Cellulite: Warum Orangenhaut völlig harmlos ist

Cellulite: Warum Orangenhaut völlig harmlos ist

Du ärgerst dich immer wieder über die unansehnlichen Dellen auf deinen Oberschenkeln. Wie gerne würdest du im Sommer mal wieder ein kurzes Kleid oder Shorts tragen, aber dir ist dein Hautproblem zu unangenehm? 

Wegen seiner Ähnlichkeit mit der äußeren Schale einer Orange wird Cellulite auch Orangenhaut genannt.

Es handelt sich bei der Cellulite lediglich um eine kosmetische, äußere Veränderung der Haut, die vollkommen natürlich ist. Cellulite ist somit keine Krankheit, sondern ein überwiegend weibliches Phänomen. Auch wenn viele Frauen auf ganz natürliche Weise von Cellulite betroffen sind, wird diese häufig als störendes Problem angesehen. 

Wenn du weiterliest, erfährst du, wie Cellulite überhaupt entsteht und wie du deine Haut auf natürliche Weise wieder etwas straffen kannst.

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1. Was ist Cellulite?

Cellulite ist eine Bindegewebsschwäche in der tiefen Hautschicht, der Unterhaut. Es ist keine Krankheit, sondern lediglich eine kosmetische und auch natürliche Veränderung der Haut.

Die Fettpolster in der Unterhaut können sogar nützlich sein und dienen während der Schwangerschaft und Stillzeit als Reserve. So kommt es, dass Cellulite früher sogar zum Schönheitsideal gehörte. Erst seit die Kleidung immer freizügiger wird und sich die Ideale verändert haben, ist die Cellulite zum ästhetischen Störfaktor geworden.

Frauen leiden immer mehr unter dem Druck, Cellulite-frei sein zu müssen – dabei leiden vermutlich zwischen 85 und 98 %1 aller Frauen an Cellulite. Besondere Problemzonen sind Oberschenkel, Hüften, Po und teils auch der Bauch. 

Cellulite wird in unterschiedliche Schweregrade eingestuft:

  • Schweregrad 0: die Haut ist glatt und straff – es ist keine Cellulite zu sehen
  • Schweregrad 1: nur beim Zusammenkneifen der Haut ist Cellulite zu sehen – meist lediglich von den Frauen selbst wahrgenommen
  • Schweregrad 2: unregelmäßige, genoppte Haut ist deutlich zu sehen – für andere erkennbar
  • Schweregrad 3: sehr starke Cellulite – möglicherweise sogar druckempfindlich und schmerzhaft

2. Was passiert bei Cellulite?

Um Cellulite zu begreifen, musst du den Aufbau deiner Haut verstehen. Sie besteht aus drei Schichten:

  1. Oberhaut (Epidermis): eine dicke Hornschicht, die nach Außen abschirmt
  2. Lederhaut (Dermis): straffe Bindegewebsschicht mit Talgdrüsen
  3. Unterhaut (Subcutis): besteht aus Fettkammern, die von einem Gerüst aus losem Bindegewebe umgeben sind

Bei Cellulite ist das Bindegewebe, das die Fettzellkammern (= Fettreserven) zusammenhält, zu locker und kann daher das Fett nicht mehr in der Unterhaut halten. Dadurch drücken sich die Fettkammern aus der Unterhaut bis nach oben an die Epidermis durch und werden mit der Zeit sichtbar.

Dann ist das typisch genoppte Hautbild der Cellulite zu erkennen, das mit den Jahren immer intensiver wird. Zusätzlich können die Fettansammlungen in diesen Bereichen die Mikrozirkulation verschlechtern. Die Durchblutung und der Transport von Gewebswasser und Lymphen werden dadurch behindert.

3. Wer bekommt Cellulite?

Grundsätzlich kann jede Frau Cellulite bekommen und die Wahrscheinlichkeit dafür ist sogar ziemlich groß. 

Anscheinend spielt auch die genetische Veranlagung eine Rolle. Daneben gibt es diverse Faktoren, die Cellulite begünstigen können:

  • Übergewicht
  • zu wenig Bewegung
  • Rauchen
  • Alkohol
  • niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Generelle Bindegewebsschwäche
  • Hormonelle Veränderungen (Östrogen-Anstieg)

4. Warum sind Männer seltener betroffen als Frauen?

Männer sind generell nur sehr selten von Cellulite betroffen. Dabei spielen vor allem anatomische Ursachen2 eine wichtige Rolle:

Dicke der Haut

Bei Männern sind die oberen zwei Hautschichten dicker als bei Frauen, wodurch sich das Fett aus der Unterhaut nicht oder nur sehr schwierig nach oben schieben kann.

Aufbau des Bindegewebes

Die männlichen Bindegewebsstränge in der Unterhaut sind waagerecht und in kleinen Kammern angeordnet, während die Fettkammern bei Frauen senkrecht zur Oberhaut verlaufen. Dadurch können sich die Fettzellen bei Männern schwieriger nach oben durchdrücken.

Fettreserven

Männer haben von Natur aus weniger Unterhautfett als Frauen. Das zusätzliche Unterhautfett der Frauen dient evolutionär als Reserve für die Schwangerschaft und das Stillen der Neugeborenen.

Hormone

Das Hormon Östrogen scheint den Fettabbau bei Frauen zu verlangsamen, was erklärt, warum Cellulite ab der Pubertät und in Zeiten von hohen Östrogenspiegeln (Menstruation oder Schwangerschaft) vermehrt auftritt. Lediglich Männer mit unnormal hohem Östrogenspiegel leiden vereinzelt an Cellulite.

5. Was hilft gegen Cellulite?

Leider gibt es bis heute noch kein nachhaltig wirksames Mittel, mit dem eine Cellulite komplett verschwindet. Dennoch gibt es einige mögliche Cellulite-Behandlungen, mit denen du das Ausmaß deiner Cellulite etwas verringern kannst.

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Fettschicht unter der Haut verringern

Sport und eine gesunde Ernährung können dich dabei unterstützen, Körperfett abzubauen. Dadurch reduziert sich die Anzahl an Fettzellkammern, die durch die oberen Hautschichten drücken können.  

Hautschichten durch Sport stärken

Um die Durchblutung und den Lymphabfluss in den betroffenen Bereichen anzukurbeln, solltest du auf ein umfangreiches Sportprogramm setzen.

Wissenschaftler3 fanden heraus, dass eine höhere Muskelmasse zu weniger Cellulite führt, und zwar unabhängig vom Gesamtgewicht.

Gut geeignet, um deine Muskeln zu stärken, ist vor allem gezieltes Krafttraining, aber auch Ausdauersport. 

Viel Wasser trinken

Um deine Haut zu straffen, solltest du täglich mindestens 2 Liter Wasser trinken. Die Flüssigkeit wirkt sozusagen als Polster in deiner Haut und kann unerwünschte Dellen und auch Falten ausgleichen. Zudem braucht dein Körper Wasser, um all seine Funktionen richtig ausüben zu können.

Alkohol und Rauchen vermeiden

Sowohl Alkohol als auch Nikotin können einen negativen Einfluss auf deine Hautgesundheit haben. Besonders eine bestehende Cellulite könnte sich bei regelmäßigem Konsum verschlimmern.

Wechselduschen

Der Wechsel von warm und kalt kann deine Durchblutung anregen und deinen Stoffwechsel in Schwung bringen. Zudem hilft es, Abfallprodukte schneller aus deinem Körper zu transportieren.

Eine ausführliche Anleitung, wie Wechselduschen richtig geht und was du dabei beachten solltest, findest du hier.

Massagen

Auch Massagen können bei Cellulite hilfreich sein. Sie regen deine Durchblutung an und stimulieren dein Bindegewebe. Einige Massage-Studios bieten sogar spezielle Massagen gegen Cellulite an. Frag doch einfach mal nach.

6. Was hilft nicht gegen Cellulite?

Im Handel werden teilweise Produkte angeboten, die damit werben, deine Cellulite verschwinden zu lassen. Leider helfen diese “Zaubermittel” entweder gar nicht oder haben nur einen sehr kurzfristigen Effekt. Die Grundursachen einer Cellulite lassen sich damit nicht behandeln.

  • Cremes und andere Wundermittel: Sie können nicht bis in die Unterhaut vordringen und können daher nicht auf die Ursache einwirken.
  • Lymphdrainagen: Schaffen nur eine kurzfristige Abhilfe und müssen daher regelmäßig wiederholt werden.

Fazit

Dellen auf den Oberschenkeln oder am Po, wie sie eine Cellulite bewirkt, empfinden viele Frauen als störend.

Eine Behandlung, mit der deine Cellulite komplett verschwindet, gibt es leider nicht. Möchtest du deine Cellulite trotzdem etwas reduzieren, können eine Gewichtsreduktion, viel Sport und eine ausreichende Wasserzufuhr dabei hilfreich sein.

Du solltest dir jedoch immer wieder vor Augen führen, dass die Orangenhaut zum einen keine Krankheit ist und sich nicht negativ auf deine Gesundheit auswirkt. Zum anderen sind fast alle Frauen im Laufe ihres Lebens von Cellulite betroffen - das Phänomen ist also ganz normal und nichts Ungewöhnliches!

  • 1
    Cellulite: a review of its physiology and treatment
  • 2
    Insights Into the Pathophysiology of Cellulite: A Review
  • 3
    Je mehr Muskulatur, desto weniger Cellulite

Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich für den Informationsgebrauch und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und dürfen nicht als Aufforderung einer bestimmten (Nicht-) Behandlung einer Krankheit verstanden werden.

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