Darmgesundheit

Darmsanierung nach Antibiotika-Einnahme

Geschrieben von Patric Heizmann
Aktualisiert am

In deinem Darm tummeln sich mehr Bakterien, als dein Körper Zellen hat. Und dieses sogenannte Mikrobiom hat einen größeren Einfluss auf deine Gesundheit, Stimmung oder auch die Auswahl an Lebensmitteln, als du vielleicht vermutest.

Vielleicht wird der menschliche Zellhaufen von den Darm-Bewohnern wie eine Art Roboter ferngelenkt? Dann hättest du zumindest eine schicke Ausrede. Er ist schuld. Er will ja ständig Schokolade, nicht ich. Im Moment klingt das etwas überspitzt, aber warte mal ab, was die Forschung da noch an Geheimnissen lüftet.

Inhaltsverzeichnis

Schon der griechische Arzt Hippokrates sagte vor weit über 2000 Jahren:

„Der Tod sitzt im Darm!“

Andersherum formuliert klingt es aber freundlicher: 

„Ist der Darm gesund, freut sich der Mensch!“

Was passiert aber, wenn du deine 100 Billionen Darm-Bewohner mit der Massenvernichtungswaffe Antibiotika niedermetzelst? Und was kannst du tun, um sie danach wieder gestärkt auferstehen zu lassen?

Das erfährst du jetzt.

Ist Antibiotika gut oder schlecht?

Gleich vorneweg: Das ist kein Feldzug gegen Antibiotika. Die Entdeckung hat unzählige Menschenleben gerettet und wird noch viele weitere retten. Selbstverständlich gibt es Erkrankungen, wo der Bakterienkiller dringend verabreicht werden muss. Problematisch ist der inflationäre Einsatz. 

Es gibt ja welche, die nehmen das bei jedem Sonnenbrand. Der Name trägt ja schon die Problematik in sich: Anti & Biotika, also gegen das Leben.

Wenn du gesund bleiben willst, ist es absolut notwendig, dass du dich um deine Mitbewohner kümmerst. Die stehen total auf Gemüse, Ballaststoffe, fermentierte Milchprodukte und milchsauer vergorene Lebensmittel. Vergoren, keine Verfaulten, okay?

Nicht, dass du motiviert damit beginnst, verschimmelte Nahrungsmittel zu futtern. Dann würdest du wahrscheinlich sehr bald bunte Töne schmecken.

Die Wissenschaft sagt: Je größer die Bakterienvielfalt im Darm, desto aufmerksamer ist das Immunsystem – bzw. desto besser ist der Gesundheitszustand.

Auch die Allergieanfälligkeit ist geringer, wenn sich da sehr viele verschiedene Bakterienstämme tummeln.

Wie ist das Mikrobiom aufgebaut?

Wer mich schon länger kennt, weiß, dass ich sehr gerne mit Bildern arbeite.

Sehr passend, dass das Mikrobiom umgangssprachlich auch als Darmflora bezeichnet wird. Und als Flora bezeichnet man unter anderem die Gesamtheit aller Pflanzengattungen eines Gebietes und die Systematik eines Pflanzenreichs. Also das Ökosystem. 

Passt dann ja auch zu 100 Prozent auf das Mikrobiom.

Du weißt sicher, dass der Darm einen sehr zotteligen Aufbau hat. Wenn die ganze Oberfläche mit diesen Zotten glattgebügelt wäre, dann ergibt das eine Oberfläche mit der Größe eines Tennisplatzes.

Im Darm befindet sich deshalb mit Abstand die größte Kontaktoberfläche von der Außenwelt in die Innenwelt.

Stell dir diesen Tennisplatz wie einen großen Garten vor. Wer die Natur liebt, liebt auch die Vielfalt. In diesem Garten wachsen die buntesten Blumen. Unzählige, verschiedene Arten. Alles, was die Natur hergibt. Dazwischen gibt es aber auch (wie es eben in der Natur üblich ist) ein bisschen Unkraut.

Unkraut hört sich so mies an, aber ein bisschen Unkraut wird in diesem Mikrokosmos benötigt, weil davon wieder bestimmte Insekten leben, die wiederum der bunten Blumenvielfalt guttun.

Schnell noch den Bezug zum Mikrobiom: natürlich stellen die bunten Blumen die guten, für die Gesundheit ganz wichtigen Darmbakterien dar, ohne die der Verdauungsschlauch schnell sehr krank und löchrig werden würde.

Was dann zur Folge hätte, dass Nahrungsbestandteile, Parasiten, Viren oder körperfremde Bakterien über den defekten Darm in der Körper gelangen würden. Deine Immun-Polizei wäre hoffnungslos überfordert. Die schlägt dann auch mal wild um sich. So können übrigens auch Autoimmunerkrankungen entstehen. 


Da knüppeln die übereifrigen, nervösen Jungs auch mal körpereigenes Gewebe kaputt.

Das Unkraut im Garten-Bild steht natürlich für die schlechten Darmbakterien. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich irgendwann herausstellen wird, dass viele als schlechte Bakterien bezeichnete Darmbakterien vielleicht gar nicht so schlecht sind. So wie eben ein bisschen Unkraut auch wichtig für das Ökosystem im Garten ist.

Es bleibt abzuwarten, wann die Wissenschaft hier Licht ins Dunkel bringt.

Was macht Antibiotika mit dem Darm?

Mal angenommen, du haust dir (aus welchen Gründen auch immer) ein Antibiotikum in den Kanal. Das Zeug ist nicht wählerisch und metzelt kreuz und quer alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt.

Das ist ein brutales Massaker. Als Bild ist das vergleichbar mit einem Garten-Vertikutierer. Kennst du diese Maschine?

Ist wie eine Art Rasenmäher – nur, dass der Boden mit Messern angeritzt wird, wodurch so manches Grün auch seine Wurzeln verliert. 

So ähnlich machen es Antibiotika. Sie killen das Unkraut und die bunte Blumenvielfalt. Zurück bleibt ein Tennisplatz-großer Garten, der ziemlich zerfleddert aussieht. Aber auch kaum noch Unkraut hat.

Natürlich zerfleddert ein Antibiotikum deinen Darm nicht. Aber die Blumenwiese sieht sehr gerupft aus.

Jetzt kommt das Problem: Der Garten (dein Darm) erholt sich. Nur was erholt sich schneller? Wachsen die Blumen schneller als das Unkraut? Oder umgekehrt?

Wie baut man die Darmflora nach Antibiotika wieder auf?

Genau das ist Glückssache, beziehungsweise abhängig davon, wie du dich jetzt sofort im Anschluss um deinen Garten kümmerst. Insbesondere nach einer solchen Antibiotika-Kur sind zwei Dinge besonders wichtig:

  1. Blumensamen von den schönsten und buntesten Blumen aussähen: Diese Blumensamen sind sogenannte Probiotika
  2. Die hübschen Blumen zeitgleich noch mit dem genau richtigen Dünger versorgen: Dieser Blumendünger wird Präbiotika genannt

Den Dünger kannst du essen. Er sorgt dafür, dass die Blumen schneller als das Unkraut wachsen. Gemüse ist hier ein super Lieferant. Richtig gut ist sowas wie Chicoree, Zwiebeln, Knoblauch, Artischocken, Pastinaken oder auch Porree.

Wenn du es dir ganz einfach machen willst: Inulin ist richtig gutes Zeug. Da stehen deine Blumen besonders drauf. Das steckt zum Beispiel in guten Eiweißshakes.

Und du bekommst es gezielt als Nahrungsergänzung – auch, wenn Gemüse sicher die beste Wahl wäre, weil da noch so viel anderes Gutes drinnen steckt. Ist klar, oder?

Natürliche Milchsäurebakterien

Die Blumensamen (also die Probiotika) kennst du beispielsweise als Milchsäurebakterien. Das sind sozusagen besonders hübsche Blümchen. Die solltest du unbedingt in deinem Garten anpflanzen.

Auch, weil sie für das Ökosystem (also deine Gesundheit) richtig wichtig sind. Fermentierte Milchprodukte sind super dafür: selbstgemachter Kefir

Dafür brauchst du einen Kefirpilz. Wäre dann aber besser als gekaufter Kefir. Der Grund? Im Kühlregal-Kefir stecken weniger Milchsäurebakterien, weil sie Gase bilden und der Deckel dann im Kühlregal irgendwann aufplatzen würde

Boah, das wäre eine Sauerei.

Ich weiß, Kefir schmeckt nicht jedem. Mir leider auch nicht. Ich finde Kefir schmeckt so, als ob die Kuh noch nicht ganz fertig damit war. Aber hey, lass uns nicht über Geschmack diskutieren. Wer es mag, ist klar im Vorteil, okay?

Es gibt auch noch weitere gute Milchsäurebakterien-Quellen:

  • Joghurt
  • Sauerkraut
  • die japanische Gewürzpaste Miso
  • saure Gurken, Käse
  • der fermentierte Tee Kombucha
  • Apfelessig

Milchsäurebakterien als Nahrungsergänzungsmittel

Wenn du hochkonzentriert „Blumensamen“ auf den Gartenboden einpflanzen willst, nimm Milchsäurebakterien als Nahrungsergänzung.

Aber Vorsicht: Finde ein gutes Produkt!

In guten Produkten stecken viele verschiedene Bakterienkulturen in einer hohen Konzentration. Weil die Blumenwiese dann nicht nur besonders bunt und schön wird, sondern auch das Unkraut (also die schlechten Bakterien) deutlich zurückgedrängt werden kann. Deine Gesundheit wird es dir danken!

Die Milchsäurebakterien waren eines der ersten Produkte in unserem Sortiment. Es gibt mittlerweile so viele tolle Erfahrungsberichte. Das lässt in meiner Community, meinem Team und bei mir keinen Zweifel an der Wirksamkeit.

Mein Tipp? Wenn du unter Darmproblemen (welcher Art auch immer) leidest, dann probiere die natürlichen Milchsäurebakterien-Quellen. Oder mach es planbar und probiere es mindestens eine Dose lang mit den VitaMoment-Milchsäurebakterien, welche ich dir mit bestem Gewissen empfehlen kann.

Kann ich Milchsäurebakterien schon während einer Antibiotika-Kur einnehmen?

Ganz oft erreicht mich die Frage, ob man schon während einer Antibiotikum-Kur Milchsäurebakterien nehmen soll. Meine Antwort? Ja!

Natürlich gehen da einige der Milchsäurebakterien direkt in dem Gemetzel unter. Aber die Chance, dass sich schon während des Großangriffs die schönen Blumen besser als das Unkraut platzieren, ist erheblich größer.

Das kann helfen, danach viel schneller wieder den Garten hübsch zu machen.

Generell empfehle ich: pro Woche Antibiotikum solltest du einen Monat gezielt mit Milchsäurebakterien aus natürlichen Quellen oder eben für viele praxistauglicher als Nahrungsergänzung nehmen. Probiere es aus, für ein gutes Bauchgefühl.

Bleib gesund, aber mach auch was dafür!

Dein Coach Patric

Weitere Artikel