Vitalität

Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht bringen

Geschrieben von VitaMoment Team
Aktualisiert am

Vielleicht hast du schon einmal Tage erlebt, an denen du dich abgeschlagen gefühlt hast und nicht wusstest, warum. Es war keine Grippe im Anmarsch. Ein Schnupfen war es auch nicht. Vielleicht hast du es dann auf das Wetter geschoben, auf einen schlechten Traum oder auf zu wenig Schlaf. Oder es taten deine Gelenke weh und du hattest keine Lust, dich zu bewegen.

Ein diffuses Unwohlsein kann viele mögliche Ursachen haben. Doch wenn ein latent schlechtes Körpergefühl dauerhaft anhält und sich auch in einem schlechten Hautbild bemerkbar macht, könnte es an einem gestörten Säure-Basen-Haushalt liegen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Säure-Basen-Haushalt des Körpers?

Du kennst es vielleicht noch aus dem Chemieunterricht: Der Lehrer hielt einen Teststreifen in eine Flüssigkeit. Färbte der Streifen sich rot, war die Flüssigkeit eher eine Säure – pH-Wert stark über acht. Färbte sich der Streifen blau, dann war die Substanz basisch – pH-Wert stark unter sechs.

Wenn der Lehrer beide Substanzen ausgewogen vermischte, zeigte der Streifen eine grüne Farbe für neutral. Dann betrug der pH-Wert etwa sieben. Beide Substanzen haben sich in einer Reaktion neutralisiert. Genau das geschieht, wenn auch etwas komplexer, im Säure-Basen-Haushalt deines Körpers.

Säure und Base: Zwei Partner, die sich mögen

Säure und Base kannst du dir als eine Art Liebespaar vorstellen. Sie ziehen sich an und wollen miteinander reagieren. Sie gleichen sich aus und es entsteht ein neutrales Milieu. Wenn von einem Reaktionspartner zu wenig oder zu viel vorhanden ist, funktioniert der Ausgleich nicht richtig.

Der Stoffwechsel braucht und produziert beide Partner und bringt sie normalerweise über eine ausgleichende Reaktion ins Gleichgewicht. Der gesamte Flüssigkeitshaushalt, das Blut, der Zellstoffwechsel und die Nervenleitung funktionieren innerhalb der Reaktion zwischen Säure und Base, also zwischen sich elektrolytisch ausgleichenden Kräften.

So ist zum Beispiel die Magensäure, wie der Name schon sagt, sauer und sehr wichtig für deine Verdauung. Zuviel Magensäure und damit verbundenes Sodbrennen kann auf eine Übersäuerung hinweisen. Ebenso scheidet die Niere Harnsäure aus. Trotzdem ist der pH-Wert im Blut bei einem Menschen mit einem gesunden Stoffwechsel im Tagesdurchschnitt eher neutral. Er liegt im sehr engen Bereich von 7,37 bis 7,43.

Was ist eine Übersäuerung?

Bei einer Übersäuerung herrscht auf der einen Seite ein Mangel an alkalisch basenbildenden Elektrolyten wie Calcium, Magnesium, Kalium und Zink. Andererseits besteht ein Überschuss von sauren Stoffwechselprodukten wie Harnsäure oder Milchsäure. Insbesondere Eiweiß, Zucker und Stärke können den Anteil von Milchsäure in der Niere und im Körper erhöhen. Dies ist der Fall, wenn er nicht durch Bewegung verstoffwechselt oder durch alkalische Elektrolyte neutralisiert wird.

Die Folgen sind Übersäuerung und ein dauerhaft gestörter Stoffwechsel, eine beeinträchtigte Regenerationsfähigkeit in den Zellen sowie die Neigung zu chronischen Krankheiten. Sie sind medizinisch als Folgen der sogenannten metabolischen Azidose bekannt. Du kannst dir diesen Vorgang so vorstellen, als würde sich dein Körper langsam selbst mit Säure verätzen. Die sauren Bestandteile lagern sich in Gewebe und Bindegewebe ein. Mit der Zeit können sie dort die Zellen beschädigen. Mögliche Symptome sind:

  • Allgemeine Müdigkeit
  • Gelenkschmerzen, Arthrose
  • Ungesundes Hautbild, brüchige Nägel und Haare
  • Knochenmasseverluste
  • Allergien
  • Sodbrennen
  • Rückenbeschwerden

Hinweis: Eine chronische Übersäuerung muss sich nicht zwingend sofort im pH-Wert des Urins oder des Blutes bemerkbar machen. Sie kann sich auch über Jahre versteckt im Gewebe anreichern.

Außerdem sind die oben beschriebenen Symptome bei Personen unterschiedlich stark ausgebildet. Zur Abklärung bei eventuell öfter und dauerhaft auftretendem Unwohlsein solltest du auf jeden Fall einen Arzt konsultieren.

Welche Ursachen führen zu einer Übersäuerung?

Dein Körper ist ein hochkomplexer Organismus. Der Säure-Basen-Haushalt ist an verschiedene Faktoren gekoppelt:

  • genetische Veranlagung
  • Arbeit der Nieren
  • Maß an Sport und Bewegung
  • Lebensalter
  • allgemeine Lebensführung
  • Ernährung

So kann zum Beispiel nicht nur zu wenig Sport, sondern auch zu viel Sport zu einer Übersäuerung des Gewebes führen. Das geschieht, wenn durch ungewohnte körperliche Überanstrengung sehr viel Lactat in den Blutkreislauf gelangt, während basisch ausgleichende Elektrolyte ausgeschwitzt werden.

Welchen Einfluss hat die Ernährung auf Übersäuerung?

Die Ernährung enthält Stoffe und Bestandteile, die sich im Stoffwechsel auf den Säure-Basen-Haushalt im Körper auswirken. Entscheidend hierbei ist, ob deine Ernährung auf deine durchschnittliche Lebensführung abgestimmt ist.

Jemand, der sehr intensiv Sport treibt, wird einen völlig anderen Stärke-Zucker-Bedarf brauchen, als jemand, der sich nur wenig bewegt. Ein älterer Mensch wiederum isst und verdaut anders, bewegt sich langsamer und verstoffwechselt nicht so schnell, als ein jüngerer Mensch. Eine schlecht auf den Lebensstil angepasste Ernährung kann schnell zur Störung des Säure-Basen-Haushalts führen.

Sauer oder basisch – eine kleine Lebensmittelkunde

Für den Ernährungsalltag kann ein erster Überblick helfen, welche Lebensmittel eher saure und eher basische Auswirkungen auf deinen Körper haben:

Saure Wirkung auf den Körper

  • Fleisch, Eier, Fisch
  • Getreideprodukte, Mehl, Nudeln, auch Dinkel und Haferprodukte
  • Milchprodukte, Quark, Joghurt
  • Erbsen und Linsen
  • Milchschokolade
  • Walnüsse

Basische Wirkung auf den Körper

  • Gemüse und Obst, Kartoffeln
  • Honig, Marmelade
  • Essig
  • Bohnen
  • Petersilie
  • Haselnüsse

So kannst du deinen Körper entsäuern

Dein Körper dankt es dir, wenn du auf eine gesunde Ernährung achtest. Dabei geht es gar nicht darum, komplett auf den Genuss von tierischen Produkten oder Getreide zu verzichten.

Wie immer gilt hier: Auf die Menge und die Mischung kommt es an. Wenn zum Beispiel mehr Spinat als Fleisch auf dem Teller landet, ist der Anfang schon gemacht. Spinat wirkt nämlich sehr stark basisch. Wenn öfter Kartoffeln als Nudeln auf dem Speiseplan stehen, trägt das ebenso zum Gleichgewicht bei. Außerdem hilft es, einen Milchkaffee weniger zu trinken oder auf den Wein am Wochenende zu verzichten.

Für einen ausgeglichenen Säure-Base-Haushalt und zur Stabilisierung des pH-Wertes empfiehlt  sich außerdem die Einnahme von basischen Mineralstoffen wie Magnesium, Calcium und Kalium.

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Die Einnahme dieser Mineralstoffe garantiert keine Steigerung des Wohlbefindens. Die Mineralstoffe können jedoch einen ausgleichenden Beitrag leisten. Auch Zink unterstützt deinen Körper dabei, ein stabiles Säure-Basen-Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.

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Lass deinen Körper nicht sauer werden

Gesundheit und Wohlbefinden machen das Leben lebenswert. Ein gesunder Säure-Base-Haushalt trägt dazu bei, dass dein Körper dir langfristig und im Alter keine Probleme bereitet. Achtsamkeit und bewusste Ernährung, aber auch regelmäßige Bewegung können hierfür bereits viel Positives bewirken.

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