Darmgesundheit

Hefepilze im Darm: 6 wichtige Fragen zum Candida-Darmpilz

Geschrieben von VitaMoment Team
Aktualisiert am

Dein Körper verfügt über Millionen von Mikroben, darunter Bakterien und Pilze. Einige sind gut, manche sind schädlich, andere wiederum sind dosisabhängig. Wenn das Gleichgewicht dieses empfindlichen Ökosystems gestört wird, kann es zu gesundheitlichen Problemen führen, wie z. B. Gewichtszunahme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Autoimmunität.

Der im Darm vorkommende Hefepilz Candida ist nur eine dieser Mikroben, die deine Gesundheit beeinträchtigen können. Candida an sich ist jedoch nicht schädlich. Tatsächlich braucht dein Körper ein gewisses Maß an Hefepilzen, um eine gesunde Balance aufrechtzuerhalten. Gesundheitsprobleme entstehen nur bei einer Candida-Überwucherung, wenn der Hefepilz außer Kontrolle gerät. Lies weiter und erfahre, was auf eine Darmpilzinfektion hindeutet und was du dagegen unternehmen kannst.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Pilze im Darm?

Bei Pilzen, die im Darm entdeckt werden, handelt es sich meist um Hefepilze der Gattung Candida albicans. Sie koexistieren neben anderen Mikroorganismen in verschiedenen Bereichen des Körpers, einschließlich der Haut, des Mundes, des Rachens, des Magen-Darm-Traktes und der Vagina.

In ausgewogenen Mengen hilft Candida dabei, ein gesundes Gleichgewicht der Mikroorganismen dieser verschiedenen Bereiche aufrechtzuerhalten. Ebenso unterstützt er dein Immunsystem1 , hilft bei der Verdauung und fördert die Aufnahme von Vitaminen und Mineralien aus der Nahrung.

Wenn dein Körper jedoch an einer Candida-Überwucherung leidet (Candidiasis), kann dies die verschiedenen Ökosysteme in deinem Körper aus dem Gleichgewicht bringen. 

Wie kommt es zu einer Hefepilzinfektion?

Im Idealfall existieren die Bakterien und Hefepilze, die dein Darm-Mikrobiom ausmachen, in einem Gleichgewicht. Dabei halten die „guten” Bakterien in deinem Körper die Candida-Werte unter Kontrolle. Wenn sie jedoch ihrer Aufgabe nicht nachkommen oder das Immunsystem geschwächt ist, kann es zu einer Überproduktion der Hefepilze kommen. 

In diesem Fall bricht Candida die Darmwand auf und dringt in den Blutkreislauf ein. Dadurch werden toxische Nebenprodukte im Körper freigesetzt. 

Im Folgenden findest du einige Faktoren, die zu einer Hefepilzinfektion beitragen:

  • die Einnahme von Antibiotika
  • eine Ernährung, die viel Zucker und raffinierte Kohlenhydrate enthält
  • hoher Alkoholkonsum
  • geschwächtes Immunsystem
  • die Einnahme von oralen Verhütungsmitteln
  • Diabetes
  • hohes Stresslevel

Welche Symptome treten bei Darmpilzen auf?

Darmpilzen erkennst du insbesondere an folgende Anzeichen:

  1. Magen-Darm-Beschwerden und Verdauungsprobleme
  2. Psychische Beschwerden & kognitive Beeinträchtigung
  3. Vaginale Hefepilz-Infektionen
  4. Dermatologische Anzeichen
  5. Chronische Müdigkeit
  6. Autoimmunkrankheiten

Symptom 1: Magen-Darm-Beschwerden und Verdauungsprobleme

Magen-Darm-Beschwerden sind die häufigsten Anzeichen von Darmpilzen. Hierunter fallen zum Beispiel anhaltende Blähungen und Bauchkrämpfe. Verstopfung und Durchfall sind ebenfalls keine ungewöhnlichen Symptome.

Darüber hinaus verspüren Betroffene oftmals ein starkes Verlangen nach zucker- und kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln. Ist dein Darm hingegen gesund, macht er sich nicht bemerkbar.

Symptom 2: Psychische Beschwerden & kognitive Beeinträchtigung

Gelangt Candida vom Darm ins Blut, kann er sogar bis in das Gehirn transportiert werden. Viele Betroffene berichten deshalb, dass sie unter psychischen Beschwerden leiden2 .

Zu diesen gehören Depressionen und Angstzustände, einschließlich Panikattacken. Ungewöhnliche Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit sind weitere mögliche Indikatoren für Darmpilze.

Auch deine kognitive Leistung kann bei einer Darmpilzinfektion beeinträchtigt werden. Das zeigt sich zum Beispiel an einer geschwächten Konzentration und einem getrübten Erinnerungsvermögen.

Symptom 3: Vaginale Hefepilz-Infektionen

Betroffene, die unter einer Darmpilzinfektion leiden, haben auch ein hohes Risiko, eine vaginale Hefepilz-Infektion zu entwickeln. Diese macht sich im Allgemeinen durch Schmerzen beim Wasserlassen und Geschlechtsverkehr bemerkbar.

Symptom 4: Dermatologische Anzeichen

Die Haut ist das größte Organ des Körpers und dient oft als Barometer für den Gesundheitszustand einer Person. Bei einigen Patienten mit Candida-Infektionen kommt es zu dermatologischen Anzeichen. Dazu gehören Psoriasis, Ekzeme, Nesselsucht und Ausschläge3 .

Symptom 5: Chronische Müdigkeit

Wenn du trotz ausreichend Schlaf ständig erschöpft und müde bist, kann es sein, dass du an einem chronischen Müdigkeitssyndrom leidest. Dies ist eines der Hauptsymptome einer Candida-Überwucherung. 

Symptom 6: Autoimmunkrankheiten

Autoimmunkrankheiten4 werden mit einem Ungleichgewicht von Hefepilzen im Körper in Verbindung gebracht. Dazu können Colitis ulcerosa (UC), Lupus, Psoriasis und Multiple Sklerose (MS) gehören.

Wie gefährlich sind Darmpilze?

Candida ist in der Lage, seine Form zu verändern, um sich vor schwierigen Umgebungen zu schützen. Er reagiert auf eine Veränderung der Temperatur und des Säuregehalts, indem er sich von einer runden Hefezelle in eine langgestreckte Hyphenzelle verwandelt. Diese Zellen können die Darmschleimhaut durchdringen, was einen undichten Darm verursachen kann.

Einmal in der Blutbahn kann Candida in andere Gewebe eindringen. Das bedeutet, dass eine Candida-Überwucherung schnell von einem Darmproblem zu einem Ganzkörperproblem werden kann. Candida kann die Haut, den Mund, die Ohren, die Schilddrüse, die Fortpflanzungsorgane oder andere Bereiche besiedeln. Aus diesem Grund können die Symptome einer Candida-Überbesiedelung in vielen verschiedenen Formen fast überall im Körper auftreten.

Lebensgefährlich kann der Darmpilz für Immungeschwächte, Diabetiker und chronisch Kranke (z.B. Krebskranke und Rheumatiker) werden. Ebenso sollten Menschen vorsichtig sein, die eine Antibiotika- oder Kortisontherapie erhalten. Besonders bei einer Antibiotikabehandlung können auch die nützlichen Bakterien im Darm abgetötet werden.

Was ist die Candida-Diät?

Die Candida-Diät hilft dabei, die Darmgesundheit zu verbessern, Entzündungen zu reduzieren und die Immunität gegen Candida-Infektionen zu stärken. Bei dieser Ernährung vermeidest du zugesetzten Zucker und entzündungsfördernde Lebensmittel und nimmst unter anderem fermentierte Nahrung zu dir. 

Da sich Candida von Zucker ernährt, hungerst du diese Pilze buchstäblich aus und hältst sie davon ab, sich zu verbreiten. Fermentierte Lebensmittel sind hingegen reich an Probiotika, die deiner Darmflora zugutekommen. Probiotika gelten als die guten Bakterien, die bei gesundheitlichen Beschwerden helfen, insbesondere bei Darmpilzen. Als Ergebnis verbessert sich die Gesundheit deines Darmmikrobioms und deines Verdauungssystems.

Eine Candida-Überwucherung ist oft mit chronischen Verdauungsproblemen und Darmentzündungen verbunden. Indem du entzündungsfördernde Lebensmittel wie Gluten und verarbeitete Lebensmittel meidest, kannst du deine Darmgesundheit stärken und deine Genesung beschleunigen.

Was darf auf den Teller: 

  • Nicht-stärkehaltiges Gemüse: Spargel, Rosenkohl, Kohl, Brokkoli, Grünkohl, Sellerie, Gurken, Auberginen, Zwiebeln, Spinat, Zucchini, Tomaten
  • Glutenfreie Getreidesorten: Hirse, Quinoa und Buchweizen
  • Hochwertiges Eiweiß: Huhn, Eier, Lachs, Pute und Sardinen 
  • Fermentierte Milchprodukte: Kombucha, Kefir und Joghurt
  • Fermentierte Lebensmittel: Sauerkraut und Kimchi
  • Gesunde Fette: Avocado, Oliven, unraffiniertes Kokosöl, Olivenöl extra vergine und Sesamöl
  • Nicht-koffeinhaltige Getränke: Kräutertees, entkoffeinierter Kaffee und mit Zitrone oder Limette aufgegossenes Wasser
  • Kräuter und Gewürze: schwarzer Pfeffer, Salz, Zimt, Dill, Knoblauch, Ingwer, Oregano, Rosmarin, Paprika, Kurkuma und Thymian
  • Ballaststoffe: Flohsamenschalen, Apfelessig
  • Zuckerarme Früchte: Zitrone 

Diese Lebensmittel solltest du vermeiden: 

  • Zuckerreiche Früchte: Bananen, Datteln, Rosinen, Weintrauben und Mango
  • Raffinierte Öle und Fette: Rapsöl, Sojaöl, Sonnenblumenöl oder Margarine
  • Gewürze: Ketchup, Sojasauce oder Mayonnaise
  • Nicht-fermentierte Milchprodukte: Käse und Milch
  • Zucker und künstliche Süßstoffe: Aspartam, Agave, Rohrzucker, Maissirup, Honig, Ahornsirup, Melasse und Haushaltszucker
  • Körner, die Gluten enthalten: Weizen, Roggen und Gerste
  • Koffein, Alkohol und zuckerhaltige Getränke: Koffeinhaltige Tees, Kaffee, Energydrinks, Limonade, Fruchtsaft, Bier und Wein

Was hilft bei Hefepilzen im Darm?

Die folgenden Tipps können bei Hefepilzen im Darm helfen.

Achte auf deine Ernährung

Der Verzehr von raffinierten, zuckerhaltigen Lebensmitteln erlaubt Candida zu wachsen. Studien5 zeigen, dass Candida-Zellen gedeihen, wenn Glukose hinzugefügt wird. Der erste Schritt ist es, diese Lebensmittel zu reduzieren oder ganz zu eliminieren. 

Schlaf, Bewegung und Stressabbau

Unzureichende Ruhephasen, wenig Bewegung und ständiger Druck können dein Darm-Mikrobiom beeinträchtigen. Dabei handelt es sich um das Gleichgewicht der Mikroorganismen, die in deinem Verdauungstrakt leben. Um dein Candida-Level auszugleichen, solltest du deshalb einen erholsamen Schlaf, Sport und Stressabbau zu deinen Prioritäten machen. 

Darmsanierung

Die in unserer Darmkur enthaltenen Nahrungsergänzungsmittel wie probiotische Milchsäurebakterien können als lokaler Darm-Soforthelfer eingesetzt werden, um das Gleichgewicht der Hefe wiederherzustellen und deine Darmflora zu unterstützen.

Suche einen Arzt auf

Wenn du eines der folgenden Symptome bemerkst, ist es ratsam, den Weg zum Doktor zu wählen:

  • eine anhaltende oder wiederkehrende Candida-Infektion
  • ein Hautausschlag, der mit einer topischen antimykotischen Behandlung nicht verschwindet
  • mehr als zwei Episoden von vaginaler oder peniler Candidiasis innerhalb von 6 Monaten
  • Symptome einer Candida-Infektion im Blut während oder nach einer anderen Art von Candida-Infektion

Außerdem sollte jeder mit einem geschwächten Immunsystem, der diese Art von Infektion entwickelt, einen Arzt aufsuchen.

Ärzte empfehlen in der Regel rezeptfreie oder verschreibungspflichtige Antimykotika6 zur Behandlung der Infektion. Diese Medikamente wirken, indem sie entweder den Pilz abtöten oder ihn am Wachstum hindern. Die beste Art der antimykotischen Medikamente hängt von der Lokalisation der Infektion ab. 

Der Arzt kann auch empfehlen, alle Medikamente abzusetzen, die eine Überwucherung von Candida verursachen können. Dies könnte zum Beispiel das Absetzen von Antibiotika oder Kortikosteroiden bedeuten.

Fazit

Darmpilze an sich sind nicht schädlich. Normalerweise arbeiten Bakterien und das Immunsystem zusammen, um die Hefepilze unter Kontrolle zu halten. Bestimmte Faktoren können jedoch dazu führen, dass sich der Pilz unkontrolliert vermehrt, was zu einer Hefepilz-Infektion führt.

Zu den Faktoren, die das Risiko einer Candidose erhöhen können, gehören der übermäßige Gebrauch von Antibiotika und bestimmte gesundheitliche Probleme und Behandlungen, die das Immunsystem schwächen.

Die Symptome der Candidiasis hängen von der Lokalisation der Infektion ab. Je nach Schwere der Infektion lässt sie sich zu Hause behandeln. Wenn die Candida-Infektion jedoch hartnäckig ist und immer wieder auftritt, solltest du einen Arzt aufsuchen.

Ein weiterer Faktor ist deine Ernährung. Daher sollte deine Behandlung damit beginnen, die Lebensmittel, die du täglich zu dir nimmst, zu überprüfen. Reduziere zuckerhaltige, raffinierte Lebensmittel. Versuche zudem mehr Schlaf zu bekommen und dich mehr zu bewegen, was letztlich auch dein Stresslevel senkt. All dies sind wichtige Faktoren für eine ausgewogene Darmflora.

Zusätzlich kannst du zu Nahrungsergänzungsmitteln und Probiotika greifen, die einer Hefepilz-Überwucherung ebenso entgegenwirken können. Unsere VitaMoment-Darmkur unterstützt dich dabei, eine gesunde Darmflora aufzubauen und die Hefepilze wieder auf ein gesundes Niveau zu bringen.

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