Immunsystem

Was sind freie Radikale?

Geschrieben von Christoph Reiter
Aktualisiert am

Stell dir ein Liebespaar vor. Zusammen sind sie meistens glücklicher als allein. Problematisch wird es allerdings, wenn einer der beiden Partner von einem Single ausgespannt wird. Zwar entsteht dann ein neues Paar, übrig bleibt jedoch ein unglücklicher Single, der sich nach einem neuen Partner sehnt.

Was auf zwischenmenschlicher Ebene glücklicherweise nicht die Regel ist, ist auf biochemischer Ebene in deinem Körper gang und gäbe. Sogenannte freie Radikale sind Moleküle, die nur ein partnerloses Elektron (Single) besitzen. Da sie erst mit zwei Elektronen (Paar) zu einer stabilen Verbindung werden, versuchen sie mit aller Kraft, dem Elektronenpaar eines anderen Moleküls ein Elektron zu stehlen.

Gelingt ihnen dieses eigensinnige Vorhaben, bleibt das Elektron eines anderen Moleküls wiederum ohne Bindungspartner und muss sich einen neuen suchen. Es beginnt eine Kettenreaktion, die Zellen schädigen kann, Alterungsprozesse fördert und diverse Krankheiten verursachen kann.

In diesem Beitrag erfährst du:

  • Wie du geschickt Einflüsse vermeidest, um weniger freie Radikale aufzunehmen.
  • Was du tun kannst, um nicht durch freie Radikale schneller zu altern und gar krank zu werden.
  • Mit welcher natürlichen Waffe du den freien Radikalen in deinem Körper effektiv gegenüber treten kannst.
  • Warum freie Radikale nicht nur schlecht sind und wann sie für dich arbeiten.

Inhaltsverzeichnis

Wie entstehen freie Radikale?

Die Bildung freier Radikale ist ein normaler Prozess, der permanent in deinem Körper stattfindet. Alle Systeme in deinem Körper arbeiten, indem sie Stoffwechselprozesse anstoßen und die erzeugte Energie verwerten. Während der Stoffwechselprozesse in deinem Organismus entstehen freie Radikale als Zwischenprodukt.

Neben der Entstehung bei den normalen Körperprozessen können auch verschiedene Umwelteinflüsse dafür sorgen, dass die Anzahl der freien Radikale in deinem Körper steigt:

  • Chemikalien: Hautkontakt oder auch das Einatmen der Dämpfe von Lösungsmitteln oder Reinigern belasten deinen Körper.
  • Strahlung: Nicht nur, wenn du dich Röntgenstrahlung aussetzen musst, hat das einen Einfluss auf die Produktion von freien Radikalen in deinem Körper. Auch UV-Strahlung und übermäßige Strahlung von elektronischen Geräten können die Produktion ankurbeln.
  • Luftverschmutzung: Wenn du in der Stadt lebst und einen Wanderurlaub machst, wirst du bemerken, dass die Luft viel klarer ist. Das ist nicht nur eine Einbildung, sondern die Menge der Schmutzpartikel in der Luft ist in der Natur tatsächlich geringer. Wenn du jedoch häufig verschmutzter Luft ausgesetzt bist, erhöht sich die Produktion von freien Radikalen in deinem Körper.

Neben Umwelteinflüssen hat auch dein Verhalten eine Auswirkung darauf, welche Mengen an freien Radikalen, zusätzlich zu den klassischen Stoffwechselprozessen, in deinem Körper gebildet werden. Dazu gehören:

  • Rauchen: Nicht nur das Nikotin, sondern auch andere Stoffe in Zigaretten wirken gesundheitsschädlich.
  • Alkohol: Ein schönes Glas Wein zu einem leckeren Essen oder ein kühles Bier sorgen zwar auch für eine erhöhte Anzahl an freien Radikalen in deinem System, problematisch wird es aber erst bei einem übermäßigen Alkoholkonsum. Dieser sorgt nicht nur für einen Kater, sondern beeinflusst auch die Nährstoffbilanz in deinem Körper negativ.
  • Stress: Auch du wirst im Alltag immer wieder mit stressigen Situationen konfrontiert und diese zu vermeiden ist oftmals kaum möglich. Wenn du unter dauerhafter Anspannung oder Stresssituationen leidest, kann das dazu führen, dass die Menge der freien Radikale in deinem Körper auf ein zu hohes Maß steigt.

Bei diesen Faktoren ist dir vermutlich bewusst, dass sie nicht den besten Einfluss auf deine körperliche Gesundheit und dein psychisches Wohlbefinden haben. Deshalb wird es dich überraschen, dass auch Sport für ein erhöhtes Niveau an freien Radikalen sorgt – insbesondere Leistungssport. Selbstverständlich sollst du nicht damit aufhören, es sollte dir aber bewusst sein, dass auch dieser Faktor das Niveau der freien Radikale in deinem Körper beeinflusst.

Warum bildet dein Körper freie Radikale?

Dringen Viren und Bakterien in den menschlichen Körper ein, reagiert er mit Entzündungen. Damit dich dieser Abwehrmechanismus vor Erkrankungen schützen kann, produziert dein Immunsystem freie Radikale. Diese Moleküle sind erforderlich, damit die notwendigen Entzündungsreaktionen in deinem Körper stattfinden. Somit muss er freie Radikale bilden, um verschiedene Zellstoffwechsel-Prozesse durchführen zu können.

Ein Beispiel: Wenn du atmest, wird der Sauerstoff von den Mitochondrien in deiner Lunge an die Blutkörperchen übergeben. Diese transportieren die Sauerstoffmoleküle zu den verschiedenen Zellen in deinem Körper, die den Sauerstoff zur Bildung von Energie benötigen.

Dabei entsteht in deinen Zellen eine sogenannte Homöostase. Das bedeutet, dass es einen Gleichstand zwischen der Bildung und dem Abbau von reaktivem Sauerstoff in deinen Zellen geben muss. Nur so können deine Zellen auf Dauer richtig funktionieren und dein Körper kann die Aufgaben erfüllen, die du ihm zuweist. Beim Abbau von Sauerstoff entstehen freie Radikale. Sie sind also ein Zeichen für einen funktionierenden Stoffwechsel.

Die Bildung von freien Radikalen ist ein Signal dafür, dass im Körper gerade ein Prozess stattfindet (zum Beispiel eine Entzündung, auf die reagiert werden muss). Das Immunsystem wird aktiviert. Auch wenn du neue Bewegungsabläufe erlernst, senden die freien Radikale ein Signal, das die Muskelerinnerung ankurbelt.

Indem dein Körper also freie Radikale bildet, sendet er wichtige Signale, damit andere Systeme reagieren können. Du kannst diese also als eine Art Boten verstehen. Hast du in deinem Körper allerdings einen Überfluss an freien Radikalen, kann das zu einem ernsthaften Problem werden.

Warum können freie Radikale gefährlich sein?

Grundsätzlich sind freie Radikale in deinem System kein Problem, sondern ein Anzeichen dafür, dass dein Zellstoffwechsel wie vorgesehen funktioniert.

Nehmen die freien Radikale in deinem Körper jedoch Überhand, richten die Moleküle Schäden an Blutgefäßen, Proteinen und Lipiden an. Außerdem können freie Radikale auch den Zellkern schädigen und langfristig negative Wirkungen auf das gesamte Zellsystem haben.

Bei einem Überschuss an freien Radikalen entsteht sogenannter oxidativer Stress. Das bedeutet, es herrscht ein Ungleichgewicht zwischen oxidativen und antioxidativen Prozessen. Wenn du sehr lange unter oxidativem Stress leidest, kann diese Veränderung sogar in deiner DNA nachgewiesen werden. Diese Veränderung kannst du dann, beispielsweise in Form einer Punktmutation, an deine Kinder vererben.

Bei einer Punktmutation werden einzelne Bereiche deiner Erbinformation verändert, die dann beispielsweise zu Schäden bei der Bildung von Enzymen führen. Somit können deine Kinder die DNA-Schäden erben und dadurch ebenfalls gesundheitliche Probleme bekommen. Folgende Erkrankungen können durch einen Überschuss an freien Radikalen verursacht werden:

  • schlechte Wundheilung
  • beschleunigter Alterungsprozess
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • erhöhtes Risiko einer Autoimmunerkrankung
  • Erkrankungen der Haut
  • Grauer Star
  • Diabetes
  • Arthritis
  • Rheuma
  • Verkalkung von Arterien
  • Parkinson
  • Alzheimer
  • erhöhtes Krebsrisiko

Freie Radikale und Antioxidantien in Balance

Die Lösung ist aber nicht, dass du freie Radikale aus deinem Körper verbannst. Freie Radikale haben nämlich einen Gegenspieler, die sogenannten Antioxidantien, welche die freien Radikale in Schach halten.

Antioxidantien wie Vitamin C oder Selen geben den freien Radikalen ein Elektron ab, wodurch deren Bestreben, eines zu stehlen, unterbunden wird. Dadurch stabilisieren Antioxidantien die freien Radikale und verhindern so eine Kettenreaktion. Beim Neutralisieren der freien Radikale verbrauchen sich die Antioxidantien allerdings selbst. Das bedeutet, dass diese dann im Depot deines Körpers fehlen.

Indem du ein entsprechendes Angebot an Antioxidantien für deinen Körper bereithältst, kannst du aktiv verhindern, dass oxidativer Stress entsteht, der deiner Gesundheit schadet. Somit bilden freie Radikale und Antioxidantien eine wichtige Balance in deinem Körper, die dafür sorgt, dass er funktioniert und du dich wohlfühlst.

So kannst du freie Radikale reduzieren

Du hast bereits erfahren, dass hohe Konzentrationen an freien Radikalen in deinem Körper zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen kann. Deshalb ist es hilfreich, wenn du selbst aktiv wirst und dazu beiträgst, dass die Menge der freien Radikale in deinem Körper reduziert wird.

Zum einen kannst du versuchen die Situationen zu vermeiden, welche die Bildung von freien Radikalen begünstigen. Indem du mit dem Rauchen aufhörst, kannst du nicht nur deine Lunge schonen, sondern auch deinen Geldbeutel entlasten. Zudem nimmst du ohne Rauchen auch weniger Schadstoffe zu dir und entziehst deinem Körper weniger wichtige Nährstoffe. Das verringert die Bildung von freien Radikalen in deinem Körper. Auch ist es hilfreich, wenn du Alkohol nur in Maßen genießt und deinen allgemeinen Stresslevel reduzierst. Denn auch das sind Ursachen für ein erhöhtes Level an freien Radikalen.

Jedoch sind diese Faktoren nicht immer so einfach zu reduzieren. Selbstverständlich solltest du dich um einen gesunden Lebensstil bemühen, der idealerweise auch mit einer entzündungshemmenden Ernährung einhergeht.

Deshalb kann die Aufnahme von zusätzlichen Antioxidantien förderlich sein. Beispielsweise kannst du deinem Körper mit OPC-Kapseln das vielleicht stärkste Antioxidans überhaupt zuführen. Die antioxidative Wirkung des in den Kapseln enthaltenen Traubenkernextraktes kann dazu beitragen, deine Zellen effektiv vor oxidativen Schäden zu schützen.

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Weitere Antioxidantien können ebenfalls gegen freie Radikale helfen.

Fazit

Ohne Antioxidantien würden freie Radikale sehr schnell ernsthafte Schäden an deinen Zellen verursachen. Sie erfüllen jedoch auch wichtige Funktionen, wie die Bekämpfung von Infektionen.

Daher solltest du dich bemühen, immer ein gewisses Gleichgewicht an freien Radikalen und Antioxidantien aufrechtzuerhalten. Nehmen die freien Radikale Überhand, da du zu wenig Antioxidantien aufnimmst, gelangst du in einen Zustand, der als oxidativer Stress bezeichnet wird.

Bewahre eine positive Balance, indem du dich um eine gesunde Ernährung bemühst und Radikal-bildende Einflüsse vermeidest. Mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln kannst du deinem Körper zusätzliche Antioxidantien zuführen.

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