Darmgesundheit

Darmsanierung: Frequenz und Ernährung danach

Geschrieben von Kim Krause
Aktualisiert am

Wenn du an Verdauungsproblemen leidest, könnte eine Darmsanierung dir helfen deine Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Durch die Darmsanierung werden die „schlechten“ Bakterien verdrängt und die „guten“ Bakterien bekommen wieder die Möglichkeit sich an ihrem vorgesehenen Platz anzusiedeln, um dort ihre physiologischen Aufgaben, wie die Abwehr von Keimen und Bakterien, zu übernehmen.

In der Regel dauert die VitaMoment 3-Phasen-Darmkur sechs Wochen. Mithilfe von Probiotika, Präbiotika, dem Verzicht auf bestimmte Lebensmittelgruppen, ausgewählten Nahrungsergänzungsmitteln und der Führung von einem Ernährungstagebuch bringst du deinen Darm Schritt für Schritt wieder auf Vordermann – ein erster Schritt zu einer neuen Gesundheit.

Doch nach der Darmreinigung stellt sich bei vielen die Frage:

Wie geht es nun weiter?

Der folgende Artikel klärt, wie oft eine Darmsanierung sinnvoll ist und wie du dich am besten hinterher ernährst, um deine Darmflora möglichst lange gesund zu halten.

Inhaltsverzeichnis

Wie ernähre ich mich nach der Darmsanierung?

Nach deiner Darmsanierung solltest du für dich alle unverträglichen Lebensmittel erforscht und diese natürlich von deinem Speiseplan gestrichen haben. Auch andere entzündungsfördernde und ungesunde Lebensmittel wie Zucker, Fast Food, stark verarbeitete Weizenmehl-Produkte und Genussmittel sollten bei deiner täglichen Auswahl ganz weit unten stehen. Denn diese dienen den schädlichen Darmbakterien als Nahrungsquelle und fördern stille Entzündungen im Körper, die sich an jeglichen Körperstellen bemerkbar machen können.

Greife generell auf unverarbeitete natürliche Lebensmittel zurück, denn auch Rückstände von Schwermetallen, Antibiotika und Pflanzenschutzmitteln können deinem Darm zusetzen.

Probiotika, also rohe Ballaststoffe aus Gemüse, Salat, verschiedenen Obstsorten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Leinsamen, Flohsamenschalen und Vollkornprodukten, versorgen hingegen deine nützlichen Darmbakterien mit ausreichend Futter. Alle oben genannten Lebensmittel, mit Ausnahme der Vollkornprodukte, eignen sich somit sehr gut als Sättigungs-Quelle.

Sie bieten bei ausreichend Nährstoffen eine geringe Energiedichte. Vollkornprodukte liefern zwar gute Ballaststoffe, enthalten aber oft auch Gluten und eine hohe Energiedichte. Deshalb solltest du die tägliche Menge im Blick behalten und zunächst sicherstellen, dass dein Körper kein Problem mit Gluten hat.

Eine Ausnahme bildet das Brot mit Sauerteigführung. Durch den Gärungsprozess vermehren sich Milchsäurebakterien im Körper und der pH-Wert sinkt. Das führt auch dazu, dass Menschen, die empfindlich auf Gluten reagieren, dieses viel besser vertragen können.

Ebenfalls gut für ein gesundes Gleichgewicht in deinem Darm sind die Probiotika, also die Milchsäurebakterien. Diese findest du in fermentierten Lebensmitteln wie Apfelessig, Sauerkraut oder Kefir. Auf deinem täglichen Speiseplan sollten diese also nicht fehlen.

Wichtig ist, dass du deinen täglichen Bedarf an Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten sowie an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralien deckst. Über welche favorisierte Ernährungsform du dies machst, bleibt dir überlassen. Je nach Alter, Geschlecht, Trainingszustand, Tagesablauf und möglichen Grunderkrankungen benötigt dein Körper eine individuelle Menge.

Wenn deine Darmflora ausgeglichen ist, kannst du gerne mal eine Pizza, Süßigkeiten oder Ähnliches essen. Die Menge macht bekannterweise den Unterschied.

Wie oft ist eine Darmsanierung sinnvoll?

Eine Darmsanierung kann ein- bis zweimal jährlich sinnvoll sein. Die endgültige Frequenz wird von dir selbst bestimmt und ist von vielen verschiedenen individuellen Faktoren abhängig. Denn die Darmflora ist, wie auch der eigene Fingerabdruck, bei jedem einzigartig.

Im Laufe deines Lebens wird dein Darm durch Umwelteinflüsse, deine Ernährung, Antibiotika, chronische Erkrankungen oder soziale Bedingungen verändert und belastet. Dies kann in der Folge zu nachhaltigen oder endgültigen Schäden führen.

Treffen oben genannte Angewohnheiten oder Lebensumstände oft auf dich zu, so wird sich deine Darmflora über eine Darmsanierung sehr freuen. Diese solltest du also mindestens einmal im Jahr vornehmen.

1. Stress

Ein stressiger Alltag schlägt schnell auf den Magen-Darm-Trakt. Durch zu schnelles Essen oder hastiges Kauen gelangt der Speisebrei, größtenteils ohne Vorverdauung und mit Anreicherung, in deinen Verdauungstrakt. Unangenehme Symptome, wie ein Blähbauch oder häufiges Aufstoßen können die Folgen sein. Lass dir also Zeit beim Essen und kaue deine Speisen sorgfältig und ausreichend.

2. Hoher Zuckerkonsum

Gerade in verarbeiteten Lebensmitteln und Fast Food versteckt sich sehr viel Zucker. Darunter fallen auch unscheinbare Produkte wie Pizza, Fertigsoßen oder ein leckerer Döner. Nimmst du solche Produkte regelmäßig in großen Mengen zu dir, kann die falsche Ernährung Entzündungsreaktionen im Darm fördern, deine Darmflora negativ beeinflussen und sogar zu Magen-Darm-Erkrankungen führen.

3. Kaum Ballaststoffe und zu viele einfache Kohlenhydrate

Ballaststoffe sind Futter für deine guten Darmbakterien. Fehlen diese in ausreichender Menge, lösen einfache Kohlenhydrate (ähnlich wie Zucker, z. B. in verarbeiteten Weizenmehl-Produkten wie Nudeln oder Backwaren) eine negative Reaktion aus. Das liegt daran, dass vor allem die schlechten Bakterien im Darm ihre Futterquellen daraus ziehen.

Solange du deinen Körper ausreichend mit Ballaststoffen und anderen essenziellen Nährstoffen versorgst, kannst du dir ruhig ab und an eine leckere Laugenbrezel oder etwas Ähnliches gönnen. Wichtig ist es, deine Darmflora mit einer gesunden Ernährung in einem ausgewogenem Gleichgewicht zu halten, um das Wachstum von Pilzen, Viren und schlechten Darmbakterien nicht zu fördern.

4. Genussmittel wie Alkohol

Mittlerweile gehört ein Gläschen Wein oder eine Flasche Bier am Abend für viele zur Teilhabe in der Gesellschaft dazu. Oft wird vergessen, welche Folgen regelmäßiger Alkoholkonsum für die Darmgesundheit haben kann. Zum einen wird der gesamte physiologische Verdauungsprozess durcheinander gebracht und zum anderen werden dadurch Entzündungen gefördert.

5. Häufiges Snacken

Viele Menschen neigen im Alltag dazu, sich zwischendurch einen kleinen Snack zu gönnen. Dies kann der Keks zum Kaffee oder auch ein Glas Apfelsaft zwischen den Mahlzeiten sein. Die ständige Zufuhr an Lebensmitteln sorgt für eine permanente Reaktion im Darm. Um sich in Ruhe regenerieren zu können, benötigt dieser Essenspausen von drei bis fünf Stunden.

6. Antibiotika

Gerade bei einem Infekt können Antibiotika schnell zur körperlichen Besserung beitragen. Der Nachteil der Antibiotika-Therapie ist, dass nicht nur die schlechten Bakterienstämme abgetötet werden, sondern auch die guten. Das Antibiotikum kann leider nicht zwischen guten und schlechten Bakterien unterscheiden. So kann deine Darmflora massiv angegriffen werden schnell ins Ungleichgewicht geraten. Nach der Antibiotika-Behandlung ist eine Darmsanierung sehr zu empfehlen, da sonst die schlechten Bakterien schnell die Oberhand gewinnen.

7. Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Rund 80 Prozent deines Immunsystems sitzt in deinem Darm. Wenn dieses nicht im Einklang ist, kann es zu Unverträglichkeiten und Allergien gegen bestimmte Lebensmittel oder Reizstoffe kommen. Die Folgen können von unangenehmen Symptomen wie Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung bis hin zu Entzündungen auf der Haut begleitet sein. Durch eine gestörte Darmflora können diese teilweise behoben oder die Reizschwelle weiter nach oben gesetzt werden.

Bei folgenden Anzeichen könnte eine erneute Darmsanierung sinnvoll sein:

  • Durchfall, Verstopfung
  • Blähbauch, Völlegefühl, saures Aufstoßen
  • Bauchschmerzen, Krämpfe
  • Reizdarm
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien
  • Müdigkeit, Kopfschmerzen
  • Psychische Auffälligkeiten wie Depression, Antriebslosigkeit, Nervosität, niedrige Reizschwelle
  • Infektionen oder Entzündungen
  • Erhöhter Blutdruck oder Cholesterinspiegel
  • Gewichtszunahme
  • Schmerzen in den Gelenken

Fazit

Es gibt viele Gründe eine Darmsanierung durchzuführen. Auch psychische Faktoren sowie Umwelteinflüsse gehören dazu, welche du im seltenen Fall beeinflussen kannst.

Da dein Darm einen großen Teil deines Immunsystems ausmacht, können mögliche Symptome auch an ganz anderen Körperstellen auftreten. Bedenke auch, dass nicht jedes Organ für sich allein arbeitet, sondern dein Körper als Einheit funktioniert.

Indem du regelmäßig deinen Darm sanierst und dich anschließend entzündungshemmend ernährst, baust du eine gesunde Darmflora auf und könntest schon bald von einem neuen Lebensgefühl profitieren.

Mutter, J., 2018, Grün essen! Die Gesundheitsrevolution auf Ihrem Teller, 7. Aufl., VAK Verlag, Kirchzarten.
Worm, N., 2016, Flexi-Carb: Mediterran genießen. Lebensstil beachten – Kohlenhydrate anpassen. Schlank und gesund bleiben, 1. Aufl., riva Verlag, München.
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