Frauengesundheit

Hormone natürlich ins Gleichgewicht bringen

Geschrieben von VitaMoment Team
Aktualisiert am

In Redensarten sind sie heute oft in aller Munde: „Die Hormone spielen verrückt.“

Das hast du bestimmt schon gehört. Oder du hast es vielleicht selbst schon gesagt oder gedacht, weil du dich ganz allgemein unwohl gefühlt hast.

Doch was genau spielt da? Was tragen Hormone bei zur Stimmung, zum Wohlbefinden und zu vielen körperlichen Funktionen bei? Und wie kannst du deine Hormone natürlich ins Gleichgewicht bringen?

Inhaltsverzeichnis

Die Aufgaben der Hormone

Hormone sind so etwas wie die Postboten von deinem Körper. Als Botenstoffe übermitteln sie wichtige Nachrichten von A nach B oder von Organ zu Organ.

Die Botschaften enthalten Anweisungen für bestimmte Zellen oder Organe, ob und wann sie eine organische Aktion auslösen oder mit einer körpereigenen Antwort reagieren. Sie sind an der Steuerung von allen wichtigen Körperfunktionen in deinem Organismus beteiligt.

Zeitlich getaktet und aufeinander abgestimmt

Dein Körper produziert die Botenstoffe an mehreren Orten. Äußere und innere Reize stimulieren ihre Aktivität. Manchmal folgen sie einem Biorhythmus als innere Uhr, sind zeitlich getaktet und untereinander abgestimmt.

Beispiel: Wenn vor dem Schlafen der Blutdruck fallen soll, müssen auch Herz und Lunge, Nieren, Venen und Kapillaren gleichermaßen durch Signale eine Botschaft erhalten.

Apropos Biorhythmus

Die sogenannte biologische Uhr betrifft nicht nur Lebensabschnitte wie Jugend, Pubertät, Schwangerschaft und Alter. Auch Tageszeiten und Jahreszeiten bilden sich in veränderlichen Körperreaktionen ab.

Schlafbedürfnisse, Appetit, Zucker- und Fettstoffwechsel, Leistungsfähigkeit und Libido können sich im Laufe des Tages aber auch im Frühling, Sommer, Herbst und Winter variabel zeigen.

Sie werden hormonell gesteuert und zeigen sich auch am Erscheinungsbild von Haaren und Haut, sowie beim Körpergewicht.

Funktionen im weiblichen Zyklus

Im weiblichen Organismus spielen Botenstoffe bei der Schwangerschaft oder in der Reifung und Abstoßung von Eizellen im Monatszyklus eine große Rolle. Diese Prozesse wirken sich auch auf die psychische Balance und das Allgemeinbefinden aus.

In dem Boten-Orchester sind die Signale wie Instrumente getaktet und harmonisch abgestimmt. Befinden sie sich im Gleichgewicht, spielen sie eine gelungene Symphonie.

Welche Hormone gibt es und wie wirken sie?

Dein Körper ist selbst eine kleine Fabrik. Viele Botenstoffe produziert er selbst, entweder im Hypophysenlappen des Gehirns, in der Nebenniere, in der Schilddrüse, in den Geschlechtsorganen oder in der Bauchspeicheldrüse.

Die Medizin kennt heute etwa 50 Hauptsubstanzen im großen Orchester. Hier nur eine kleine Auswahl der wichtigsten Hormone im Überblick:

Hormon

Produzierendes Organ

Funktion

Adrenalin

Nebenniere

erhöht den Blutdruck und beschleunigt die Energiefreisetzung im Zuckerstoffwechsel, zum Beispiel bei Stress

Östrogen

Eierstöcke oder während der Schwangerschaft in der Plazenta

steuert die Ausbildung der weiblichen Geschlechtsmerkmale und den Menstruationszyklus

T3 und T4

Schilddrüse

steuern die Herztätigkeit, die Körpertemperatur, den Abbau von Fetten und Kohlehydraten, fördern das Wachstum und die Hirnreifung

Glukagon

Bauchspeicheldrüse (Langhansinseln)

erhöht den Blutzuckerspiegel

Insulin

Bauchspeicheldrüse (Langhansinseln)

senkt den Blutzuckerspiegel

Cortisol

Nebennierenrinde

erhöht den Blutzuckerspiegel und den Blutdruck, steuert den Fettstoffwechsel und Eiweißstoffwechsel, wirkt entzündungshemmend

Oxytocin

Hypophysenhinterlappen

löst Geburtswehen aus und den Milcheinschuss in die weibliche Brust

Progesteron

Eierstöcke und Plazenta in der Schwangerschaft


steuert viele Körperprozesse in der Schwangerschaft



Welche Symptome deuten auf eine Störung des hormonellen Gleichgewichts hin?

Ein hormonelles Ungleichgewicht liegt vor, wenn die Instrumente des Orchesters an einer Stelle fehlen. Oder sie setzen zu spät ein, zu leise, zu früh oder zu laut.

Sprich: Die Botschaften kommen gar nicht oder nicht im Takt an.

Dann zerfällt die schöne Symphonie in ein Durcheinander. Ursachen können eine Überversorgung oder Unterversorgung mit Botenstoffen sein, ausgehend von Organstörungen oder Unregelmäßigkeiten im Biorhythmus.

Die Symptome sind vielfältig:

  • depressive Verstimmungen
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • diffuses Unwohlsein
  • Herzunregelmäßigkeiten
  • Überzuckerung des Blutes
  • Unterzuckerung des Blutes

Hinweis: Der Hormonhaushalt des menschlichen Organismus betrifft lebenswichtige Funktionen und ist sehr komplex. Hier solltest du keine Selbstdiagnose vornehmen. Bei dauerhaftem Unwohlsein oder Symptomen mit Verdacht auf ein chronisches hormonelles Ungleichgewicht ist immer ein Arzt und eine Laboruntersuchung die richtige Wahl.

Schwankungen im Gleichgewicht des weiblichen Hormonhaushaltes

Frauen sind besonders starken hormonellen Prozessen ausgesetzt. Im Menstruationszyklus spüren sie oft deutlich die hormonellen Veränderungen.

In der ersten Zyklusphase steigt der Östrogenspiegel, weil ein Ei zum Eisprung vorbereitet wird und die Gebärmutter produziert neue Schleimhaut. Das Östrogen wirkt dann auch als Glückshormon wie eine kleine körpereigene Droge leicht euphorisierend.

Auch ein kleiner Anteil Testosteron aktiviert die Libido und fährt die Stimmung nach oben.

Erst die körpereigene Droge – dann der kalte Entzug

In der zweiten Zyklusphase kommt Progesteron dazu. Es stellt die Gebärmuttermuskulatur für das potenzielle Embryo ruhig und hat auch beruhigende Auswirkungen auf die Stimmung.

Bis zur erneuten Menstruation fällt der Spiegel aller beteiligten Botenstoffe wieder ab, bis er zur erneuten Monatsblutung einen Tiefpunkt erreicht.

Für manche Frauen fühlt sich das wie eine Entzugserscheinung an. Die Schwankung wird oft als stark wahrgenommen.

Viele Frauen schütten zu viel Östrogen in der ersten Phase aus. Der Hormonabfall verläuft danach besonders steil. Die Stimmung ist am Boden. Als prämenstruelles Syndrom (PMS) können Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und depressive Stimmung in dieser Phase zusammenfallen.

Was kann ich gegen ein Hormonungleichgewicht tun?

Befindlichkeitsschwankungen während der Menstruation sind bis zu einem bestimmten Grad normal. Einige Faktoren können sie jedoch verstärken und die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Kinderlose Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch leiden oft an einem Progesteronmangel und unregelmäßigen Zyklen.

Die langfristige und regelmäßige Einnahme der Anti-Baby-Pille solltest du prüfen oder überdenken. Sie kann eine Ursache für einen gestörten Hormonhaushalt sein.

Auch die Wechseljahre können die Balance der Botenstoffe beeinträchtigen.

Weitere Einflüsse auf den allgemeinen Hormonhaushalt sind:

  • Ernährung: Hormone brauchen Nährstoffe, aus denen dein Körper sie bildet. Magnesiummangel beeinträchtigt den Hormonhaushalt. Eine ausgewogene Ernährung und Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Antioxidantien, gesunde Fette und Eiweiße liefern die Stoffe besser als einfache Kohlenhydrate in Weizen, Brot und Nudeln.
  • Schlaf: Bei Schlafmangel sind am Folgetag die Blutzuckerregulatoren Insulin und Cortisol erhöht. Das beeinflusst das Essverhalten negativ. Der Müdigkeit muss mit mehr Kaffee, Kohlenhydraten und Süßigkeiten entgegengewirkt werden.
  • Umwelt und chemische Substanzen: Weichmacher in Plastikflaschen oder bestimmte Inhaltsstoffe wie Parabene und Konservierungsstoffe in Kosmetika solltest du meiden.
  • Bewegung: Regelmäßige und ausreichende Bewegung aktiviert über die Muskulatur nachweislich die Hormonproduktion. Außerdem wird das Glückshormon Serotonin freigesetzt.
  • Stark schwankende Lebensumstände: Ein sehr unstetes und unregelmäßiges Leben ohne bindende Rituale und Ruhephasen, zu viel Stress aber auch einschneidende Ereignisse, können den biologischen Rhythmus und damit den Hormonhaushalt durcheinanderbringen.

Sei der Dirigent für dein Hormon-Orchester

Mit bewusster Lebensführung, Aufmerksamkeit für Lebensmittel und einem regelmäßigen Ausgleich zwischen Stress, Anspannung und Entspannung hilfst du deinem Hormon-Orchester, den Rhythmus und den Takt zu halten.

Dann spielen die Botenstoffe nicht verrückt, sondern harmonisch nach der Partitur deines Körpers und deines Lebens.

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