Schilddrüsenunterfunktion: Zu wenig Hormone bei Hypothyreose

Schilddrüsenunterfunktion: Zu wenig Hormone bei Hypothyreose

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist eine Form der Schilddrüsenerkrankung, welche ein größeres Spektrum an Symptomen mit sich zieht, die oft erst alltäglichen Gegebenheiten zugeschrieben werden.

Ist dann die Diagnose gestellt, kann mit entsprechenden Schilddrüsenpräparaten, einer passenden Ernährung und mit Nahrungsergänzungsmitteln zur Optimierung des Wohlbefindens die Therapie begonnen und langfristig durchgeführt werden.

Um die dann wieder erlangte Lebensqualität beizubehalten, sollten in regelmäßigen Abständen Kontrollen durchgeführt werden.

1. Was passiert bei einer Schilddrüsenunterfunktion?

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion liegt eine Störung in der Produktion und/oder Weiterleitung der Hormone T3 (Trijodthyronin) und/oder T4 (Tetrajodthyronin oder Thyroxin) und/oder TSH vor.

Bildlich gesprochen: Die Kontrollstation für hormonelle Funktionen im Gehirn, die Hypophyse, sendet ein Signal an den Hypothalamus, dass der Körper Energie benötigt. Dieser wiederum sendet das TSH-Signal zur Schilddrüse mit der Information, dass Feuer zum Einheizen benötigt wird.

Die Schilddrüse gibt daraufhin T4-Streichhölzer zum Anzünden frei. Die T4-Streichhölzer werden dann von Leber, Magen-Darm-Trakt und peripheren Geweben angezündet. Nun brennende T3-Streichhölzer werden ins Blut geleitet und heizen von dort dem Körper ein. Sind die T3 Streichhölzer abgebrannt, genauer gesagt verbraucht, signalisiert der niedrige T3-Spiegel im Blut der Hypophyse, dass diese wieder eine Produktion an Streichhölzern benötigt wird.

2. Wie erkennt man eine Schilddrüsenunterfunktion?

Bevor es oft überhaupt zu einer Untersuchung bei einem Arzt kommt, häufen sich nach und nach die für eine Schilddrüsenunterfunktion typischen Symptome:

  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Antriebslosigkeit
  • Gewichtszunahme
  • Appetitlosigkeit
  • Heißhunger
  • Depressionen
  • Konzentrationsstörungen
  • Wortfindungsstörungen
  • Frieren auch bei Wärme
  • kalte und trockene Haut
  • Haarausfall
  • trockene und stumpfe Haare
  • Herzrhythmusstörungen
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Verstopfung
  • Ödeme (z. B. geschwollenes Gesicht oder Beine)
  • Zyklusstörungen bei Frauen
  • Potenzstörungen bei Männern

Meist tauchen die Symptome anfangs unregelmäßig und nicht sehr stark ausgeprägt auf, sodass sie alltäglichen Gegebenheiten wie Stress, Schlafmangel oder nicht so optimalen Ernährungsgewohnheiten zugeschrieben werden.

Je stärker dann aber die Symptome mit der Zeit werden, desto eher stellt sich die Frage, was denn mit einem nicht stimmt. Häufig ist dies der Beginn vieler Arztbesuche und einiger Fehldiagnosen, bis dann (meist anhand eines unstimmigen Blutbildes) die Richtige gestellt wird.

Daher empfehlen wir immer in erster Linie bei länger bestehendem, nicht klar definierbarem Unwohlsein, ein großes Blutbild machen zu lassen und somit einen Blick auf die wichtigsten Blutwerte zu haben.

3. Was genau sagt die Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion überhaupt aus?

Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion ist es sinnvoll, dies bei einem dafür spezialisierten Arzt anhand eines genauen Blutbildes untersuchen zu lassen. Dies sollte bei einem Nuklearmediziner oder einem Endokrinologen geschehen.

Die dort durchgeführte Untersuchung erfolgt im Regelfall durch eine Blutabnahme und einer Schilddrüsensonografie (Ultraschalluntersuchung).

Beim Blut, genauer gesagt im Serum, werden dann folgende Werte untersucht:

  • TSH (basal): Thyroidea-stimulierendes Hormon; Signalhormone der Hypophyse zur Schilddrüse 
  • fT3: freies T3; freie, ungebundene Form des Schilddrüsen-Hormons T3 (Trijodthyronin)
  • fT4: freies T4; freie, ungebundene Form des Schilddrüsen-Hormons T4 (Thyroxin)
  • Thyreoidale Peroxidase Ak (TPO Ak): Antikörperwert der vom Immunsystem produzierten Schilddrüsenantikörper

Bei einer gesunden oder gut eingestellten Schilddrüse sollten die Werte in folgenden Bereichen liegen (Unterschiede in der Maßeinheit können laborabhängig abweichen):

  • TSH: 0,27 - 4,2 µlU/ml
  • fT3: 3 ng/l - 4,2 ng/l
  • fT4: 0,73-1,95 ng/dl (9,4-25 pmol/l)
  • Thyreoidale Peroxidase Ak (TPO Ak): >60.0 U/ml

Wenn nun eine primäre Schilddrüsenunterfunktion vorliegt, zeigt sich das in der Regel durch einen erhöhten TSH-Wert sowie grenzwertig niedrige oder erniedrigte fT3- und fT4-Werte.

Allerdings gibt es hier auch verschiedene Abstufungen. Von einer latenten Unterfunktion wird gesprochen, wenn z. B. der TSH schon erhöht ist, die freien Hormonwerte aber noch im Normbereich sind.

Bei der seltener auftretenden, sekundären Schilddrüsenunterfunktion wird die Schilddrüse vermindert durch das Hypophysenhormon TSH stimuliert. Dies zeigt sich, wenn bei den Laborwerten TSH, fT3 sowie fT4 erniedrigt sind.

Auch Konversionsstörungen (Umwandlungsstörungen) können zu Symptomen der Unterfunktion führen. Hier können die Ursachen z. B. Selenmangel, eine überlastete Leber, eine gestörte Darmflora oder Stress sein.

In diesem Fall zeigt sich fT4 grenzwertig hoch bis erhöht, während fT3 im Verhältnis dazu sehr niedrig bis erniedrigt ist, TSH niedrig bis normal ist, rT3 ist eventuell erhöht (wenn gemessen).

Bei einer Schilddrüsenhormonresistenz sprechen die Zielorgane nicht ausreichend auf die Schilddrüsenhormone an. Beim Blutbild zeigt sich das an erhöhten fT3- und fT4-Werten, sowie an einem normalen bis erhöhten TSH-Wert.

Bei der Schilddrüsensonografie werden die Größe (Volumen) der Schilddrüse, die Durchblutung sowie die Struktur des Organs geprüft. Es wird nach knotigen Veränderungen geschaut und die äußere Struktur der Schilddrüse begutachtet. Es wird ebenfalls sichtbar, ob die Schilddrüse Nachbarorgane verdrängt oder ob eine Lymphknotenschwellung vorliegt.

Das Volumen einer gesunden Schilddrüse liegt bei folgenden Werten (Unterschiede in der Maßeinheit können Labor-abhängig abweichen):

  • Frau: Volumen von etwa 6 bis 18 ml
  • Mann: Volumen von etwa 9 bis 25 ml

Lässt die äußere Struktur der Schilddrüse eine Fransen-artige, nicht ebene Linie erkennen, weist dies auf bereits geschehene Angriffe des Immunsystems auf die Schilddrüse hin.

Insbesondere bei Knoten der Schilddrüse ist nach der Sonografie eine Szintigrafie, also eine nuklearmedizinische Untersuchung der Schilddrüse, sinnvoll. Sie prüft, ob es sich um „heiße“ Knoten oder „kalte“ Knoten handelt.

Heiße Knoten sind Veränderungen im Gewebe der Schilddrüse, die verstärkt Jod aufnehmen und in der Folge unkontrolliert Schilddrüsenhormone produzieren. Im Gegensatz dazu nehmen kalte Knoten kein Jod auf und produzieren daher auch keine Schilddrüsenhormone.

Somit empfiehlt es sich bei heißen Knoten auf eine zusätzliche Einnahme von Jod in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu verzichten und auch ansonsten auf eine Jod-reduzierte Ernährung zu achten. Bei kalten Knoten kann die Schilddrüsenfunktion mit Jod wunderbar unterstützt werden.

Eine komplette Heilung und somit Erreichung einer wieder voll funktionsfähigen Schilddrüse ohne die Einnahme von Schilddrüsenpräparaten ist in 99 % der Fälle nicht gegeben.

Die Schilddrüsenunterfunktion bleibt meistens den weiteren Lebensverlauf bestehen und kann sich auch in ihrer Ausprägung im weiteren Verlauf verändern. Daher sind regelmäßige Kontrollen in Abständen von neun bis zwölf Monaten zu empfehlen.

Bei erneuten, ansteigenden typischen Symptomen der Unterfunktion sollte natürlich eine frühere Kontrolle durchgeführt werden.

Eine Schilddrüsenunterfunktion muss allerdings die Lebensqualität und Lebenserwartung in keiner oder kaum einer Art und Weise einschränken.

4. Wo können die Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion liegen?

Bei einer Unterfunktion produziert die Schilddrüse in erster Linie zu wenige Schilddrüsenhormone. Die häufigsten Ursachen hierfür sind Nähstoffmängel (meistens Jod, Selen, Eisen, Zink oder Vitamin D), eine chronische Entzündung der Schilddrüse aufgrund der Autoimmunerkrankung Hashimoto (Hashimoto-Thyreoiditis) oder auch eine von Geburt an zu kleine Schilddrüse.

Am häufigsten wird die Schilddrüsenunterfunktion im Laufe des Lebens erworben. Dies kann durch Verlust oder eine Zerstörung von ursprünglich funktionsfähigem Schilddrüsengewebe geschehen. Am häufigsten ist dies die Folge einer Hashimoto-Thyreoiditis, einer chronischen Schilddrüsenentzündung.

Die Schilddrüse benötigt für ihre normale Funktion die oben genannten Mikronährstoffe. Neben Jod und Selen spielt auch Zink eine bedeu­tende Rolle. Zink ist an der Bildung von Schilddrüsenhormonen beteiligt und unterstützt deren gesunde Funktion. Die mangelnde Versorgung mit Zink, alleine oder in Kombination mit einer Jod-Unterversorgung, führt folglich zu einer reduzierten Bildung der Schilddrüsenhormone.

Eine nicht optimale Zinkversor­gung beeinträchtigt die Schilddrüsenhormonfunktion und beeinflusst auf diese Weise viele Körperfunktionen negativ. Umgekehrt sind Schilddrüsenhormone notwendig, damit Zink aus­reichend aufgenommen werden kann. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann ent­sprechend ein Zinkdefizit verstärken.

5. Wie kann eine passende Therapie für eine Schilddrüsenunterfunktion gestaltet werden?

Besteht die Diagnose zur Schilddrüsenunterfunktion, wird anhand der im Blut festgestellten fT3- und fT4-Werte ein passendes, synthetisch hergestelltes Schilddrüsen Präparat bestimmt. Auch die Dosierung wird dementsprechend angepasst.

Die Therapie wird meist mit der Gabe von L-Thyroxin-Tabletten begonnen. Über diese Schilddrüsentabletten wird dem Körper eine gewisse Menge T4 zugeführt, welches er dann in T3 umwandeln kann. In einem Kontrolltermin nach ca. 2–3 Monaten wird über eine erneute Blutabnahme geprüft, inwiefern das Schilddrüsenpräparat hilft und ob sich die fT3 und fT4 Werte im Blut verbessert haben. Dementsprechend wird die Dosierung der Schilddrüsentabletten ggf. angepasst.

Die Tabletten sollten direkt morgens nüchtern eingenommen werden und danach 30 Minuten gewartet werden. Idealerweise lässt man die Tablette unter der Zunge zergehen (optimierte Aufnahme durch die Schleimhäute) und trinkt nur ein Glas Wasser nach.

Die Aufnahme und Verarbeitung der Schilddrüsenhormone sind Bestandteil eines komplexen Kreislaufs (siehe Grafik weiter oben), der im Körper stattfindet. Daher ist es nicht optimal ausreichend, die Therapie ausschließlich über die Einnahme von Tabletten zu gestalten. Zusätzliche Faktoren wie die Ernährung, Stress, Umwelteinflüsse oder auch die Schlafqualität spielen eine entscheidende Rolle für eine dauerhaft erfolgreiche Therapie und optimale Verbesserung der Symptome.

Da bei einer Schilddrüsenunterfunktion der Stoffwechsel verlangsamt läuft, sollte dieser über eine vitalstoffreiche, antientzündliche und eiweißreiche Ernährung unterstützt werden. Auf stark verarbeitete Lebensmittel, die den Stoffwechsel eher belasten, sollte bestmöglich verzichtet werden.

6. Tipps: Einnahme der Tabletten

Einfach die Tabletten und eine Flasche Wasser am Bett stehen haben, einen Wecker eine halbe Stunde früher stellen, die Tablette einnehmen und sich noch mal für eine halbe Stunde umdrehen, bis der zweite Wecker zum Aufstehen klingelt.

Wenn sich in der zweiten Tageshälfte (trotz Einnahme der Tablette am Morgen) Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche, Heißhunger, Müdigkeit, abendliche Ein- oder Durchschlafprobleme oder ähnliche Symptome zeigen, kann eine Aufteilung der Schilddrüsentablette über den Tag verteilt eine Möglichkeit der Besserung sein.

Der Körper bildet im gesunden Zustand auch über den ganzen Tag verteilt Schilddrüsenhormone, je nach Bedarf. So kann es auch mit der Tablette gehandhabt werden, indem sie in zwei bis drei Portionen geteilt wird und dann ca. 30 Minuten vor einer Mahlzeit eingenommen wird. In einer kleinen Tablettenbox ist die Mitnahme auch kein Problem.

Selbst wenn der Magen bei der Einnahme nicht komplett nüchtern ist, verhindert dies die Aufnahme in kaum einer Art und Weise. Es verlangsamt diese nur etwas und mindert sie gegebenenfalls minimal (darum, Tablette unter der Zunge zergehen lassen).

Auch sollte man immer beachten, dass viel Koffein, das Stresshormon Cortisol und Schadstoffe wie Schwermetalle oder Umweltgifte die Wirkung der Schilddrüsenhormone mindern können.

7. Tipps: Gute Lebensmittel

Folgende Nahrungsmittel wirken unterstützend:

Gemüse

Iss mindestens zwei bis drei Portionen in allen möglichen Variationen am Tag. Die darin enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe unterstützen deinen Stoffwechsel, sind wichtig für einen gesunden Darm und versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen.

Eiweiß

Iss am besten drei Portionen Eiweiß am Tag. Es ist ein wichtiger Baustein für die Bildung von Schilddrüsenhormonen und natürlich auch generell einer der wichtigsten Bausteine für deinen Körper.

Gute Eiweißquellen sind mageres, helles Fleisch (Hähnchen, Pute), leichte Milchprodukte wie Magerquark, körniger Frischkäse, fettarmer Käse (wenn verträglich) oder Proteinshakes.

Beeren und zuckerarmes Obst

Es ist reich an Antioxidantien und Vitaminen. Die zuckerarmen Sorten halten den Blutzucker stabil.

Kokosöl

Die darin enthaltenen mittelkettigen Fettsäuren wirken entzündungshemmend, unterstützen den Heilungsprozess von Gewebe, fördern den Energiestoffwechsel, die Darmgesundheit und Entgiftungsprozesse der Leber.

Genauso kann Kokosöl auch äußerlich angewendet werden und Beschwerden wie schmerzende Gelenke, trockene Haut und dünne oder stumpfe Haare positiv unterstützen. Einfach ein hochwertiges Kokosöl z. B. nach dem Duschen als Körperpflege nutzen, in flüssiger Form als Haarkur verwenden oder schmerzende Körperstellen damit massieren.

8. Tipps: Schlechte Lebensmittel

Folgende Nahrungsmittel wirken kontraproduktiv:

Gluten (Weizen, Weißmehlprodukte), Lektine

Es liefert keinen Mehrwert oder Nährwert für den Körper, wirkt entzündungsfördernd und fördert Autoimmunreaktionen.

Viele Sojaprodukte

Das in Soja enthaltene Protein kann Autoimmunreaktionen gegen die Schilddrüse fördern. Phytoöstrogene können die Aktivität der Jodaufnahme in die Schilddrüse sowie den Transport der Schilddrüsenhormone im Körper empfindlich stören. Auch reduzieren Sojaprodukte die Aufnahme synthetischer Schilddrüsenhormone.

Zucker

Er fördert starke Blutzuckerschwankungen, liefert keinen Mehrwert oder Nährwert für den Körper und wirkt entzündungsfördernd.

Stark verarbeitete Lebensmittel mit vielen Zusatzstoffen

Liefern keinen Mehrwert und Nährwert für den Körper, belasten den Stoffwechsel und Entgiftungsorgane und wirken entzündungsfördernd.

Gegebenenfalls Milchprodukte

Diese können die Aufnahme von T3 stören. Am besten testweise drei bis vier Wochen auf Milchprodukte verzichten und beobachten, ob sich etwas wie das Wohlbefinden, das Gewicht oder die Haut verändert.

Kreuzblütler wie Rettich, Kresse, verschiedene Kohlsorten, Senf

Die darin enthaltenen sogenannten Goitrogene mindern oder hemmen die Jodaufnahme. Bei Ausgleich mit jodhaltigen Nahrungsmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln ist der Verzehr kein Problem.

Alkohol

Kann die Aufnahme der Schilddrüsenhormone mindern oder hemmen und kann Schilddrüsenzellen zerstören.

Rauchen (Genussmittel)

Zerstört wichtige antioxidative Enzyme, fördert Entzündungen und mindert den Erfolg der Therapie.

9. Tipps: Nahrungsergänzungsmittel

Folgende Nahrungsergänzungen sind empfehlenswert:

Selen (100 µg pro Tag, morgens)

Es ist maßgeblich an der Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 in T3 beteiligt und fördert die Verwertbarkeit von Jod.

Jod (150 µg pro Tag, morgens)

Es ist maßgeblich an der Produktion und Bildung der Schilddrüsenhormone beteiligt und somit die wohl wirkungsvollste Hilfe. Über einen Jodsättigungstest können die genauen Werte bestimmt werden.

Vitamin D (5000 IE nach persönlichem Bedarf oder alle 5 Tage, zu einer fettreichen Mahlzeit)

Empfohlener Vitamin-D-Spiegel im Blutserum von 40 bis 80 ng/ml. Hat einen positiven Einfluss auf Autoimmunkrankheiten und kann Verschlechterungen der Krankheit entgegenwirken.

Omega 3 (2 g EPA, 1 g DHA pro Tag, zu einer fettreichen Mahlzeit)

Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA wirken entzündungshemmend. Sie sind in der Lage Autoimmunprozesse zu dämpfen. Die besten Quellen hierfür sind Omega-3-Kapseln aus hochwertigem Fischöl oder Algenöl, da hier kein Risiko auf eine Schwermetallbelastung besteht.

Eisen (14 mg pro Tag, abends mit Vitamin C)

Eisenwert im Blutserum:

  • bei Frauen mindestens 60 mcg/l
  • bei Männern mindestens bei 120 mcg/l

Wichtiger Bestandteil des Enzyms Schilddrüsen-Peroxidase (TPO). Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist die Aufnahme von Eisen grundsätzlich verschlechtert. Eisen ist Bestandteil wichtiger Enzyme und sorgt mit den Schilddrüsenhormonen dafür, dass weniger Radikale gebildet werden.

Zink (25 mg pro Tag, nach einer Mahlzeit)

Es ist an der Bildung von Schilddrüsenhormonen beteiligt und unterstützt deren gesunde Funktion. Durch die Schilddrüsenunterfunktion kann der Körper generell schlechter Zink aufnehmen. Die zusätzliche Einnahme wirkt sich sehr positiv auf Haut, Haare und Nägel aus.

Magnesiumcitrat (ca. 3,5g auf ca. 0,5-1l Wasser geben, ab nachmittags trinken und ggf. Dosierung erhöhen)

Magnesium spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel, bei der Eiweißherstellung, der Zellerneuerung, der Übertragung von Nervenimpulsen, der Muskeltätigkeit und dem Knochenaufbau. Aufgrund des verlangsamten Stoffwechsels wird nicht ausreichend Magnesium aus der sowieso schon Magnesium-armen Nahrung aufgenommen. Magnesiumcitrat kann vom Körper besonders schnell aufgenommen und verarbeitet werden.

Darmsanierung

Da auch ein großer Teil T4 im Darm in T3 umgewandelt wird, ist es sehr wichtig, dass dieser im Gleichgewicht ist und so die Nährstoffe bestmöglich aufnehmen und verwerten kann. Eine Darmsanierung hilft auch gegen das häufig vorliegende Leaky-Gut-Syndrom.

10. Tipps: Sport, Bewegung und Entspannung

Eine der besten Möglichkeiten, um den Stoffwechsel wieder in Schwung zu bringen, ist ein ausgeglichenes Programm aus Sport, Bewegung und Entspannung.

Muskeln sind wie die Brennöfen des Körpers. Und je mehr davon vorhanden sind und diese dann auch regelmäßig genutzt werden, desto stärker und effektiver arbeitet der gesamte Stoffwechsel im Körper. Natürlich müssen diese Brennöfen auch regelmäßig gewartet werden, um danach wieder voll und ganz einsatzfähig zu sein.

Dies passiert mit gezielter Entspannung. Außerdem senkt sich durch Entspannung der Wert des Stresshormons Cortisol, welches das TSH-Signal an die Schilddrüse stören und mindern kann.

So ein Programm muss nicht gleich mehrere Stunden in Anspruch nehmen und vor allem sollte es Spaß machen. Es kann sich wie folgt aufbauen:

  • 2–3 Tage pro Woche eine Trainingseinheit zur Kräftigung der Muskulatur, egal ob zu Hause oder im Fitnessstudio. 
  • Bestenfalls sollte täglich Bewegung an frischer Luft stattfinden und natürlich grundsätzlich auch auf Bewegung im gesamten Alltag geachtet werden. Hier reicht es schon in der Pause oder nach dem Abendessen 15 Minuten spazieren zu gehen, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, kleine Einkäufe zu Fuß zu erledigen oder im Büro beim Telefonieren auf und abzulaufen. 
  • Entspannung kann in kurze, tägliche Sequenzen von 5 bis 15 Minuten eingebaut werden. Du könntest beispielsweise morgens oder abends eine kurze Atemübung oder Muskelentspannungsübung machen. Alternativ könntest du dich auch ganz in Ruhe mit einer Tasse Tee auf den Lieblingsplatz setzen und einfach mal NICHTS tun, einige Seiten in einem Buch lesen oder dir ein Bad gönnen.
  • Für längere Entspannungssequenzen von 20 bis 60 Minuten eignen sich Yoga oder Pilates sehr gut. Diese Kombination von Bewegung und Entspannung fördert den Abbau von Cortisol und regt den Abbau von abgelagerten Stoffwechselprodukten im Gewebe an.

11. Was für eine Prognose kann ich bei einer Schilddrüsenunterfunktion erwarten?

Mit Beginn der Einnahme entsprechender Schilddrüsenpräparate, einer abgestimmten Ernährungsumstellung und einer Umstellung ungünstiger Lebensgewohnheiten, werden die Symptome nach und nach geringer.

Erste Anzeichen, wie ein höheres Energielevel, mehr Lust auf Unternehmungen, eine bessere Konzentration und ein ausgeglicheneres Wohlfühlen sind besonders zu Anfang festzustellen.

Wie schnell und in welchem Ausmaß eine langfristige Besserung in Form von einem stabilen, höheren Energielevel, besserem Schlaf, mehr Konzentration, fröhlicherer und ausgeglichenerer Stimmung oder einer geregelten Verdauung zu merken sind, ist ganz individuell. 

Grundsätzlich ist aber in jedem Alter und jeder Lebenslage eine deutliche Besserung der Symptome möglich.

Im Verlauf der Therapie spielen natürlich Einflussfaktoren wie Alter, anderweitige Erkrankungen und auch äußerliche Einflussfaktoren wie Stress oder Umweltbelastungen eine Rolle.

Umso wichtiger ist es, auf sich und seine Gesundheit besonders fürsorglich zu achten und pfleglich mit ihr und sich selbst umzugehen. 

Besonders die Punkte Ernährung, Bewegung und Entspannung sollten stets im Augen behalten werden. Sie sind ein ausschlaggebender Faktor für die ganzheitliche Gesundheit und ein gutes Wohlbefinden. Strategien, wie du trotz der Schilddrüsenunterfunktion abnehmen kannst, kannst du hier nachlesen.

Wenn du dir und deinem Körper etwas mehr Achtsamkeit schenkst und lernst, seine Signale zu verstehen, kannst du ihn immer besser in den verschiedensten Lebenslagen unterstützen und ihm das geben, was ihm gerade guttut. Du wirst merken, wie gut sich das anfühlt.

Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich für den Informationsgebrauch und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und dürfen nicht als Aufforderung einer bestimmten (Nicht-) Behandlung einer Krankheit verstanden werden.

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