Darmgesundheit

Leaky-Gut-Syndrom: So kannst du einem durchlässigen Darm vorbeugen

Geschrieben von VitaMoment Team
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Der Darm ist mit Abstand die größte Kontaktfläche von deinem Körperinneren zur Außenwelt. Mit einer Gesamtoberfläche von 300 bis 400 Quadratmetern sind dort etwa 70 bis 80 Prozent des Immunsystems stationiert. Genau das macht den Darm auch zum Dreh- & Angelpunkt für deine Gesundheit.

Inhaltsverzeichnis

Der westliche Lebensstil fördert durch viele raffinierte Kohlenhydrate und Omega-6-Fettsäuren stille Entzündungen im Körper. Eine anhaltende, ungesunde Ernährung führt bei vielen Menschen zu entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen. Das Leaky-Gut-Syndrom (löchriger Darm) ist eine davon, welche die Ursache für Hashimoto, Rheuma, Reizdarm, Morbus Crohn und viele weitere chronische Krankheiten sein kann.

In diesem Beitrag werden wir uns die Ursachen für einen durchlässigen Darm anschauen und dir Möglichkeiten aufzeigen, damit es bei dir gar nicht erst soweit kommt.

Wie funktioniert ein gesunder Darm?

Bei einem gesunden Darm stellt die Darmschleimhaut eine Barriere für Bakterien, Allergene oder andere Nahrungsbestandteile dar. Diese Stoffe sollen nicht ins Körperinnere und die Darmschleimhaut hindert sie daran. Nährstoffe, Mineralstoffe und Vitamine sollen dagegen durchgelassen werden, um die Organe zu versorgen. Bei einem gesunden Darm passieren sie die Darmwand und gelangen so ins Körperinnere. Die Darmwand soll bestimmte Nährstoffe durchlassen, während sie schädliche Stoffe daran hindert.

Was passiert beim Leaky-Gut-Syndrom?

Wenn der Darm durch eine entzündungsfördernde Ernährung, Medikamente oder Stress permanent angegriffen wird, dann wird die Darmwand durchlässig und es öffnen sich im Magen-Darm-Trakt die sogenannten Tight Junctions. Statt große Löcher kannst du dir diese eher wie kleine Schlupflöcher vorstellen. Mit der Zeit können die Löcher nicht mehr ausreichend beschützt werden und es gelangen schädliche Stoffe ins Körperinnere, die dort eigentlich nicht hingehören.

Wie reagiert das Immunsystem?

Durch die intestinale Permeabilität, also den durchlässigen Darm, gelangen schädliche Stoffe in den Körper, die dort eigentlich nicht hingehören. Diese Stoffe fördern Entzündungen, Allergien und Unverträglichkeiten.

Das Immunsystem ist irritiert, wird sozusagen in Dauer-Alarmbereitschaft geschaltet und fängt damit an, die schädlichen Stoffe zu bekämpfen.

Passieren andauernd immer wieder schädliche Stoffe die Darmwand, dann kann das Immunsystem gute und schlechte Darmbakterien nicht mehr richtig voneinander unterscheiden:

  • Gute Darmbakterien: Stärken das Immunsystem, indem sie zum Beispiel essenzielle Vitamine und Enzyme bilden oder überflüssige Zuckermoleküle so verkapseln, dass sie über den Stuhl aus dem Körper abtransportiert werden können.
  • Schlechte Darmbakterien: Schwächen das Immunsystem, indem sie Entzündungen auslösen oder unverdauliche Ballaststoffe in kurzkettige Kohlenhydrate umwandeln, wodurch einfache Zuckermoleküle im Darm entstehen, die dein Körper in Form von Fett speichert.

Deine Ernährung, Stress, Medikamente oder Umweltgifte haben einen großen Einfluss darauf, in welchem Verhältnis gute Bakterien zu den schlechten stehen. Haben die schlechten Bakterien durch eine entzündungsfördernde Ernährung, viel Stress oder Medikamente erst einmal die Oberhand gewonnen, steuert dein Immunsystem heftig dagegen!

Deine Abwehrmannschaft schlägt unkontrolliert um sich, um fiese Angreifer fernzuhalten. So kann es passieren, dass dein Immunsystem bei seinem Abwehrversuch Antikörper gegen Eiweiße der Schilddrüse bildet und das Gewebe der der Schilddrüse angreift, wodurch Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis entstehen können. Hashimoto ist die mit Abstand häufigste Form der Schilddrüsenentzündung und führt in vielen Fällen zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

Zu Beginn der Erkrankung verspüren Betroffene in der Regel keine Beschwerden oder Symptome. Die Entzündungen bauen sich über viele Jahre hinweg im Körper auf, was verschiedenste chronische Erkrankungen zur Folge haben kann:

  • Rheuma
  • Hashimoto
  • Migräne
  • Darmprobleme
  • Muskuläre Probleme
  • Zahnprobleme

Hierbei handelt es sich nicht um biologisch sinnvolle akute Entzündungen, sondern um gefährliche stille Entzündungen:

  • Akute Entzündungen: Natürliche Abwehrreaktionen und Heilungsprozesse, die durch eine Infektionen oder Verletzungen ausgelöst werden. Äußern sich durch Rötungen, Schwellungen und Schmerzen, wie zum Beispiel bei einem Wespenstich.
  • Stille Entzündungen: Überreaktionen und Fehlreaktionen des Immunsystems, die durch falsche Ernährung, wenig Bewegung, Stress oder Medikamente ausgelöst werden. Äußern sich unterschwellig und sind meistens lange symptomlos.

Die chronischen stillen Entzündungen (silent Inflammation) können über Jahre und Jahrzehnte andauern, ohne bemerkt oder diagnostiziert zu werden. Sie können sich an verschiedenen Stellen im Körper austoben und jeder merkt sie individuell anders:

  • Manche Menschen bekommen Gelenkprobleme bis hin zum Rheuma
  • Einige bekommen Entzündungen im Bereich der Schilddrüse oder im Bereich des Darmes
  • Andere haben Beschwerden wie Migräne oder Kopfschmerzen
  • Sportler bemerken etwas an den Sehnen, Bändern oder an der Achillessehne
  • Hautprobleme sind ganz typisch, ist die Haut schlecht, schreit der Körper 

Bei all diesen Beschwerden handelt es sich um chronische und sehr therapieresistente Probleme. Man weiß heutzutage, dass die stillen Entzündungen ein Grundproblem der inneren Medizin sind. Vielleicht sogar das Grundproblem. Doch diese Entzündungsreaktionen sind noch nicht alles:

Warum kommt es zusätzlich zu einem Nährstoffmangel?

Bei einem undichten Darm ist die Darmschleimhaut so geschwächt, dass schlechte Bakterien ins Körperinnere gelangen. Paradoxerweise bleiben gleichzeitig Nährstoffe, Mineralstoffe und Vitamine an der gestörten Darmbarriere hängen, die eigentlich die Darmwand passieren sollen. Als Folge kann der Körper die aufgenommenen Nährstoffe schlechter verwerten und du gelangst nach und nach in einen Nährstoffmangel.

Beim Leaky Gut erfolgt also eine Malabsorption, sodass Vitamine, Mineralien und Nährstoffe nicht mehr richtig absorbiert werden. Gleichzeitig gelangen Silent Killer wie Bakterien oder entzündungsfördernde Nahrungsreste durch die Darmwand.

Das Problem: Gerade jetzt müsste das Immunsystem auf Hochtouren arbeiten, die Nährstoffe dazu werden aber nicht mehr richtig aufgenommen. Dadurch kommen wiederum ungewollte Stoffe in den Körper, die weitere Entzündungen verursachen. Zudem haben Betroffene häufig Durchfall, somit werden wertvolle Nährstoffe noch schlechter aufgenommen. Es beginnt ein Teufelskreis, dessen einziger Ausweg die Ernährungsumstellung auf eine entzündungshemmende Ernährung ist.

Was sind die Anzeichen für einen kaputten Darm?

Die Symptome beim Leaky-Gut-Syndrom sind zunächst recht unspezifisch:

  • Magenbeschwerden
  • Darmbeschwerden wie Blähungen, Völlegefühl, Reizdarm
  • Leistungsabfall
  • Müdigkeit

Wenn du mit diesen Beschwerden zum Arzt gehst, dann ist das Problem, dass dieser mit diesen Symptomen meist nicht so viel anfangen kann. Das liegt daran, dass diese Symptome recht unspezifisch sind und viele Ursachen haben können. Es ist nicht immer sofort naheliegend, dass die Ursache dieser Symptome im Darm liegt, was die Diagnose von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen erschwert.

Aufgrund der unspezifischen Symptome ist das Leaky-Gut-Syndrom sehr schwierig zu diagnostizieren. Der Arzt muss hier schon ein bisschen findig sein und verschiedene Bereiche wie den Darm, Schilddrüsenhormone und viele weitere Bereiche untersuchen. Das ist unter dem Zeitmangel, den viele Ärzte aufgrund der Vielzahl an Patienten haben, nicht immer ganz so einfach. Aber auch du selbst kannst etwas machen. Indem du deiner Darmschleimhaut Chancen zur Regeneration gibst, eine gesunde Darmflora aufbaust und entzündungshemmende Maßnahmen einleitest, kannst du selbst das Risiko für das Leaky-Gut-Syndrom erheblich reduzieren.

Welche Lebensmittel fördern Entzündungen im Körper?

Das Leaky-Gut-Syndrom hat mehrere Ursachen. Neben Medikamenten oder Stress siegt die Hauptursache in einer entzündungsfördernden Ernährung. Besonders Weizen und zu wenig Ballaststoffe machen dem Darm zu schaffen.

Weizen enthält viele schwer verdauliche Proteine wie Gluten oder ATI, die im Körper chronische Entzündungen fördern. Und es betrifft nicht nur den Weizen, sondern auch den Dinkel oder den Roggen. Die nehmen sich in vielen schlechten Stoffen nicht viel und teilweise ist Weizen in die anderen Getreidesorten schon mit reingezüchtet. Dadurch kann der Ertrag gesteigert werden, da die Pflanzen stabiler sind.

Man kann allerdings nicht jedes Getreide pauschal in eine Kategorie werfen. Die Qualität der Nahrungsmittel ist entscheidend. Relativ bedenkenfrei sind nur Urgetreide, die nicht hochgezüchtet wurden. Buchweizen und Hirse sind auch eine gute Idee, genauso wie glutenfreie Bio-Haferflocken.

Es reagiert auch nicht jeder Mensch gleich auf Weizen. Manche schütten durch Weizen mehr Zonulin aus, welches die Tight-Junctions angreift und Löcher in der Darmwand verursacht. Andere schütten beim Essen von Weizen weniger Zonulin aus, sodass sie mit Weizen nicht ganz so viele Probleme haben.

Darm reparieren durch natürliche Hausmittel

Wenn du es schaffst, die Tight Junctions wieder zu schließen, dann beruhigt sich das Immunsystem auch mit der Zeit wieder. Die Angriffe auf das körpereigene Gewebe werden zurückgefahren. Dazu muss der Leaky Gut allerdings erst einmal gelöst werden. Hierzu solltest du in deiner Darmflora gute Bakterien fördern, die sich zum Beispiel unter dem Namen Akkermansia muciniphila verstecken.

Natürlicher Schleim aus Flohsamen

Flosamenschalen sind natürliche Ballaststoffe, die dich dabei unterstützen können, eine schützende Schleimschicht auf deiner Darmwand aufzubauen. Gleichzeitig können sie durch ihre Quelleigenschaft eine Menge an Wasser im Darm binden, was den Stuhlgang wesentlich erleichtern kann, ohne Blähungen zu fördern.

Wir empfehlen die morgendliche Einnahme von einem Teelöffel (etwa 3 g) auf den nüchternen Magen, welchen du in einem Glas Wasser auflöst und dann trinkst. Ganz wichtig ist dabei, direkt noch ein zweites Glas mit Wasser hinterher zu trinken, damit dein Körper die Ballaststoffe bestmöglich aufnehmen kann.

Resistente Stärke zum Schließen von Tight Junctions

Löcher im Darm können beispielsweise auch durch resistente Stärke repariert werden. Diese ist etwa in abgekühlten Kartoffeln vom Vortag enthalten. Mit abgekühlten Kartoffeln alleine wird der Aufbau einer gesunden Darmflora aber vermutlich schwierig. Inzwischen gibt es resistente Stärke aber auch in Form von Kapseln oder Pulver, welche du als Präparat einnehmen kannst. So kannst du Entzündungen reparieren und die Löcher im Darm stopfen.

Darm reparieren durch eine Darmkur

Falls du selbst glaubst, dass du einen löchrigen Darm hast, dann kann eine Darmkur auf jeden Fall deutlich Verbesserung in deinen Alltag bringen. Unsere 3-Phasen-Darmkur konnte bereits vielen Teilnehmern bei Beschwerden wie Allergien, Müdigkeit, Durchfall, Neurodermitis, Hashimoto, Morbus Bechterew, Reizdarm und vielen mehr helfen, wie du hier nachlesen kannst. Um die Beschwerden beim Leaky-Gut-Syndrom langfristig in den Griff zu bekommen, ist der Aufbau einer gesunden Darmflora unerlässlich.

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