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Darstellung der Gelenke im Fuß
15 Min

Richtige Ernährung bei Gicht: Welche Lebensmittel dir guttun – und welche nicht

Darum kannst du uns vertrauen

Es ist drei Uhr nachts – und du liegst wach. Plötzliche Gelenkschmerzen im großen Zeh bringen dich um den Schlaf. Bereits der leichte Druck der Bettdecke ist für dich unerträglich. Du machst das Licht an und siehst, dass das Gelenk gerötet und leicht geschwollen ist.

Du kannst dich nicht erinnern, dass du dir den Zeh gestoßen hast. Doch warum schmerzt er dann so stark? Gelenkschmerzen im großen Zeh sind ein häufiges Anzeichen für einen Gichtanfall. Schreitet die Gicht voran, können sich auch andere Gelenke entzünden. Etwa in den Knien, den Ellbogen, der Hand oder den Fingern.

Bei Gicht handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung. Sie entsteht, weil sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt. Dadurch bilden sich schmerzhafte Harnsäurekristalle in den Gelenken. Bleibt Gicht unbehandelt, wird sie chronisch und schädigt die Gelenke nachhaltig. Du leidest dauerhaft unter Schmerzen und deine Bewegungsfähigkeit nimmt ab. Zudem steigt das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, Niereninsuffizienz und Bluthochdruck.

Die gute Nachricht: Eine purinarme Ernährung hilft dir dabei, die zu hohen Harnsäurewerte natürlich zu senken. Wir zeigen dir, wie die Anti-Gicht-Diät ganz konkret aussieht. Du erfährst, welche Lebensmittel du guten Gewissens essen kannst und welche Gichtanfälle fördern. Außerdem erklären wir dir, wie du bei Gicht von der Einnahme von hochdosiertem Vitamin C und Omega-3-Fettsäuren profitieren kannst.

1. Was ist Gicht?

Gicht zählt zu den Stoffwechselerkrankungen und ist auch bekannt unter Hyperurikämie. Sie ist geprägt durch eine zu hohe Harnsäurekonzentration im Blut. Dadurch bilden sich Harnsäurekristalle, die sich in Gelenken, Sehnen, Schleimbeuteln und Knorpeln ablagern. Sie führen zu Entzündungen und schließlich zu Schäden an den Gelenken. Ob Gicht der Grund für deine Beschwerden ist, können Ärztinnen und Ärzte mittels Blutuntersuchung herausfinden. Eine Hyperurikämie liegt dann vor, wenn der Harnsäurewert im Blut auf über 6,5 Milligramm pro Deziliter Blut ansteigt.

Die vier Gicht-Stadien

Ein Symptom ist besonders typisch für Gicht: starke Schmerzen in einzelnen Gelenken. Sie treten schubweise als Gichtanfälle auf. Bleibt Gicht unbehandelt, leiden Betroffene dauerhaft unter Schmerzen.

Doch es gibt noch weitere Symptome, die mit Gicht einhergehen. Sie unterscheiden sich je nach Stadium.

  • Stadium I: Dein Harnsäurespiegel ist leicht erhöht. Viele Betroffene wissen davon jahrelang nichts, da sie in diesem Stadium keine Beschwerden haben.
  • Stadium II: Es kommt zu Gichtanfällen, die mit starken Gelenkschmerzen einhergehen. Der große Zeh ist meistens als erstes betroffen. Manchmal sind deine Gelenke auch gerötet, geschwollen und warm. Das weist auf eine Entzündung hin. Bereits das Berühren des Gelenks ist sehr schmerzhaft. Auch Fieber, Übelkeit, Herzrasen, Kopfschmerzen und Schwäche können auftreten. Ein Anfall kann zwischen einigen Stunden und mehreren Tagen andauern. Dann klingen die Schmerzen wieder ab.
  • Stadium III: Ärztinnen und Ärzte bezeichnen dieses Stadium als interkritische Phase zwischen zwei Gichtanfällen. Du hast während dieser Zeit in der Regel keine Beschwerden, dein Harnsäurespiegel ist aber weiter erhöht.
  • Stadium IV: Du leidest unter einer chronischen Gicht. Du hast dauerhaft Schmerzen in den Gelenken, bist weniger beweglich, kannst schlechter gehen und greifen. Die Harnsäurekristalle können sich auch in anderen Organen und Geweben ansammeln, etwa den Ohrknorpeln und der Niere.

Vorsicht vor Folgeerkrankungen

Eine unbehandelte Gicht wirkt sich nicht nur auf die Gelenkgesundheit und deine Beweglichkeit aus. Sie erhöht auch das Risiko für die Entstehung weiterer Erkrankungen, wie Studien zeigen. Dazu zählen unter anderem Bluthochdruck, chronische Niereninsuffizienz, Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2 und Schlaganfall.

Ungesunder Lebensstil als Risikofaktor

Der zu hohe Harnsäurespiegel ist bei Gicht entweder darauf zurückzuführen, dass du zu viel Harnsäure produzierst, oder dass deine Nieren nicht genügend Harnsäure über den Urin ausscheiden. Der deutlich häufigere Grund ist jedoch eine übermäßige Harnsäureproduktion. Sie ist in 40 bis 70 Prozent der Fälle genetisch bedingt. Zudem spielt der Lebensstil eine entscheidende Rolle.

Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren zählen:

  • Übergewicht
  • Hoher Konsum an Lebensmitteln, die reich an Purinen (mehr dazu in Kapitel 2) sind
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Viele fruktosehaltige Lebensmittel, vor allem Softdrinks und Säfte
  • Bewegungsmangel
  • Strenge Diäten

Häufige Auslöser von Gichtanfällen

Kommt es zu einem Gichtanfall, steigt der Harnsäurespiegel deutlich an. Häufig gibt es einen Zusammenhang zwischen einem Schub und dem Konsum von viel Alkohol oder Fleisch. Aber auch Stress, starke körperliche oder psychische Belastungen sowie Infektionen können Gichtanfälle auslösen.

So wird Gicht behandelt

Das primäre Ziel der Gichtbehandlung ist, die Harnsäurekonzentration im Blut zu senken. Eine wichtige Rolle dabei spielt dein Lebensstil. Mit einer angepassten Ernährung und ggf. Gewichtsverlust – wenn du unter Übergewicht leidest –, kannst du deinen Harnsäurespiegel um bis zu 18 Prozent senken. Eine purinarme Ernährung steht dabei im Fokus. Wir geben dir im nächsten Abschnitt konkrete Ernährungsempfehlungen. Eine Ernährungsberaterin oder ein Ernährungsberater kann dich zusätzlich bei der Umstellung unterstützen. Eine Überweisung bekommst du von deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Besonders im fortgeschrittenen Gicht-Stadium kann es notwendig sein, zusätzlich Medikamente einzunehmen. Es gibt zwei Arten von Medikamenten, die bei Gicht zum Einsatz kommen. Die einen fördern die Harnsäureausscheidung, die anderen hemmen die Harnsäureproduktion. Bei einem akuten Gichtanfall können zudem entzündungshemmende Schmerzmittel helfen.

2. Ernährungstipps: So gelingt eine purinarme Ernährung

Im Zusammenhang mit Gicht spielen sogenannte Purine eine wichtige Rolle. Zum einen sind sie ein Bestandteil von Körperzellen. Sterben die Zellen ab, gelangen die Purine in das Blut. Dein Körper baut sie ab und wandelt sie in Harnsäure um. Zum anderen nimmst du Purine über die Nahrungsmittel auf.

Bei gesunden Menschen herrscht ein Gleichgewicht zwischen dem Harnsäureaufbau und der Harnsäureausscheidung. Wenn du unter Gicht leidest, ist das Gleichgewicht gestört. Purinhaltige Lebensmittel lassen dann den Harnsäurespiegel deutlich ansteigen. Um dem entgegenzuwirken, ist es wichtig, dass du dich so purinarm wie möglich ernährst. Wir zeigen dir, welche Lebensmittel dafür geeignet sind.

Brot und Sättigungsbeilagen

Alle Sorten an Brot, Nudeln, Reis und Co. enthalten generell wenig Purine. Dennoch solltest du Vollkornvarianten bevorzugen. Im Gegensatz zu Weißmehlprodukten enthalten sie mehr Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Auch Pellkartoffeln oder selbst zubereiteter fettarmer Kartoffelstampf sind eine gute Sättigungsbeilage bei Gicht.

Gemüse und Hülsenfrüchte

Baue täglich mehrere Portionen Gemüse in deine Mahlzeiten ein. Fenchel, Möhren, Rote Bete, Zucchini, Paprika, Tomaten und alle Salate sind besonders purinarm. Spinat, Spargel, Kohl, Champignons und Schwarzwurzeln enthalten hingegen recht viele Purine, ebenso wie Hülsenfrüchte. In Maßen sind jedoch auch diese Gemüsesorten und Hülsenfrüchte erlaubt. Eine Studie aus Großbritannien deutet darauf hin, dass der Puringehalt pflanzlicher Lebensmittel keinen negativen Einfluss auf Gicht hat.

Obst

Obst ist sehr purinarm. Du kannst täglich ein bis zwei Portionen essen. Wenn du unter Übergewicht leidest, bevorzuge zuckerarme Obstsorten wie Beeren, Äpfel, Aprikosen und Zitrusfrüchte. Sehr viel Fruchtzucker ist in Bananen, Birnen, Honigmelonen, Kirschen, Mangos und Weintrauben enthalten.

Milchprodukte und Eier

Ergänze deinen Speiseplan täglich um fettarme Milchprodukte. Wähle Milch und Joghurt bis 3,5 Prozent Fett, Buttermilch, Speisequark bis 20 Prozent Fett und Käse bis 45 Prozent Fett. Dazu zählen Weichkäse, Schnittkäse und Feta. Hintergrund: Eine hohe Fettzufuhr fördert die Entstehung von Ketonkörpern. Sie hemmen die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren.

Zusätzlich kannst du zwei bis drei Eier pro Woche essen. Bevorzuge eine fettarme Zubereitungsart.

Fisch und Fleisch

Iss generell nur wenig Fleisch und Fisch – jeweils maximal 125 Gramm pro Woche. Bevorzuge Fischarten, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, wie Wildlachs, Hering und Makrele. Sie enthalten zwar mehr Purine als fettarme Sorten. Durch den geringen Konsum hält sich die Aufnahme aber in Grenzen und die Versorgung mit guten Fetten überwiegt. Wähle zudem purinärmere Fleischsorten wie Pute und Hühnerfleisch – auch als Wurst.

Gesunde Fette

Bei Gicht ist es wichtig, dass du möglichst fettarm isst – vor allem dann, wenn du Übergewicht hast. Aus einer großen Studie geht hervor, dass Normalgewicht die Anzahl an Gichtanfällen verringern kann.

Doch nicht nur die Menge an Fett, sondern auch die Art spielt eine Rolle. Bevorzuge pflanzliche Fette, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Etwa Leinöl, Rapsöl und Walnussöl. Auch Olivenöl ist geeignet. Zudem stecken in Nüssen und Samen viele wertvolle, mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Eine kleine Handvoll pro Tag ist vollkommen okay.

Getränke

Trinke mindestens zwei bis drei Liter Wasser und/oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees pro Tag. Dadurch verdünnst du dein Blut, wodurch du die Harnsäure besser ausscheidest.

3. Vitamin C und Omega-3-Fettsäuren gezielt ergänzen

Vitamin C und Omega-3-Fettsäuren in Form von Nahrungsergänzungsmitteln können nachweislich den Verlauf von Gicht positiv beeinflussen.

Vitamin C kann sich auf den Purinstoffwechsel auswirken

Es gibt eine Reihe von Studien , die belegen, dass sich ein höherer Vitamin-C-Spiegel im Blut positiv auf Gicht auswirken kann. Vitamin C kann demnach den Purinstoffwechsel beeinflussen und den Harnsäurespiegel senken. Das Vitamin kann zudem das Risiko für die Entstehung von Gicht senken, wie eine Studie aus Kanada zeigt. Die Studie ging über 20 Jahre. Das Team fand heraus, dass die Männer mit der höchsten Vitamin-C-Zufuhr am seltensten an Gicht erkrankten.

Besonders viel Vitamin C steckt in Beeren, Zitrusfrüchten und Kohlsorten. Da Vitamin C hitzeempfindlich ist, iss Obst und Gemüse roh oder nur kurz gedünstet. Um deinen Vitamin-C-Bedarf bei Gicht zu decken, empfehlen wir dir zusätzlich unser Vitamin C. Es ist hoch dosiert und besonders gut verträglich. Zudem ist es an ein natürliches Hagebuttenextrakt gebunden, wodurch dein Körper das Vitamin C sehr gut aufnimmt.

Omega-3-Fettsäuren wirken antientzündlich

Gicht geht mit entzündeten Gelenken einher. Hier setzt die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren an. Diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren wirken antientzündlich und können nachweislich Gichtanfälle reduzieren.

Neben Lein-, Raps- und Walnussöl ist vor allem fettreicher Fisch eine ideale Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Doch Vorsicht: Fisch darfst du bei Gicht zwar grundsätzlich essen, allerdings nur in kleinen Mengen. Dadurch kann es sein, dass du nicht genug der wertvollen Omega-3-Fettsäuren zu dir nimmst.

Unsere hochdosierten Omega-3-Kapseln können eine gute Ergänzung sein. Sie enthalten zertifiziertes Fischöl, das ein optimales Verhältnis zwischen Fettsäuren EPA und DHA aufweist.

4. Von diesen Lebensmitteln solltest du die Finger lassen

Es gibt eine Reihe an Lebensmitteln, die Gicht verschlimmern können. Wir zeigen dir, welche das sind. Vermeide sie ganz oder iss nur kleine Mengen davon.

Alkohol

Laut einer Studie erhöht Alkohol das Risiko für einen Gichtanfall um das zwei- bis dreifache. Der Grund: Er reduziert die Ausscheidung von Harnsäure über die Niere. Bei Bier kommt hinzu, dass es recht viele Purine enthält.

Innereien

Leber und Co. gehören zu den purinhaltigsten Lebensmitteln. Streiche sie komplett aus deinem Speiseplan.

Fettreiches und verarbeitetes Fleisch

Besonders Ente, Schweinebraten, Gans sowie Wurst und Aufschnitt enthalten viel Fett. Verzichte zudem auf Fleisch mit Haut, etwa Hähnchenschenkel. In der Haut stecken besonders viele Purine.

Softdrinks und Säfte

Wenn du regelmäßig Softdrinks trinkst, hast du Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge ein doppelt so hohes Risiko, an Gicht zu erkranken. Das liegt an dem industriell hergestelltem Fruchtzucker, der in vielen Softdrinks und teilweise auch Säften steckt. Er erhöht die körpereigene Purinsynthese. Zudem hemmt der Fruchtzucker die Harnsäureausscheidung.

Krustentiere und Muscheln

Auch sie zählen zu den Purinbomben. Miesmuscheln haben die höchsten Purinwerte, gefolgt von Garnelen und Krebsen.

Süße und herzhafte Fertigprodukte

Ob Kekse, Süßigkeiten, Eiscreme oder Pizza: viele Fertigprodukte sind mit Fruchtzucker gesüßt. Wie du bereits erfahren hast, wirkt sich ein hoher Konsum an Fruchtzucker negativ auf deine Harnsäurewerte aus.

Tierische Fette

Etwa Speck, Schweineschmalz und Butterschmalz. Sie fördern die Produktion von Harnsäure. Gleiches gilt für fettreiche Milchprodukte wie Schmand, Sahne und Käse mit mehr als 45 Prozent Fett.

Frittiertes und Paniertes

Pommes, Schnitzel und Co. enthalten viel Fett, das die Harnsäureausscheidung hemmt.

Fazit

Bei Gicht handelt es sich um eine Stoffwechselkrankheit, die mit zu hohen Harnsäurewerten im Blut einhergeht. Sammelt sich zu viel Harnsäure an, kommt es zu einem Gichtanfall. Dabei bilden sich Harnsäurekristalle in den Gelenken, die zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen. Bleibt Gicht unbehandelt, können die Gelenke dauerhaft Schaden nehmen. Zudem steigt das Risiko für eine Reihe an Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes mellitus Typ 2.

Die Ernährung spielt bei Gicht eine entscheidende Rolle – sowohl bei der Entstehung als auch bei der Behandlung. Übergewicht, ein hoher Konsum an purinreichen und fruchtzuckerhaltigen Lebensmitteln sowie viel Alkohol erhöhen das Gichtrisiko. Zudem können sie einen Gichtanfall auslösen.

Um die Harnsäurewerte im Blut dauerhaft zu senken, ist es wichtig, dass du dich purinarm ernährst. Wir haben dir in diesem Artikel gezeigt, welche Lebensmittel dir guttun und welche du lieber nicht oder nur in geringen Mengen essen solltest. Ergänzend dazu kannst du davon profitieren, wenn du Vitamin C und Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel zu dir nimmst. Vitamin C kann den Purinstoffwechsel positiv beeinflussen und Omega-3-Fettsäuren wirken nachweislich antientzündlich.

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