PCO-Syndrom: Ursachen, Symptome, Maßnahmen

PCO-Syndrom: Ursachen, Symptome, Maßnahmen

Du leidest schon länger unter einem unregelmäßigen Zyklus oder an ungewolltem Haarwachstum am ganzen Körper? Oder versuchst du, schwanger zu werden, aber es will einfach nicht klappen?

Der Grund dafür kann ein gestörter Hormonhaushalt sein, wie es bei einem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) der Fall ist. PCOS ist eine ernstzunehmende Erkrankung bei Frauen. Unbehandelt kann PCOS fatale Folgen haben und die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken.

Hier erfährst du, woran du das PCO-Syndrom erkennst, wie es entsteht und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

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1. Was ist das PCO-Syndrom?

Polyzystisches Ovar-Syndrom ist eine Erkrankung, die bei schätzungsweise 5 bis 12 %1 der Frauen im gebärfähigen Alter auftritt. Es entstehen kleine Eibläschen auf den Eierstöcken, sogenannte polyzystische Ovarien, die zu einem unerfüllten Kinderwunsch führen können.

Im komplexen Hormonsystem entsteht ein Ungleichgewicht, wenn von einem Hormon zu viel oder zu wenig vorhanden ist. Beim PCOS ist zu viel vom Hormon LH (luteinisierendes Hormon) und zu wenig FSH (follikelstimulierendes Hormon) vorhanden. Durch dieses Ungleichgewicht sind die männlichen Hormone (Androgene) bei einer Frau erhöht. Dies wiederum kann dann zu einem erhöhten Östrogenspiegel führen, insbesondere, wenn viel Fettgewebe vorhanden ist. Polycystisches Ovarialsyndrom und steigendes Übergewicht lösen einen Teufelskreis aus. Eine Möglichkeit, aus diesem Teufelskreis auszubrechen, ist es, Körperfett abzubauen.

2. Welche PCOS-Symptome können auftreten?

Das PCO-Syndrom ist eine Hormonstörung, deren Krankheitsbild sich durch diverse Symptome zeigt. Viele PCOS-Patientinnen leiden sehr unter den Symptomen der Stoffwechselstörung:

  • Ausbleiben des Eisprungs
  • Zyklusstörungen
  • Unfruchtbarkeit
  • Hautunreinheiten wie Akne
  • Haarausfall
  • Zunahme an Körperbehaarung
  • Übergewicht
  • psychische Probleme
  • Depressionen
  • unerfüllter Kinderwunsch
  • erhöhtes Risiko für Frühgeburten

3. Wie entsteht das PCO-Syndrom?

Die genauen Ursachen für das hormonelle Ungleichgewicht des PCO-Syndroms werden bisher noch diskutiert. Eine Rolle könnten eine genetische Veranlagung spielen. Weitere Faktoren zur Entstehung von PCOS könnten Übergewicht, falsche Ernährung oder mangelnde Bewegung spielen.

Es wird zudem eine Verbindung von polyzystischen Ovarien zu Schilddrüsenerkrankungen2, wie Hashimoto-Thyreoiditis oder einer Schilddrüsenunterfunktion vermutet, da die Erkrankungen sich gegenseitig auslösen könnten. 

Eine Studie3 untersuchte zudem den Zusammenhang zwischen PCOS und dem Epstein-Barr-Virus, welches Herpes auslöst. Die Forscher zeigten, dass chronische Entzündungen, wie sie durch das Virus ausgelöst werden, den Hormonstoffwechsel beeinflussen und so zur Entstehung von PCOS beitragen könnten.

4. Maßnahmen zur Behandlung des PCO-Syndroms

Auch wenn das polyzystische Oversyndrom noch nicht vollständig erforscht ist, gibt es einige Behandlungsansätze, mit denen du deine Beschwerden in den Griff bekommen kannst. Generell ist es wichtig, deine Maßnahmen immer mit einem Arzt abzusprechen.

Medikamente

Viele Ärzte verordnen Medikamente, um die Symptome bei Frauen mit PCO-Syndrom zu behandeln. Dazu gehören Hormonpräparate, Cortison sowie Diabetes-Medikamente gegen eine vorliegende Insulinresistenz. Leider bringen viele davon Nebenwirkungen mit sich. Zudem bieten diese Medikamente keine ganzheitliche Therapie eines PCOS.

Übergewicht reduzieren

Die Reduktion von Übergewicht ist die wichtigste Stellschraube, um das Hormongleichgewicht beim PCO-Syndrom wiederherzustellen.

    Verschiedene wissenschaftliche Studien4 beschäftigten sich bereits mit den Effekten einer Gewichtsabnahme auf den Verlauf des PCOS. Es konnte gezeigt werden, dass ein moderater Gewichtsverlust zu einem regelmäßigeren Zyklus sowie einer Erhöhung der Fruchtbarkeit führen kann.

    Zu den wichtigsten Maßnahmen für eine effektive Gewichtsreduktion gehören insbesondere häufige körperliche Aktivität und eine gesunde Ernährungsumstellung.

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    Östrogen-steigernde Faktoren meiden

    Alles, was den Östrogen-Anteil erhöht, also für eine Östrogen-Dominanz sorgt, sollte reduziert werden. Dazu gehören unter anderem

    • Pestizid-belastete Lebensmittel
    • Billigfleisch
    • diverse Medikamente
    • Mikroplastik
    • Schwermetalle (z.B. in Fisch)

    In vielen Fällen verursacht auch die Pille Probleme, da sie massiv in den Hormonhaushalt eingreift.

    Ein immer wieder deutlich erhöhter Blutzuckerspiegel sowie der daraus resultierende höhere Insulinspiegel durch Weißmehl und gezuckerte Produkte fördert das Übergewicht und die erhöhte Östrogen-Bildung.

    Gesunde Lebensmittel wählen

    Eine Kohlenhydrat-moderate sowie eine Fett- und Eiweiß-betonte Ernährung sind bei einem PCOS von Vorteil. Ballaststoffe, viel Gemüse und frisch geschrotete Leinsamen können die Gewichtsabnahme unterstützen, indem sie lange sättigen und den Darm fitter machen.

    Darmgesundheit fördern

    Ein gesunder Darm entlastet die Leber und ist wichtig, wenn es um eine Normalisierung des Östrogenspiegels geht. Denn in der Leber findet die Östrogen-Neutralisierung statt.

    Eine gesunde Darmflora kannst du ebenfalls ganz gezielt mit einer Darmkur aufbauen. Dabei reinigst du deinen Darm von schädlichen Stoffen und erhöhst die Vielfalt deiner guten Darmbakterien.

    Stress reduzieren

    Permanenter Stress kann die Beschwerden eines PCO-Syndroms verstärken. Ein gutes Stressmanagement mit ausreichend Ruhe und Entspannung sollte daher zur Therapie unbedingt dazugehören. Gut geeignet sind Meditationen und Atemübungen, aber auch Yoga oder lange Spaziergänge.

    Auf die Nährstoffversorgung achten

    Eine gute Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen ist für deine Gesundheit ein Muss. Einige können auch bei PCOS Linderung verschaffen.

    Magnesium und Zink

    Sowohl Magnesium als auch Zink sind für ihre entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften bekannt. Eine iranische Studie5 untersuchte die Auswirkung der beiden Nährstoffe auf Entzündungen, die im Rahmen eines polyzystischen Ovarsyndroms auftreten. Die Forscher beobachteten eine signifikante Verbesserung bestimmter Entzündungsmarker, was auf die Eignung von Zink und Magnesium zur Behandlung eines PCOS hindeutet.

    Omega 3

    Omega-3-Fettsäuren können die Insulinsensitivität verbessern und somit den Blutzuckerspiegel senken. Dadurch sind sie gut geeignet, um eine Gewichtsabnahme zu unterstützen. Studien6 zeigten bereits positive Auswirkungen einer Einnahme von Omega 3 auf die körperlichen Parameter bei Frauen mit PCOS.

    Vitamin D

    Verschiedene wissenschaftliche Daten7 deuten darauf hin, dass eine Supplementierung von Vitamin D die Insulinresistenz und die Vermännlichung bei Patientinnen mit PCOS verbessern kann.

    Fazit

    Wenn du unter dem polyzystischen Ovarsyndrom leidest, kann das mitunter sehr belastend sein. Da die Erkrankung derzeit noch erforscht wird, gibt es keine abgesicherte Therapie. Allerdings lassen sich die Beschwerden durch einige Maßnahmen gut behandeln. Dazu gehören vor allem eine Gewichtsabnahme, der Aufbau einer gesunden Darmflora sowie die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen (z.B. Omega 3, Vitamin D, Zink und Magnesium).

    • 1
      Polyzystisches Ovarialsyndrom und Insulinresistenz
    • 2
      Impact of Autoimmune Thyroiditis on Reproductive and Metabolic Parameters in Patients with Polycystic Ovary Syndrome
    • 3
      The Possible Etiological Role of CMV & EBV Latent Infections in Polycystic Ovary Syndrome Iraqi patients
    • 4
      Improvement in endocrine and ovarian function during dietary treatment of obese women with polycystic ovary syndrome
    • 5
      The Effects of Magnesium and Zinc Co-Supplementation on Biomarkers of Inflammation and Oxidative Stress, and Gene Expression Related to Inflammation in Polycystic Ovary Syndrome: a Randomized Controlled Clinical Trial
    • 6
      Effects of omega-3 fatty acids supplementation on serum adiponectin levels and some metabolic risk factors in women with polycystic ovary syndrome
    • 7
      Effect of vitamin D supplementation on polycystic ovary syndrome: A meta-analysis

    Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich für den Informationsgebrauch und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und dürfen nicht als Aufforderung einer bestimmten (Nicht-) Behandlung einer Krankheit verstanden werden.

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