Vitalität

Welche Vitamine entzieht Rauchen dem Körper?

Geschrieben von VitaMoment Team
Aktualisiert am

Laut der Stiftung für Gesundheitswissen sind rund ein Viertel der Deutschen Raucher. Knapp die Hälfte aller Erwachsenen habe außerdem schon mindestens 100 Zigaretten in ihrem Leben geraucht, ergab eine weitere Studie1 . Die gesundheitlichen Folgen der Glimmstängel sind dabei weitgehend bekannt.

Dennoch fällt vielen das Aufhören schwierig. Häufig findet der erste Kontakt mit Zigaretten im Alter von 15 bis 16 Jahren statt. In diesem Alter steht die eigene Gesundheit meist nicht so sehr im Vordergrund. Viele Jugendliche wollen dazugehören, Eltern provozieren oder einfach mal etwas Neues ausprobieren – und handeln sich damit eine lebenslange Nikotinsucht ein. Einige Raucher haben auch Angst aufzuhören, weil sie eine Gewichtszunahme befürchten.

Doch was genau macht das Rauchen überhaupt mit dem Körper? Zu welchen Mangelerscheinungen kann es kommen, und kann eine Gewichtszunahme danach auch verhindert werden?

Inhaltsverzeichnis

Welche Folgen hat das Rauchen für den Körper?

Rauchen ist ungesund – das weißt du, das wissen wir. Der Konsum von Tabakprodukten ist die größte gesundheitliche Bedrohung für Menschen in Industriegebieten. In Deutschland führt das Rauchen laut Bundesgesundheitsministerium jährlich bei über 120.000 Menschen zum Tod2 . Ein Drittel aller Krebserkrankungen wird durch Tabakkonsum verursacht. Besonders häufig betroffen ist dabei die Lunge. Aber auch Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Gebärmutterkrebs können auftauchen. Auch tödliche Herzinfarkte und Schlaganfälle werden durch regelmäßigen Tabakkonsum begünstigt. Besonders betroffen sind Langzeitraucher über 35 Jahre. Über ein Drittel der Raucher, die im Alter von 35 Jahren nicht mit dem Rauchen aufhören, sterben an den Folgeschäden.

Der Rauch einer Zigarette kann bis zu 250 giftige Stoffe enthalten. Bis zu 90 davon sind krebserregend3 . Zu den besonders krebserregenden Stoffen gehören unter anderem Kohlenmonoxid, Cadmium, Nickel und Arsen. Auch Teer wird über den Zigarettenrauch in den Körper aufgenommen und verklebt dort die Lungenhärchen. Beim Abbrennen der Zigarette kommt es außerdem zu Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Substanzen, was weitere Gefahren mit sich bringt.

Wie gefährlich ist Passivrauchen?

Beim Rauchen einer Zigarette entstehen zwei Arten von Rauch:

  • Hauptstromrauch: Wird durch den Filter vom Konsumenten inhaliert
  • Nebenstromrauch: Entsteht an der Brandstelle und wird in der Regel nicht bewusst inhaliert

Das unabsichtliche Einatmen von Zigarettenrauch wird als Passivrauchen bezeichnet. Der Betroffene zieht dabei nicht selbst an der Zigarette, sondern hält sich lediglich in der Nähe eines Rauchers auf und atmet dadurch automatisch dessen Zigarettenrauch mit ein.

Entgegen der Annahme, Rauchen füge doch sicher in erster Linie dem Raucher Schaden zu, stellt auch das Passivrauchen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Tatsächlich treten viele Giftstoffe im Nebenstromrauch sogar stärker konzentriert auf als im Hauptstromrauch. Die Kohlenmonoxid-Konzentration zum Beispiel ist doppelt so hoch3 . Passivraucher nehmen sowohl den Nebenstromrauch, als auch den vom Raucher wieder ausgeatmeten Hauptstromrauch in die Lunge auf. Dies kann zu Asthma, Kopfschmerzen sowie zahlreichen anderen Folgeschäden wie Krebs oder Herzinfarkten führen.

Spätestens in Nachtclubs, auf Privatpartys oder auch an Bushaltestellen bist du vom Passivrauchen betroffen. Auch Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte von Rauchern sind dem Zigarettenrauch ausgesetzt. Besonders betroffen sind jedoch Familien, Kinder und Haustiere. Wer sich den eigenen Haushalt mit Rauchern teilt, hat kaum Möglichkeiten, den giftigen Wolken auszuweichen. Babys und kleine Kinder sind außerdem zusätzlich gefährdet, da sie die Giftstoffe noch nicht so gut abbauen können wie Erwachsene. Als Raucher solltest du also unbedingt darauf achten, den Zigarettenrauch von deinen Liebsten fernzuhalten.

Vitaminmangel durch das Rauchen

Auch der Vitaminhaushalt kann bei regelmäßigem Tabakkonsum in Mitleidenschaft gezogen werden. Besonders der Vitamin-C-Verbrauch wird durch das Rauchen drastisch erhöht. Bis zu 30 Milligramm Vitamin C können beim Genuss von nur einer Zigarette verbraucht werden. Auch Vitamin D sowie zahlreiche wichtige B-Vitamine werden durch Tabakkonsum schneller abgebaut und können Mangelzustände zur Folge haben4 . Durch jeden Zug an der Zigarette werden außerdem große Mengen an freien Radikalen aufgenommen, wodurch der Bedarf an Antioxidantien steigt.

Als Raucher und Passivraucher solltest du also darauf achten, dass du deinem Körper genügend Vitamine und Antioxidantien wieder zuführst. Da dein Körper durch das Rauchen einen erhöhten Bedarf hat, ist es zu empfehlen, diese zusätzlich einzunehmen.

Nährstoffempfehlungen für Raucher und Passivraucher

Grundsätzlich ist zu beachten, dass keine Menge an Vitaminen die gesundheitlichen Auswirkungen des Rauchens rückgängig machen oder weniger schlimm ausfallen lassen können. Vitaminpräparate und andere Nahrungsergänzungsmittel wirken in keinem Fall gegen Krebs oder andere durch Tabakkonsum verursachte Gesundheitsschäden. Auch der Vitaminhaushalt kann aus dem Gleichgewicht geraten. Das solltest du nicht unterschätzen. In jedem Fall sollte das Ziel darin bestehen, mit dem Rauchen aufzuhören und nicht, die Mängel mit äußeren Mitteln auszugleichen und sich damit in Sicherheit zu wiegen.

Nichtsdestotrotz ist es für Raucher empfehlenswert, Vitamine und Antioxidantien wieder aufzufüllen, um deinen Körper so gut wie möglich mit Nährstoffen zu versorgen. So kannst du für dich selbst sorgen und deinem Körper etwas Gutes tun, auch wenn du (noch) nicht mit dem Rauchen aufhören kannst. Folgende Supplemente könnten für dich empfehlenswert sein:

  • Vitamin C: Raucher verbrauchen aufgrund von oxidativem Stress viel sehr Vitamin C
  • Vitamin D: Durch das Rauchen steht dem Körper weniger Vitamin D zur Verfügung
  • B-Vitamine: Raucher leiden häufig unter einem Mangel an B-Vitaminen, da der Abbau durch das Rauchen beschleunigt wird
  • Omega 3: Ein bis zwei Gramm der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA am Tag reduzieren das Entzündungsrisiko
  • OPC: Traubenkernextrakt ist einer der wirkungsvollsten Antioxidantien, welche die oxidativen Zellschäden von freien Radikalen im Zigarettenrauch begrenzen können

Wieso nehmen viele Raucher nach dem Aufhören zu?

Der Weg hin zu einem Leben ohne Rauchen ist oftmals mit vielen Schwierigkeiten verbunden. An erster Stelle steht hier meist die körperliche Sucht nach dem im Tabak enthaltenen Nikotin. Auch das soziale Umfeld, persönliche Gewohnheiten oder emotionale Belastungssituationen können das Aufhören erschweren. Eine weitere große Hürde beim Rauchstopp ist für viele außerdem die Angst vor der Gewichtszunahme.

Diese ist auch nicht ganz unberechtigt, denn Rauchen erhöht den Grundumsatz des Körpers. Durch die Anstrengung beim Verarbeiten der zahlreichen Giftstoffe verbrennt der Körper eines Rauchers mehr Kalorien als der eines Nichtrauchers. Wenn dieser ungesunde Stoffwechsel-Antrieb plötzlich fehlt, kann es zur Gewichtszunahme kommen. Auch entsteht durch das Weglassen des Glimmstängels bei vielen Menschen eine Leere. Rauchen ist schließlich auch eine Beschäftigung und die durch das Aufhören frei gewordene Zeit muss mit irgendetwas gefüllt werden. Statt zur Zigarette greift so manch einer nun vielleicht öfter zur Chipstüte oder zum Schokoriegel.

Um einer zu großen Gewichtszunahme entgegenzuwirken, sollten frischgebackene Ex-Raucher also darauf achten, sich ausreichend zu bewegen. Auch eine ausgewogene Ernährung mit Blick auf die Kalorienzufuhr ist empfehlenswert. Der Schokoriegel zwischendurch sollte weiterhin die Ausnahme bleiben und sich nicht zu einem neuen Laster entwickeln, das irgendwann nur schwer wieder ablegbar ist.

Das Wichtigste im Auge behalten

Fakt ist, regelmäßiges Rauchen fügt sowohl dir als auch deinen Mitmenschen erheblichen Schaden zu. Die chemischen Substanzen in deinen Zigaretten können schlimme Folgeschäden in fast jedem deiner Organe hinterlassen und der erhöhte Bedarf an Vitaminen und Antioxidantien kann ernstzunehmende Mangelerscheinungen hervorrufen. Auch wenn du diese mit Vitaminpräparaten und anderen Supplementen eindämmst, die restlichen Gesundheitsrisiken bleiben.

Eine mögliche Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp sollte unter diesen Umständen kein allzu beängstigendes Thema mehr sein. Im Durchschnitt nehmen Ex-Raucher nach dem Aufhören nur zwei bis drei Kilogramm zu und selbst das muss bei dir nicht passieren. Denn du selbst kannst Einfluss darauf nehmen. Und sollte sich am Ende doch das ein oder andere zusätzliche Kilo auf deine Hüften geschlichen haben, so ist auch das nicht so schlimm. Das wirst du auch schon wieder los.

1
Stiftung Gesundheitswissen: Rauchen in Deutschland - Zahlen und Fakten
2
Bundesministerium für Gesundheit: Glossar - Rauchen
3
rauchfrei: Inhaltsstoffe im Tabakrauch
4
DocMedicus: Tabak
Weitere Artikel