt. Was man jedoch tun kann, ist die Entzündungen sowie generellen Symptome zu behandeln. Dadurch können Beschwerden und die Anzahl von Schüben minimiert werden. Je nach Schweregrad der Erkrankung werden auch unterschiedliche Ansätze zur Behandlung angewendet.

Bei Morbus Crohn werden beispielsweise folgende Medikamente eingesetzt:

Kortikosteroide

Kortikosteroide werden auch Kortison genannt und sind enorm effektiv gegen Entzündungen. Eine langfristige Anwendung ist aufgrund zahlreicher Nebenwirkungen jedoch nicht empfehlenswert. Somit wird Kortison bei der Behandlung von Morbus Crohn zumeist auch nur phasenweise angewendet.

TNF-Antikörper

TNF-Antikörper werden direkt in die Haut injiziert und wirken sehr schnell gegen Entzündungen. Sie werden insbesondere zur Prävention von Schüben verwendet. Bei langfristiger Anwendung können dadurch aber beispielsweise auch Allergien ausgelöst werden.

Immunsuppressiva 

Diese Medikamente minimieren die Reaktion des Immunsystems und unterbinden somit effizient übermäßige Autoimmunreaktion, die zu Morbus Crohn Schüben führen können. Die Einnahme zeigt jedoch erst nach etwa drei Monaten Wirkung. Nebenwirkungen gibt es einige. So können beispielsweise auch die weißen Blutkörperchen reduziert werden.

In weiterer Folge kommen noch einige weitere Medikamente zum Einsatz. 

Welche Operationen gibt es bei Morbus Crohn?

Sollte die Behandlung der Symptome mit Medikamenten nicht zufriedenstellend sein, dann kann man bei Morbus Crohn auch mit Operationen Symptome lindern.

    Ob die Gabe von Medikamenten ausreichend ist oder eine Operation durchgeführt werden sollte, entscheidet immer der jeweils behandelnde Arzt in Abstimmung mit dem jeweiligen Patienten mit Morbus Crohn.

    Welche Ernährungsweise wird bei Morbus Crohn empfohlen?

    Morbus Crohn kann unter anderem auch mit einer Umstellung des Lebensstils und somit auch der Ernährungsweise behandelt werden. Generell gilt: Öfters kleinere Mahlzeiten statt seltener größere Mahlzeiten sowie nicht zu kalt und nicht zu heiß essen und keine intensiven Gewürze verwenden, welche den Darm reizen können. Das inkludiert etwa saure und auch scharfe Gewürze.

    Zudem ist es auch empfehlenswert, etwaige Unverträglichkeiten zu beachten. So etwa gegen Gluten, Fruktose oder auch Laktose. Wenn du eine dieser Intoleranzen hast, dann vermeide auch unbedingt die Nahrungsmittel, welche für dich unverträglich sind.

    In weiterer Folge empfiehlt sich auch eine nährstoffreiche Ernährung. Da der Darm mit Morbus Crohn weniger Nährstoffe absorbiert, müssen mehr davon zugeführt werden. Das ist unter anderem auch mit Nahrungsergänzungsmitteln möglich. 

    Insbesondere Vitamin D, alle B-Vitamine sowie Zink und Omega-3-Fettsäuren sind äußerst empfehlenswert. Zur Bekämpfung von Entzündungen kann auch Curcumin angewandt werden. Hier sollte man aber ein Produkt ohne zugesetzte Piperin wählen, da dieses den Abtransport von Schadstoffen ungünstig beeinflussen kann. Das sollte man bei Morbus Crohn natürlich vermeiden.

    Während eines Schubs solltest du eher auf flüssige Nahrung mit kurzkettigen Proteinen vertrauen. Zudem sollte auch die Gesundheit der Darmflora beachtet werden, welche eine wichtige Rolle bei Morbus Crohn darstellt. 

    Diese lässt sich beispielsweise mit Probiotika unterstützen. Eine gesunde Darmflora kann dazu beitragen, dass das Immunsystem kein Eigengewebe angreift und Entzündungen effizient verhindert werden können.

    Abgesehen von diesen Tipps gilt: Herumprobieren. Du wirst mit Sicherheit schnell selbst merken, welche Nahrungsmittel dir guttun und bei welchen das nicht zutreffend ist. Kaffee, Alkohol und Zigaretten sollten aber stets vermieden werden.

    Morbus Crohn: Das Fazit

    Zusammengefasst lässt sich sagen: Morbus Crohn ist eine entzündliche Darmerkrankung, die bei jedem Patienten unterschiedlich verlaufen kann. Manche Betroffene haben jahrelang so gut wie keine Symptome und bei anderen sind diese intensiver. Manche Leute haben seltener Schübe und bei manchen ist das öfters zutreffend. Während einige Leute Medikamente nehmen, bekommen andere Patienten Morbus Crohn mit einer Umstellung des Lebensstils unter Kontrolle. 

    Generell gilt: Betroffene von Morbus Crohn haben eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie der Rest der Bevölkerung. Mit einem veränderten und gesunden Lebensstil kannst auch du eine deutlich bessere Lebensqualität erreichen.

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