Haut, Haare & Nägel

Die Sprache der Haut: So kannst du dein Hautbild verbessern

Geschrieben von VitaMoment Team
Aktualisiert am

Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Als Organ reagiert sie auf diverse Signale im Körper, die unter anderem durch dein körperliches Befinden, deinen Hormonhaushalt und deine emotionale Gesundheit (z.B. Stress, Müdigkeit, Freude) gesteuert werden. Organe verändern sich mit der Zeit, darum ist die Haut ständig im Wandel.

Zeig mir deine Haut – und ich sage dir, wie du lebst.

Gleichzeitig ist die Haut auch deine äußerste Schutzschicht gegen Eindringlinge. Als Teil des Immunsystems ist sie demnach Reizen von Innen und von Außen ausgesetzt.

In diesem Beitrag erfährst du, inwieweit schöne Haut dein Befinden widerspiegelt, wie dein Stresslevel und der Zustand deiner Haut zusammenhängen und ob eine gesunde Ernährung dein Hautbild verbessern kann.

Inhaltsverzeichnis

Signale der Haut

Deine Haut steht im ständigen Kontakt zur Innenwelt und Außenwelt deines Körpers:

  • Hormone verbinden deine Haut mit deinem Körperinneren
  • Äußere Reize verbinden deine Haut mit der Außenwelt

Über bestimmte Signale sendet deine Haut Feedback zu ihrem eigenen Zustand.

Akne

Bei Akne handelt es sich um Entzündungen der Talgdrüsen unter der Haut. Talgdrüsen befinden sich überall am Körper, wo es Haaranlagen gibt. Vor allem sind sie im Gesicht, auf der Brust und am Rücken. Ihre eigentliche Aufgabe ist es, Haare und Haut geschmeidig zu halten und einen schützenden Fettfilm zu bilden.

Die Aktivität der Talgdrüsen wird in erster Linie durch Hormone stimuliert. Wenn die Drüsen immer weiter Talg produzieren, dann kann der Drüsenausgang leicht verstopfen. Bakterien haben dann ein leichtes Spiel und eine Entzündung ist vorprogrammiert. Da Jugendliche in der Pubertät einen starken Hormonwandel durchlaufen, sind sie besonders häufig von Akne betroffen.

Juckreiz

Bei starkem Jucken sind psychologische und soziale Komponenten meistens der Verursacher. Regelmäßig auftretende und schwere Juckreize können auch Symptome von Neurodermitis oder Ekzemen sein. Mit dem Juckreiz gehen sind sichtbare Veränderungen der Haut einher, z.B. starke Rötung und Pusteln.

Übrigens: Jucken ist ansteckend und du kannst dir leicht einbilden, dass deine Haut juckt. Wenn sich andere jucken, wird dies von deinem Körper als Signal wahrgenommen, dass deine Haut möglicherweise aufgrund von Bakterien, Allergenen oder Krankheitserregern in Gefahr ist.

Rötung und gefärbte Haut

Bei einer Rötung der oberen Hautschichten in Kombination mit starkem Juckreiz, Bläschenbildung und/oder Trockenheit mit möglicher Krustenbildung sollte an eine Entzündung (= Ekzem) gedacht werden.

Da der Begriff Ekzem lediglich ein Übergriff für viele Hautleiden ist, sollte je nach Dauer und Ausmaß des Ekzems ein Spezialist aufgesucht werden, um die Ursache zu klären.

Es kann sich beispielsweise um eine Allergie, einen Pilzbefall oder eine starke Austrocknung der Haut handeln.

Flecken-förmige Rötungen im Gesicht (vor allem an den Wangen) über lange Zeiträume deuten möglicherweise auf die Hautkrankheit Rosazea (Kupferrose) hin. Dabei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Haut. Sie ist nicht ansteckend und betrifft meistens Frauen zwischen 30 und 50 Jahren.

Als Therapie werden häufig spezielle Cremes eingesetzt, die teilweise Antibiotika enthalten. 

Gelbe Haut (Gelbsucht) kann auf eine Lebererkrankung hindeuten und sollte auf lange Sicht von einem Arzt überprüft werden.

Schwitzen 

An sich ist Schwitzen eine lebensnotwendige Funktion der Haut, um den Körper abzukühlen und Hitze abzusondern. Problematisch wird es erst, wenn das Schwitzen nicht mit Sport, Hitze oder scharfen Speisen in Verbindung steht. Mögliche Ursachen sind dann:

  • zu viel Kaffee
  • zu viel Alkohol
  • Nebenwirkung von Medikamenten (z.B. Antidepressiva)
  • Diabetes
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Wechseljahre
  • Angst

Häufig auftretendes übermäßiges Schwitzen ohne eindeutige Ursache wird übrigens Hyperhidrose genannt.

Erröten

Wenn du plötzlich ungewollt im Gesicht errötest, dann ist die Ursache meistens, dass du unerwünscht in der Aufmerksamkeit stehst. Das kann willentlich nicht unterdrückt werden, ist aber aus gesundheitlicher Sicht völlig harmlos. Meistens sind die Betroffenen auch eher ängstliche Menschen, die nicht gerne im Rampenlicht stehen und diese Form der Aufmerksamkeit um jeden Preis vermeiden.

Diese Angst vor dem Erröten heißt Erythrophobie. Nicht selten entsteht bei den Betroffenen auch ein kleiner Teufelskreis, sodass schon die bloße Angst in einer Situation zu erröten zum Erröten führt. Falls das auch dich betrifft, versuche dir so gut es geht keinen Kopf um das mögliche Erröten zu machen. In der Regel bist du selbst die einzige Person, die das Erröten als negativ ansehen, während alle anderen es sogar als charmant und sympathisch wahrnehmen.

Blässe 

Ist die Blutzirkulation verringert, nimmt auch die Anzahl der roten Blutkörperchen ab und deine Haut bekommt weniger Sauerstoff. Eine blasse Haut signalisiert daher auch häufig eine Mangeldurchblutung in das Gewebe. Die Ursachen einer solchen Blutarmut sind vielfältig:

Als Folge verliert die Haut ihr rosige Farbe und du wirkst blass.

Was verschlechtert den Zustand der Haut?

Manchmal verschlechtert sich der Hautzustand und du kannst nichts dagegen machen. In den meisten Fällen ist eine Verschlechterung des Hautzustands aber auf bestimmte Verhaltensweisen zurückzuführen, auf die du aktiv einen Einfluss nehmen kannst.

Stress

Die Stressreaktion des Körpers ist evolutionär gesehen ein Schutzmechanismus vor äußeren Gefahren. Heutzutage steht unser Körper durch innerlich verursachte Gefahren, wie einer Angst im Job zu versagen oder nicht von allen gemocht zu werden, unter Dauerstress.

In deinem Gehirn werden die gleichen Zentren (z.B. die Amygdala) aktiviert, was zu einer Ausschüttung von Stresshormonen (Cortisol, Adrenalin) führt. Lange anhaltender Stress wirkt sich fatal auf die Gesundheit deiner Haut aus: 

  • Cortisol verlangsamt die Bewegung und Regeneration der Hautzellen, wodurch sich nur langsam neue Zellen nachbilden können
  • Cortisol trocknet die Haut aus, indem es die schützende Lipid-Barriere angreift
  • Stresshormone stimulieren die Ölproduktion der Haut und kurbeln die Entzündungsprozesse im Körper an, die Folge sind Hautunreinheiten und Pickel

Da sich die Haut unter Stress nicht vernünftig regenerieren kann und schlechter durchblutet ist, altert sie unter Stress auch schneller.

Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index

Einfachzucker lässt den Blutzuckerspiegel rapide ansteigen und dann genauso schnell wieder in den Keller stürzen. Hohe Blutzuckerwerte stimulieren die Talgdrüsen unter der Haut, fördern Entzündungsprozesse, begünstigen Akne und führen zu fettiger Haut.

Milch

Milch wird von Kälbern produziert und ist eigentlich nicht für den Menschen gedacht. Sie stimuliert die Wachstumshormone im Körper, was zu Hautunreinheiten führen kann.

Alkohol

Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeit. Dadurch sterben unter anderem die Hautzellen ab, die für die wichtige Entgiftung verantwortlich sind. Zudem ist Alkohol ein Nervengift, das auf alle Zellen im Körper schädlich wirkt.

Alkoholische Getränke mit hohem Zuckeranteil, wie Cocktails, sind besonders schädlich für die Haut, da sie die Schäden von Alkohol mit den Schäden vom Blutzuckeranstieg kombinieren.

Rauchen

Das Nikotin in den Zigaretten führt zu Gefäßverengungen, was die Durchblutung der Haut erheblich erschwert und verschlechtert. Die Folge ist eine blasse und häufig auch unreine Haut.

Schlafmangel

Durch einen chronischen Schlafmangel steigen die Stresshormone Cortisol und Adrenalin im Blut. Hohe Blutwerte der Stresshormone fördern die Hautalterung, sorgen für Falten und begünstigen die Entzündungsprozesse unter der Haut.

Zu viel Hautpflege

Zur Pflege trockener Haut ist es sinnvoll, zur Verbesserung auf eine qualitative Feuchtigkeitscreme zurückzugreifen. Allerdings solltest du es mit dem Eincremen nicht übertreiben, denn das Verhältnis von Feuchtigkeit und Fett auf der Haut sollte immer ausgeglichen sein. Wer der Haut zu viel von dem einen gibt, der schafft ein Ungleichgewicht, welches die Haut versucht auszugleichen. Die Haut kann dadurch überstrapaziert werden, was zu Entzündungsprozessen führt.

Bei der richtigen Pflege der Haut ist darum häufig weniger mehr. Du solltest den ganzen Versprechen auf Haut-Produkten nicht blind glauben. Die Haut morgens direkt nach dem Aufstehen und abends vor dem ins Bett gehen mit lauwarmem Wasser gründlich zu reinigen, reicht meist schon. Zusätzlich kann eine milde Nachtcreme die Regeneration der Haut über Nacht unterstützen. Auch Phrasen wie „klinisch geprüft“ oder „dermatologisch getestet“ sagen noch nicht zwangsläufig, dass eine Creme gut ist, sondern lediglich, dass sie getestet wurde.

Wie kannst du dein Hautbild verbessern?

Es gibt viele Möglichkeiten, wie du Akne loswerden kannst und deine Haut jünger und frischer aussehen lässt. Studien haben gezeigt, dass du dein Hautbild durch eine Veränderung von deiner Ernährung und von deinem Lebensstil erheblich verbessern kannst. Dazu zählen diverse Dinge:

Eine gesunde Darmflora

Die Haut spiegelt häufig den Zustand deiner Darmflora wider. Wer eine gesunde und ausgeglichene Darmflora hat, der hat vermutlich auch eine schöne Haut.

Nahrungsmittel, welche die Darmflora stärken und somit deine Verdauung verbessern, haben somit auch eine direkte positive Effekte auf dein Hautbild. Dabei helfen besonders Lebensmittel mit vielen Ballaststoffen und Mikronährstoffen. Auch fermentierte Milchprodukte wie Kefir oder Joghurt sind durch ihre probiotische Wirkung gut für die Darmflora.

Komplexe Kohlenhydrate

Gesunde Haut und deiner Ernährung stehen in einem direkten Zusammenhang zueinander. Da einfache Kohlenhydrate und Zucker die Entzündungsprozesse im Körper fördern, solltest du stattdessen immer zu komplexen Kohlenhydraten greifen.

Zu den guten Kohlenhydraten zählen unter anderem:

  • (brauner) Reis
  • Vollkornprodukte
  • Süßkartoffeln
  • Quinoa 

Langkettige Kohlenhydrate lassen deinen Blutzuckerspiegel nur langsam und stetig ansteigen, wodurch auch kein plötzliches Blutzuckertief entsteht.

Weitere Lebensmittel, die der Haut besonders guttun 

  • Karotten: können zu einem besseren Hautbild verhelfen, da sie entzündungshemmend sind und Beta-Carotin und viele Vitamine enthalten
  • Honigmelone und Tomatenmark: enthalten wichtige Antioxidantien, welche die freien Radikale in der Haut neutralisieren
  • Seefisch: enthält gute Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Eiweiß, was zu einer strafferen Haut verhilft.
  • Nüsse, Avocado & kalt gepresste Fette: wichtige mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die täglich die Regeneration der Haut unterstützen und die Struktur stärken, sowie entzündungshemmend wirken

Zusätzlich können folgende Verhaltensweisen das Hautbild merklich verbessern und die Gesundheit unserer Haut unterstützen:

Viel trinken

Da der Körper zu einem Großteil aus Wasser besteht, ist Wasser auch der Grundbaustein der Haut. Wasser ist essenziell für eine gesunde und glatte Haut. Es ermöglicht den Abtransport von Abbauprodukten aus der Haut und fördert die wichtige Durchblutung in die kleinen Gefäße, welche die Haut versorgen. Nur durch eine ausreichende Wasserversorgung kann Sauerstoff und Nährstoffe zur Haut transportiert werden.

Viel Wasser hilft gegen Cellulite, Hautunreinheiten und gegen alternde, rissige Haut. Durch Wasser bleibt die Haut schön elastisch und weich. Trinke daher mindestens zwei Liter Wasser am Tag.

Bewegung

Durch Sport wird die Hautdurchblutung gefördert, was den Transport von Sauerstoff und Mikronährstoffen verbessert. Zudem können durch eine gute Durchblutung die Schadstoffe besser abtransportiert werden.

Guter Schlaf

Studien haben gezeigt, dass Personen, die ausgeschlafen sind, auf andere attraktiver wirken. Der Zustand der Haut hängt stark mit der Qualität und Dauer des Schlafes zusammen.

Über Nacht regeneriert sich der Körper, indem neue Zellen wachsen und alte Zellen werden abgebaut. Da die Haut dein größtes Organ ist, braucht sie besonders viel Regeneration.

Fazit

Als nach außen hin sichtbares Organ spiegelt deine Haut sehr gut wider, wie gut du dich um dich selbst kümmerst. Eine ausgewogene Ernährung, eine gesunde Darmflora, viel Bewegung und ausreichend Schlaf können dein Hautbild verbessern. Wer sich nicht sicher ist, warum seine Haut auf ein inneres Ungleichgewicht oder äußere Reize stark reagiert, der sollte lieber einen Dermatologen aufsuchen.

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