Der Leitfaden zur Schilddrüsenüberfunktion

Der Leitfaden zur Schilddrüsenüberfunktion

Die Schilddrüsenüberfunktion in eine komplexe Autoimmunkrankheit, bei der Betroffene sich häufig nicht genau erklären können, warum es ihnen schlecht geht. Aufgrund von Atemnot nach ein paar Treppenstufen, Schweißattacken, Herzrasen, innerer Unruhe oder Schlafstörungen spüren sie allerdings sehr wohl, dass es ihnen schlecht geht.

In diesem Leitfaden geben wir dir unsere besten Empfehlungen und Strategien für den Umgang mit der sogenannten Hyperthyreose mit:

  • Wie es zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommt.
  • Welche Möglichkeiten zur Diagnose empfehlenswert sind.
  • Mit welchen Therapiemöglichkeiten du fast ein normales Leben führen kannst.
  • Welche Lebensmittel dir guttun und welche dir schaden.
  • Welche Arten von Bewegung dich besonders unterstützen.

Bevor wir direkt starten, hast du hier nochmal eine Gesamtübersicht über alle Themen in diesem Leitfaden. Falls du dich für ein bestimmtes Thema interessierst, kannst du über die Kapitel direkt dorthin springen.

1. Wie häufig kommt eine Schilddrüsenüberfunktion vor?

Die Schilddrüsenüberfunktion kommt bei ungefähr einer von 100 Personen und damit recht oft vor. Ihre häufigste Ursache, die Basedow-Krankheit, betrifft etwa 2 von 1000 Männern und 20 von 1000 Frauen. In der Regel beginnt die Erkrankung zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr.

Durch diese Überproduktion von Schilddrüsenhormonen kommt es zu einem erhöhten Schilddrüsenhormonspiegel im Blut. Dieser Überschuss bewirkt, dass der Körper sozusagen ständig auf Hochtouren läuft.

Auch hier sind die Symptome aufgrund der zahlreichen Aufgaben der Schilddrüsenhormone vielfältig. Die Beschwerden können sich sowohl langsam einschleichen als auch sehr abrupt auftreten. 

Anhand einer Blutuntersuchung kann dann die Diagnose auf eine Schilddrüsenüberfunktion gestellt werden. Daraufhin kann die Überfunktion erstmals mit entsprechenden Schilddrüsenpräparaten behandelt werden. 

Das Ziel dieser Therapie ist es, die Überaktivität der Schilddrüse zu regulieren und so den Stoffwechsel wieder in einen geregelten Kreislauf zu bringen.

Mit einer rechtzeitig gestellten Diagnose und mit Beginn der Therapie kann in vielen Fällen die Schilddrüsenüberfunktion erfolgreich behandelt werden und eine deutliche Besserung des Wohlbefindens zu spüren sein. Führt die medikamentöse Therapie nicht zum Erfolg, wird der behandelnde Arzt die Möglichkeit einer Operation oder einer Radiojodtherapie in Erwägung ziehen.  

Bildlich gesprochen:
 Die Kontrollstation für hormonelle Funktionen im Gehirn, die Hypophyse, sendet ein Signal an den Hypothalamus, dass der Körper Energie benötigt. Dieser wiederum sendet das TSH-Signal zur Schilddrüse mit der Info‚ es wird Feuer zum Einheizen benötigt. 
Die Schilddrüse gibt daraufhin T4-Streichhölzer zum Anzünden frei. Bei der Überfunktion beginnt die Schilddrüse allerdings selbstständig T4-Streichhölzer in viel zu großer Menge zu produzieren und sogar die Streichholzfabrik einfach zu vergrößern.

Diese ganzen T4-Streichhölzer werden dann einfach an die Leber, den Magen-Darm-Trakt und das periphere Gewebe weitergeleitet und dort angezündet. Diese vielen nun brennenden T3-Streichhölzer werden weiter ins Blut geleitet und heizen von dort dem Stoffwechsel mächtig ein. Somit arbeitet nun der Stoffwechsel deutlich schneller. Sind normalerweise die T3-Streichhölzer abgebrannt, signalisiert der niedrige T3-Spiegel im Blut der Hypophyse, dass hier wieder eine Produktion an Streichhölzern benötigt wird. Da dies aber bei der Überfunktion kaum der Fall ist, sinkt der TSH-Wert immer mehr ab, bei trotzdem erhöhten T3- und T4-Werten.

2. Welche Symptome können aus einer Schilddrüsenüberfunktion entstehen?

Für eine Schilddrüsenüberfunktion typische Symptome treten bei Beginn der Krankheit schleichend auf, oder auch sehr stark und abrupt. 

Lange, bevor es oft überhaupt zu einer Untersuchung bei einem Arzt kommt, häufen sich meistens die typischen Symptome:

  • Erschöpfung
  • Kraftlosigkeit
  • Gewichtsverlust

  • Heißhunger

  • gesteigerter Durst
  • Stimmungsschwankungen bis hin zur Aggressivität
  • Nervosität

  • innere Unruhe

  • Händezittern
  • Schmerzen in den Oberschenkeln
- Schlafstörungen
  • Hoher Blutdruck
  • Vermehrtes Schwitzen

  • feuchtwarme Haut
  • Herzrhythmusstörungen
  • Durchfall

  • Zyklusstörungen bei Frauen

  • vergrößerte Schilddrüse 

Anfangs werden die Symptome oft alltäglichen Gegebenheiten wie psychischem Stress, erhöhtem Koffeinkonsum, einem fordernden Lebensstil, einer verschleppten Erkältung, einer Grippe oder anderen Faktoren zugeschrieben. Meistens wird erst dann ein Arzt aufgesucht, wenn die Symptome stärker werden, deutlich schwieriger zuzuordnen sind und sie anfangen die Lebensqualität einzuschränken.

Oft ist dies der Beginn einiger Arztbesuche mit oft gestellten Fehldiagnosen (Burn-out, Essstörung) und sehr unbefriedigenden Ratschlägen. Meist wird erst anhand eines unstimmigen Blutbildes und darauffolgenden genaueren Untersuchungen die richtige Diagnose gestellt.

Unsere Empfehlung bei länger bestehendem und nicht klar definierbarem Unwohlsein mit unterschiedlichen Symptomen: 
In erster Linie immer ein großes Blutbild machen lassen!


Somit besteht direkt ein Blick auf die wichtigsten Blutwerte und Unstimmigkeiten kann daraufhin genauer nachgegangen werden.
 Menschen mit einer unzureichend behandelten Schilddrüsenüberfunktion können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie zum Beispiel ein Vorhofflimmern, entwickeln. Durch den beschleunigten Knochenumbau kann langfristig auch eine Osteoporose entstehen.

Selten kann es im Rahmen einer Schilddrüsenüberfunktion zu einer lebensbedrohlichen Situation kommen, einer sogenannten thyreotoxischen Krise. Sie kann zum Beispiel durch jodhaltige Medikamente oder Röntgenkontrastmittel ausgelöst werden. Neben den typischen Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion sind dann hohes Fieber, Erbrechen, Unruhe und Angstzustände, Herzrhythmus- und Bewusstseinsstörungen bis hin zu Koma und Kreislaufversagen möglich. Menschen mit einer thyreotoxischen Krise müssen rasch ins Krankenhaus gebracht und auf der Intensivstation behandelt werden.

3. Was genau sagt die Diagnose einer Schilddrüsenüberfunktion überhaupt aus?

Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenüberfunktion ist es sinnvoll, dies bei einem dafür spezialisierten Arzt (einem Internisten, Nuklearmediziner oder einem Endokrinologen) untersuchen zu lassen.

Die Untersuchung beinhaltet meist erst einmal eine Tastuntersuchung der Schilddrüse, gefolgt von einem Blutbild. Bei der Tastuntersuchung kann gefühlt werden, ob die Schilddrüse vergrößert ist oder Knoten enthält. Bei der gründlichen Untersuchung des restlichen Körpers können sich Hinweise auf bestimmte Ursachen ergeben – wie etwa hervortretende, geschwollene Augen bei der Basedow-Krankheit. 

Auch wird zur Untersuchung Blut abgenommen, um die Hormonwerte in einem Fachlabor auszuwerten.
 Beim Blut, genauer gesagt im Serum, werden dann grundsätzlich folgende Werte untersucht: 

  • TSH (basal): Thyroidea-stimulierendes Hormon – Signalhormone der Hypophyse zur Schilddrüse 
  • fT3: freies T3 – freie, ungebundene Form des Schilddrüsen-Hormons T3 (Trijodthyronin)
  • fT4: freies T4 – freie, ungebundene Form des Schilddrüsen-Hormons T4 (Thyroxin)
  • Thyreoidale Peroxidase Ak (TPO Ak): Antikörperwert der vom Immunsystem produzierten Schilddrüsenantikörper

Bei einer gesunden und gut arbeitenden Schilddrüse sollten die Werte in folgenden Bereichen liegen (Unterschiede in der Maßeinheit können Labor-abhängig abweichen):

  • TSH: 0,27 - 4,2 µlU/ml
  • fT3: 3 ng/l - 4,2 ng/l
  • fT4: 0,73-1,95 ng/dl (9,4-25 pmol/l)
  • Thyreoidale Peroxidase Ak (TPO Ak): >60.0 U/ml

Ein erniedrigter TSH-Wert bestätigt den Verdacht auf eine Schilddrüsenüberfunktion – allerdings nur, wenn gleichzeitig auch die Hormone T3 und T4 im Blut im oberen Normbereich liegen (Grenzwerthyperthyreose) oder erhöht sind (manifeste Hyperthyreose).

Man misst heutzutage die sogenannten freien Hormone fT3 und fT4. Normale TSH-Werte dagegen schließen eine Überfunktion in der Regel aus. Selbst bei Neugeborenen kann man bereits auf diesem Weg eine angeborene Fehlfunktion der Schilddrüse nachweisen, was heutzutage regelhaft beim sogenannten „Neugeborenen-Screening“ erfolgt.


Eine etwaige Vergrößerung der Schilddrüse (Struma), die sich manchmal mithilfe eines einfachen Spiegeltests selbst erkennen lässt, liefert erste Hinweise auf eine Schilddrüsenvergrößerung.

Sicher kann sie jedoch nur von einem Spezialisten (z. B. Internisten, Endokrinologen) ertastet und beurteilt werden. Eine orientierende Einteilung der Vergrößerung hat die Weltgesundheitsorganisation WHO vorgenommen:

  • Grad 0: normal große Schilddrüse
  • Grad I: tastbare, nicht sichtbare Vergrößerung
  • Grad II: tastbare und sichtbare Schilddrüse
  • Grad III: sehr große, nicht zu übersehende Schilddrüse

Per Ultraschalluntersuchung lassen sich das Schilddrüsengewebe und möglicherweise vorhandene Knoten genauer beurteilen. Mithilfe einer sogenannten Szintigrafie lässt sich zusätzlich erkennen, ob ein Knoten verstärkt Hormone bildet (sogenannter „heißer“ Knoten).


Achtung: Im Einzelfall können die Testergebnisse beispielsweise durch die Einnahme von Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure verfälscht werden. Auch höher dosierte und längerfristig verabreichte Kortikoide („Kortison“) können zu einer TSH-Reduktion führen und sollte daher beachtet werden.


Um die Schilddrüsenüberfunktion genau zu untersuchen, stehen vier verschiedene Methoden zur Verfügung:


  1. Ultraschall (Sonografie): Ist strahlenfrei und kann daher beliebig oft angewendet werden. In liegender Position wird der Halsbereich des Patienten mit dem Schallkopf untersucht und das Ultraschallbild zeigt Lage, Form, Struktur und Größe der Schilddrüse.

  2. Radio-Jod-Test: Dient der Überprüfung der Jodspeicherung der Schilddrüse. Da hier die Strahlenbelastung relativ hoch ist, wird diese Methode nur noch zum Ermitteln der passenden Strahlendosis der Radio-Jod-Therapie genutzt.
  3. 
Szintigrafie: Eine bildgebende Methode, mit welcher der Arzt die Funktionsfähigkeit von Teilen der Schilddrüse untersuchen kann. Allerdings muss auch hier radioaktive Strahlung eingesetzt werden. Da die Ergebnisse jedoch sehr aussagekräftig sind, gehört sie zu den Standarduntersuchungen bei vorhandenen Schilddrüsenknoten.

  4. Feinnadelpunktion: Bei dieser Methode wird durch eine dünne Hohlnadel eine winzige Zellprobe aus der Schilddrüse entnommen. Die Nadel wird mithilfe von Ultraschall an der gewünschten Stelle platziert. Mittels Unterdruck kann der Spezialist einzelne Zellen heraussagen und zur Untersuchung in ein Speziallabor eines Pathologen geben.

4. Wo können die Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion liegen?

Die häufigste Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion ist die Basedow-Krankheit oder auch Morbus Basedow genannt.

Diese entsteht durch eine Fehlfunktion des eigenen Immunsystems, welches Antikörper gegen die eigene Schilddrüse herstellt. Dies führt dann zu einem Wachstum der Schilddrüse und zu einer erhöhten Produktion der Schilddrüsenhormone.


Auch eine sogenannte Schilddrüsenautonomie kann zu einer Überfunktion der Schilddrüse führen. Normalerweise wird die Schilddrüse durch die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gesteuert. Bei einer Schilddrüsenautonomie reagieren die Schilddrüsenzellen jedoch nicht mehr auf die Signale der Hirnanhangsdrüse. Das kann zur Folge haben, dass viel mehr Schilddrüsenhormone gebildet werden als eigentlich nötig.

Manchmal kommen autonome Schilddrüsenzellen in der gesamten Drüse vor, manchmal nur im Gewebe eines oder mehrerer gutartiger Knoten. Man spricht bei so einem Knoten von einem autonomen Schilddrüsenadenom.

Nur sehr selten sind bösartige Schilddrüsentumore der Grund für eine Überproduktion von Schilddrüsenhormonen. 

Auch ein Nährstoffmangel kann den Ausbruch einer Schilddrüsenüberfunktion begünstigen. Dazu zählen besonders ein Mangel an Jod. Aber auch ein Mangel an Selen, Zink und Eisen können die Entwicklung in eine Überfunktion fördern.

Die Schilddrüse benötigt für ihre normale Funktion diese Mikronährstoffe. Neben den fast wichtigsten Mineralien Jod und Selen spielt auch Zink eine bedeu­tende Rolle. Zink ist an der Bildung von Schilddrüsenhormonen beteiligt und unterstützt deren gesunde Funktion. 
Eisen transportiert Sauerstoff im Blut und ist bei der Schilddrüsenhormonsynthese wichtig für das Eisen-abhängige Enzym Thyreoperoxidase (TPO).

Auch durch Magen- oder Darmerkrankungen kann die Aufnahme von Eisen vermindert sein, was sich wiederum negativ auf die Schilddrüse auswirken kann. 

Besteht eine Veranlagung zur Überfunktion und wird über einen längeren Zeitraum in viel zu großen Mengen Jod konsumiert, kann eine Jod-induzierte Überfunktion entstehen. Das ist bei circa 15 % aller Schilddrüsenüberfunktionen der Fall.

Dies geschieht meist über jodhaltige Arzneien oder Nahrungsmittel (z. B. Meeresalgen), die der Kropf-Vorbeugung dienen sollen. Aber auch Röntgenkontrastmittel, Desinfektionsmittel oder Medikamente (z. B. für die Atemwege) können große Mengen Jod enthalten und damit Auslöser sein.

5. Wie kann eine passende Therapie für eine Schilddrüsenüberfunktion gestaltet werden?

Besteht die Diagnose auf eine Schilddrüsenüberfunktion, stehen je nach Ausprägung und Ursache mehrere Behandlungsmöglichkeiten zur Auswahl. 

Das erste Ziel der Behandlung ist die Senkung des Hormonspiegels und somit eine Regulierung des Stoffwechsels und der damit verbundenen Symptome.

Dafür werden in der Regel bestimmte Schilddrüsenpräparate (Thyreostatika) eingenommen. 
Thioharnstoffderivate (Thionamide), wie Carbimazol und Thiamazol hemmen die Bildung von Schilddrüsen-Hormonen.

Diese Wirkstoffe werden heute standardmäßig bei einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt und stellen die medikamentöse Therapie der ersten Wahl dar. 

Einige hemmen die Jodaufnahme in die Zellen der Schilddrüse und dadurch den Einbau von Jod bei der Hormonbildung, andere reduzieren die Bildung von Schilddrüsen-Hormonen oder verringern die Ausschüttung der Hormone in das Blut. Die bereits im Körper befindlichen Hormone werden nicht beeinflusst.

Die Senkung des Hormonspiegels erfolgt über den natürlichen Abbau und kann somit eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.
 Über die Auswahl der Medikamentengruppe muss der Spezialist im Einzelfall entscheiden.

Alle Medikamente wirken ausschließlich auf die Symptome. Die Ursache für die Überfunktion wird damit nicht behoben. Bei etwa 15–20 % der Therapien können als Nebenwirkungen Fieber, Hautrötungen, Gelenkschmerzen, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden und Geschmacksverlust auf.


Kommt es als Folge der Schilddrüsenüberfunktion zu Symptomen seitens des Herz-Kreislauf-Systems wie z. B. zu hoher Pulsschlag oder Bluthochdruck, kann die zusätzliche Behandlung mit dämpfenden Medikamenten wie z. B. Beta-Blocker erforderlich sein. 

6. Radiojodtherapie vs. Schilddrüsenoperation

Als sogenannte definitive Therapie wird die Beseitigung des krankhaft zu viel Schilddrüsenhormon produzierenden Gewebes (z. B. durch eine Radiojodtherapie oder eine Schilddrüsenoperation) bezeichnet. Beide Verfahren haben spezielle Vor- und Nachteile, die im Einzelfall gegeneinander abgewogen und mit dem Patienten besprochen werden müssen.

Die Aufnahme und Verarbeitung der Schilddrüsenhormone sind Bestandteil eines komplexen Kreislaufs, der im Körper stattfindet. Daher ist es nicht optimal, die Therapie ausschließlich über die Einnahme von Tabletten zu gestalten. Zusätzliche Faktoren wie die Ernährung, Stress, Umwelteinflüsse oder auch die Schlafqualität spielen eine entscheidende Rolle für eine dauerhaft erfolgreiche Therapie und optimale Verbesserungen der Symptome.

Tipps zur Einnahme der Tablette: 
Einfach die Tabletten und eine Flasche Wasser am Bett stehen haben, einen Wecker eine halbe Stunde früher stellen, die Tablette einnehmen und sich nochmal für eine halbe Stunde umdrehen, bis der zweite Wecker zum Aufstehen klingelt.



Auch sollte man immer beachten, dass viel Koffein, das Stresshormon Cortisol und Schadstoffe wie Schwermetalle und Umweltgifte die Wirkung der Schilddrüsenhormone mindern können.

7. Nahrungsmittel, die unterstützend wirken

Gemüse: 
Iss mindestens zwei bis drei Portionen in allen möglichen Variationen am Tag. Die darin enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe unterstützen den Stoffwechsel, wirken antientzündlich, sind wichtig für einen gesunden Darm und versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen.

Eiweiß: 
Iss am besten drei Portionen Eiweiß am Tag. Es ist ein wichtiger Baustein für die geregelte Bildung von Schilddrüsenhormonen und natürlich auch generell einer der wichtigsten Bausteine und Energielieferant für den Körper. 
Gute Eiweißquellen sind mageres Fleisch (Rind und Kalbfleisch), Geflügel in Maßen (kann einen erhöhten Jodgehalt aufweisen), Innereien, Milchprodukte und Käse (Bioprodukte enthalten weniger Jod), Süßwasserfische (Forelle, Karpfen) oder Proteinshakes (ideale Zwischenmahlzeit).

Komplexe Kohlenhydrate: Lebensmittel wie Vollkornreis, Vollkornnudeln oder Vollkornbrot versorgen den Körper langanhaltend mit Energie, halten den Blutzucker stabil und liefern wertvolle Ballaststoffen und Mineralien.

Beeren und zuckerarmes Obst: 
Sind sehr reich an Antioxidantien und Vitaminen. Die zuckerarmen Sorten halten den Blutzucker stabil und wirken antientzündlich.

Wasser: Viel stilles Wasser (ohne Jod) und ungesüßte Kräutertees trinken.

Kokosöl: 
Die darin enthaltenen mittelkettigen Fettsäuren wirken entzündungshemmend, unterstützen Heilungsprozesse von Geweben, fördern den Energiestoffwechsel, die Darmgesundheit und Entgiftungs-Prozesse der Leber. 
Kokosöl kann auch äußerlich angewendet werden und Beschwerden wie schmerzende Beine, trockene Haut oder dünne und stumpfe Haare positiv unterstützen. Einfach ein hochwertiges Kokosöl nach dem Duschen als Körperpflege nutzen, in flüssiger Form als Haarkur verwenden oder schmerzende Körperstellen damit massieren.

8. Nahrungsmittel, die kontraproduktiv wirken

Stark glutenhaltige Produkte: Nahrungsmittel wie Weizen oder Weißmehlprodukte 
liefern keinen Mehr- und Nährwert für den Körper, wirken entzündungsfördernd und fördern Autoimmunreaktionen.

Viele Sojaprodukte: 
Das in Soja enthaltene Protein kann Autoimmunreaktionen der Schilddrüse fördern. Phytoöstrogene können die Aktivität der Jodaufnahme in die Schilddrüse sowie den Transport der Schilddrüsenhormone im Körper empfindlich stören. Auch reduzieren Sojaprodukte die Aufnahme synthetischer Schilddrüsenhormone.

Jod: 
Würde die ohnehin schon gesteigerte Produktion der Schilddrüsenhormone nur noch mehr fördern.

Seefisch, Meeresfrüchte, Algen: 
Sollten aufgrund der enthaltenen Mengen an Jod nur in geringen Mengen verzehrt werden.

Zucker: 
Fördert starke Blutzuckerschwankungen, liefert keinen Mehr- und Nährwert für den Körper und wirkt entzündungsfördernd.

Stark verarbeitete Lebensmittel mit vielen Zusatzstoffen: 
Liefern keinen Mehr- und Nährwert für den Körper, belasten Stoffwechsel sowie Entgiftungsorgane und wirken entzündungsfördernd.

Koffeinhaltige Getränke:
 Kaffee, Cola oder Energydrinks würden den ohnehin schon erhöhten Stoffwechsel noch weiter steigern, was dann wiederum die Symptome verstärken kann.

Alkohol:
 Wirkt auch anregend auf den Stoffwechsel, kann die Aufnahme der Schilddrüsenhormone stören und kann Schilddrüsenzellen zerstören.

Jodhaltiges Mineralwasser: Keine jodhaltigen Mineralwässer trinken.

Rauchen:
 Zerstört wichtige antioxidative Enzyme, fördert Entzündungen und mindert den Erfolg der Therapie.

Als Untersuchungsvorbereitung vor einer Radiojodtherapie und einer Ganzkörperszintigrafie ist eine wesentliche Jodkarenz einzuhalten. Hier sind zusätzlich Jodsalz (auch in verarbeiteten Lebensmitteln) und Milchprodukte in großen Mengen tabu.

9. Empfohlene Nahrungsergänzungsmittel

Selen (100 µg pro Tag, morgens): 
Ist maßgeblich an der Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 in T3 beteiligt, fördert die Verwertbarkeit von Jod und wirkt entzündungsmildernd auf die Schilddrüse.

Vitamin D (5000 IE nach persönlichem Bedarf oder alle 5 Tage, zu einer fettreichen Mahlzeit)
: Der empfohlene Vitamin-D-Spiegel im Blutserum liegt bei 40 bis 80 ng/ml. 
Hat einen positiven Einfluss auf Autoimmunkrankheiten, wirkt antientzündlich, reguliert das Immunsystem und kann Verschlechterungen der Krankheit entgegenwirken. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion ist durch den erhöhten Substrat- und Energieumsatz auch der Knochenstoffwechsel erhöht – was wiederum zu einem erhöhten Vitamin D Bedarf führt.

Omega 3 (2 g EPA, 1 g DHA pro Tag, zu einer fettreichen Mahlzeit):
 Wirken entzündungshemmend und sind in der Lage Autoimmunprozesse zu dämpfen. Die besten Quellen hierfür sind Omega-3-Kapseln aus hochwertigem Fischöl oder Algenöl, da hier kein Risiko auf eine Schwermetallbelastung besteht.

Eisen (14 mg pro Tag, abends mit Vitamin C)
: Eisenwert im Blutserum sollte bei Frauen bei mindestens 60 mcg/l liegen und bei Männern bei mindestens bei 120 mcg/l. Eisen ist elementar an der Energiegewinnung (als mitochondriale Atmungskette bezeichnet) beteiligt, wichtiger Bestandteil des Enzyms Schilddrüsen-Peroxidase (TPO), Bestandteil wichtiger Enzyme und sorgt mit den Schilddrüsenhormonen dafür, dass weniger Radikale gebildet werden. Besonders bei der Schilddrüsenüberfunktion kommt es häufig zu einem Eisenmangel.

Zink (25 mg pro Tag, nach einer Mahlzeit):
 Es unterstützt das gesunde Immunsystem und ist an der Bildung von Schilddrüsenhormonen beteiligt, da es deren gesunde Funktion unterstützt. Durch die Schilddrüsenüberfunktion kann der Körper generell schlechter Zink aufnehmen. Die zusätzliche Einnahme wirkt sich sehr positiv auf Haut, Haare und Nägel aus.

Magnesiumcitrat (ca. 3,5g auf ca. 0,5-1l Wasser geben, ab nachmittags trinken und ggf. Dosierung erhöhen):
 Aufgrund des erhöhten Stoffwechsels wird nicht ausreichend Magnesium aus der sowieso schon Magnesium-armen Nahrung aufgenommen. Magnesium spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel, bei der Eiweißherstellung, der Zellerneuerung, der Übertragung von Nervenimpulsen, der Muskeltätigkeit und dem Knochenaufbau. 
Magnesiumcitrat kann vom Körper besonders schnell aufgenommen und verarbeitet werden und bietet in Kombination mit Calcium eine wichtige Verbindung für starke Knochen.

Calcium (450 mg pro Tag, morgens):
 Ist wichtig für den Erhalt der Knochendichte durch den erhöhten Energiebedarf. Calcium am besten immer mit Magnesiumcitrat kombinieren. Ein Calciummangel kann Osteoporose fördern.

Darmsanierung:
 Da es bei einer Schilddrüsenüberfunktion oft zu einem überaktiven Darm kommt, kann eine Darmsanierung unterstützend helfen. Eine Störung der Darmflora beeinflusst die Umwandlung der Schilddrüsenhormone und das Immunsystem. Der häufige Verzehr von präbiotischen Ballaststoffen kann das Wachstum guter Bakterien indirekt fördern. Wichtig sind die Präbiotika Inulin, Pektin und resistente Stärke. Inulin ist z. B. in Chicorée, Artischocke, Schwarzwurzel, Lauchgewächs oder Spargel enthalten. Pektin ist in Früchten wie Äpfeln, Brombeeren, roten Johannisbeeren oder Zitrusfrüchten vorzufinden. Lebensmittel, die resistente Stärke enthalten, sind Kartoffeln, Nudeln und Reis (gekocht und dann wieder abgekühlt). Gerade, weil der Stoffwechsel schon überaktiv ist, ist es umso wichtiger, dass der Darm im Gleichgewicht ist und so die Nährstoffe bestmöglich aufnehmen und verwerten kann. Auch kann eine Darmsanierung den überaktiven Darm beruhigen und regulieren.

10. Empfehlungen für Sport, Bewegung und Entspannung


Da der Stoffwechsel bei einer Schilddrüsenüberfunktion ohnehin schon erhöht ist und sich der Muskelaufbau auch eher schwierig gestaltet, sollte der Schwerpunkt auf Krafttraining, Beweglichkeit und Entspannung gelegt werden und mit einer passenden Ernährung kombiniert werden.

Es ist wichtig, den Körper nicht noch zusätzlich durch ein Kalorien-zehrendes Ausdauersport- und Bewegungsprogramm unnötig in Stress zu versetzen oder gar zu überfordern. Dem Körper muss immer genug Zeit gegeben werden, sich ausreichend zu regenerieren um Muskeln aufbauen zu können.

Um effektiv Muskeln aufbauen zu können, empfiehlt sich ein entsprechendes Ganzkörperkrafttraining (bestenfalls mit Gewichten) für zu Hause oder Maschinen im Fitnessstudio.

Dem beanspruchten Muskel muss dann genügend Zeit für den Aufbau zwischen den Trainingseinheiten gegeben werden. Zwischen den Krafteinheiten können gezielte Beweglichkeits- und Entspannungseinheiten den gesamten Körper sehr positiv unterstützen.

Durch diese ruhigeren Einheiten senkt sich der Spiegel des Stresshormons Cortisol. Dies wirkt sich dann beruhigend und regulierend auf den gesamten Stoffwechsel aus.
 Ein solches Programm muss und soll nicht gleich mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Es sollte guttun und vor allem sollte es auch Spaß machen. 

So ein Programm kann sich wie folgt aufbauen: 1-2 Tage pro Woche eine nicht zu lange, aber intensive Krafttrainingseinheit zur Kräftigung der Muskulatur (z.B. eine Übung zu 3 Sätze mit max. 8 Wiederholungen je Satz), egal ob zu Hause oder im Fitnessstudio. Danach sollte der Körper zur besseren Regeneration mit hochwertigem, schnell verfügbaren Eiweiß versorgt werden (z.B. einem Proteinshake mit etwas Obst). 

Bestenfalls sollte täglich Bewegung an frischer Luft stattfinden und natürlich grundsätzlich auch auf lockere Bewegung im gesamten Alltag geachtet werden. Hier reichen schon 10-15 Minuten Spazierengehen in der Pause oder nach dem Abendessen, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, oder im Büro beim Telefonieren auf- und abzulaufen. Das entspannt den Körper und baut Stresshormone ab.

4-5 Tage pro Woche Entspannungs- und Beweglichkeitsübungen einbauen. Diese können in kurze Sequenzen von 10 bis 15 Minuten eingebaut werden, wie morgens oder abends eine kurze Atemübung oder Muskelentspannungsübung oder sich ganz in Ruhe mit einer Tasse Tee auf den Lieblingsplatz setzen und einfach mal nichts tun, einige Seiten in einem Buch lesen, ein Hörbuch hören oder sich ein Bad gönnen.


Für längere Entspannungs- oder Beweglichkeitssequenzen von 20 bis 60 Minuten eignen sich Yoga oder Pilates sehr gut. Diese Kombination von Bewegung und Entspannung fördert den Abbau von Cortisol und anderen Stressoren, hält die Muskulatur geschmeidig und hilft der Muskulatur bei der Regeneration und dem Aufbau.

11. Was für eine Prognose kann ich bei einer Schilddrüsenüberfunktion erwarten?

Dank moderner Therapiemöglichkeiten kann man mit einer erkannten und behandelten Schilddrüsenüberfunktion in den meisten Fällen ein ganz normales Leben führen. 
Besonders wenn die Überfunktion in einem möglichst frühen Stadium erkannt wird, ist eine Heilung der Schilddrüse durch entsprechende Präparate und ohne jeglichen operativen Eingriff sehr gut möglich. 
Doch auch mit einem operativen Eingriff oder gar der kompletten Entfernung der Schilddrüse ist in jedem Alter und jeder Lebenslage eine deutliche Besserung der Symptome und so eine Wiedergewinnung der gewünschten Lebensfreude und Qualität möglich.

Besonders zu Beginn der Therapie sind meist erste Besserungen schnell zu spüren, wie beispielsweise ein stabiler, ruhiger Blutdruck, kein Händezittern oder Herzrasen mehr, ein stabiles Energielevel und wieder vermehrte Lust auf Unternehmungen, bessere Konzentration und auch erholsamerer Schlaf.

Kurz gesagt: Man fühlt sich nicht mehr so, als würde der Körper unter Dauerstrom stehen.


Wie schnell und in welchem Ausmaß eine langfristige Besserung erzielt werden kann, ist ganz individuell. Dies ist natürlich auch von einer bestehenden Vergrößerung der Schilddrüse oder bestehenden Knoten und einer daraus resultierenden OP abhängig. 

Mit Beginn der Behandlung und der Einnahme der entsprechenden Schilddrüsenpräparate wird sich der Stoffwechsel regulieren und die Symptome werden sich nach und nach bessern. Eine positiv unterstützende Ernährungsumstellung und eine Umstellung ungünstiger Lebensgewohnheiten trägt natürlich einen erheblichen Beitrag zur Wiederherstellung des Wohlbefindens bei.

Natürlich spielen auch Einflussfaktoren wie Alter, anderweitige Erkrankungen und auch äußerliche Einflussfaktoren wie Stress oder Umweltbelastungen eine Rolle.
 Umso wichtiger ist es, auf sich und seine Gesundheit besonders fürsorglich zu achten und pfleglich mit ihr und sich selbst umzugehen.

Besonders auch die Punkte Ernährung, Bewegung und Entspannung sollten stets im Augen behalten werden, denn sie sind ein ausschlaggebender Faktor für die ganzheitliche Gesundheit und ein gutes Wohlbefinden.
 Faktoren, wie stark verarbeitete Lebensmittel, Stress oder auch zu wenig Schlaf, sollten natürlich bestmöglich vermieden werden, da sie wieder Stressindikatoren für den Körper darstellen.

Schenke dir und deinem Körper mehr Achtsamkeit und lerne, seine Signale zu verstehen.

Dann wirst du oft früh genug merken, wenn dir etwas nicht guttut und du kannst rechtzeitig dagegen steuern, bevor dein Immunsystem verrückt spielt. So kannst du deinen Körper immer besser in den verschiedensten Lebenslagen unterstützen und ihm das geben, was ihm gerade guttut – du wirst merken, wie toll sich das anfühlt und wie viel Freude es bereitet.

Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich für den Informationsgebrauch und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und dürfen nicht als Aufforderung einer bestimmten (Nicht-) Behandlung einer Krankheit verstanden werden.

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