Was ist ein Reizdarm, wie entsteht er und wie kannst du ihn behandeln?

Was ist ein Reizdarm, wie entsteht er und wie kannst du ihn behandeln?

Wie gerne würdest du mal wieder ein leckeres Essen richtig genießen können. Doch die heftigen Bauchschmerzen und Krämpfe, die du danach jedes Mal hast, machen jede Mahlzeit nur noch zur Qual. Dein Bauch fühlt sich ständig an wie ein riesiger Luftballon und die Angst vor unangenehmen Blähungen, Durchfall oder Verstopfung schränkt dein tägliches Leben stark ein.

Viele Reizdarm-Patienten wissen nicht mehr, wie es weitergehen soll. Die Belastung ist groß und die Lebensqualität leidet sehr unter den starken Beschwerden. Eine Besserung ist meist nicht in Sicht, da viele Ärzte die Ursache nicht finden können und es kaum Behandlungsmethoden für einen Reizdarm gibt. Zudem ist die Krankheit nicht vollständig erforscht. 

Ganz fern von Therapien und Medikamenten erfährst du in diesem Beitrag einige ernährungsbezogene Ansätze, welche bereits die Reizdarm-Symptome von vielen Patienten lindern konnten.

Viele Betroffene können ihre Beschwerden mit einer gezielten Darmsanierung in den Griff bekommen. Mit der 3-Phasen-Darmkur reinigst du deinen Darm von unliebsamen Giftstoffen und baust dir mit natürlichen Bakterien Schritt für Schritt eine gesunde Darmflora auf.

1. Was ist ein Reizdarm?

Ein Reizdarm (Reizdarmsyndrom; Reizkolon; irritable bowel syndrome) gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland bis zu 16 %1 der Erwachsenen unter dem Reizdarmsyndrom. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer.

Bei einem Reizdarm ist die Darmfunktion gestört. Die Nerven im Darm sind bei den Betroffenen sehr empfindlich und reagieren schon auf kleinste Reizungen, wie beispielsweise Gasansammlungen. Diese rufen eine außergewöhnlich starke Aktivität der Darmmuskulatur hervor, was die typischen Beschwerden zur Folge hat.

2. Wie entsteht ein Reizdarm?

Bis heute ist medizinisch noch nicht genau erforscht, wie es dazu kommt, dass du ein Reizdarmsyndrom entwickelst. Das liegt vor allem daran, dass sich die Symptome dieser Darmerkrankung bei jedem Menschen unterschiedlich entwickeln und dadurch auch in unterschiedlichen Stadien auftreten.

Überreizung des Darms

Viele Menschen neigen dazu, Verdauungsbeschwerden zu ignorieren oder auf eine falsche Ernährung und andere Ursachen zurückzuführen. Darin liegt aber auch das Problem der entzündlichen Darmerkrankung. Wenn der Darm über längere Zeitabschnitte mit einer Reizung konfrontiert ist, dann kann das dazu führen, dass sich ein Reizdarmsyndrom entwickelt. In schwerwiegenden Fällen kann das zu lange Ignorieren eines solchen Problems auch dazu führen, dass die Erkrankung zu einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wird.

Infektionen und Stress

Heute geht die Wissenschaft davon aus, dass es sich bei der Entstehung eines Reizdarms um die Folge einer Darminfektion oder lang anhaltenden Stresszuständen handeln könnte. Es scheint so, dass die Schleimhautbarriere des Dickdarms geschädigt ist, wodurch Entzündungsprozesse durch die gestörte Darmflora leichter entstehen können.

Gestörte Darm-Hirn-Achse

Beschwerden deines Magen-Darm-Trakts kann auch eine gestörte Kommunikation zwischen Nervenzellen der Darmwand und deines Gehirns zugrunde liegen. Durch diese sogenannte Darm-Hirn-Achse wird deine Verdauung normalerweise selbstständig gesteuert. Bei Störungen dieses Informationsaustausches kommt es zu dauerhaften Magen- und Darmbeschwerden.

Weiblicher Zyklus

Frauen scheinen generell ein höheres Risiko zu haben, einen Reizdarm zu entwickeln. Der Magen-Darm-Trakt ist durch die Periode deutlich stärker beansprucht als bei Männern. Hinzu kommt, dass auch das Immunsystem, durch den Stresszustand der Periode, regelmäßig in Anspruch genommen wird.

3. Welche Ursachen kann ein Reizdarm haben?

Genau wie bei der Entstehung sind auch die genauen Ursachen für das Reizdarmsyndrom noch nicht wissenschaftlich bestätigt. Allerdings gibt es einige Aspekte, die in direkten Zusammenhang mit einem Reizdarmsyndrom gebracht werden können.

Stress

Stress vollständig zu vermeiden, ist im Alltag kaum möglich. Allerdings ist der Stress, egal ob er eine psychische Belastung oder physischer Natur ist, ein Problem für deinen Körper. Bei vielen Menschen reagiert der Magen-Darm-Trakt auf anhaltenden oder extremen Stress mit unangenehmen Verdauungsstörungen. 

Rohkost

Obwohl Rohkost deinem Körper viele wertvolle Nährstoffe bietet, ist die Kost schwer verdaulich. Der Darm muss schwerer arbeiten, um die Rohkost zu verdauen. Wenn die Rohkost einen Großteil deiner Ernährung ausmacht, kann das zu einem Reizdarm führen oder vorhandene Probleme verschlimmern.

Fett und Zucker

Gerade in industriell verarbeiteter Nahrung findest du eine große Menge an Fett und Zucker. Die Mengen, die du im Laufe eines Tages zu dir nimmst, können sehr belastend für dein Verdauungssystem sein. Aber auch natürliche Lebensmittel mit einem hohen Zucker- oder Fettgehalt können zu einer Magen-Darm-Infektion führen.

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Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten

Viele Allergien im Bereich von Lebensmitteln äußern sich durch Verdauungsbeschwerden. Wenn diese Unverträglichkeiten dir nicht bekannt sind und du sie deshalb weiter zu dir nimmst, kann das deinen Darm dauerhaft reizen. Besonders häufige Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten im Zusammenhang mit einem Reizdarmsyndrom sind:

  • Laktoseintoleranz
  • Getreide
  • Zitrusfrüchte
  • Fruktoseintoleranz 
  • Koffein 

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Zöliakie oder Gluten-Unverträglichkeit

Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, die eine Entzündungsreaktion auf das Klebereiweiß Gluten zur Folge hat. Eine Zöliakie führt dazu, dass sich die Darmschleimhaut entzündet, abbaut oder, in seltenen Fällen, verdickt. Dadurch hast du nicht nur mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen, sondern dein Darm kann auch wertvolle Inhaltsstoffe aus der Nahrung nicht richtig aufnehmen. Auch bei einer Gluten-Unverträglichkeit können ähnliche Beschwerden auftreten.

Medikamenteneinnahme

Insbesondere Antibiotika können deine Darmflora negativ beeinflussen und die Entstehung von Darmentzündungen fördern. Gerade, wenn du regelmäßig Medikamente einnehmen musst, kann das zu einem Abbau der Darmschleimhaut führen. Als Frau solltest du auch beachten, dass auch die Pille ein Medikament ist, dass für solche Prozesse in deinem Darm verantwortlich sein kann.

Kohlensäure

Kohlensäure reizt den Magen und regt die Produktion von Magensäure an, die sich mit der Nahrung in den Darm bewegt. Vor allem, wenn du gerne oder ausschließlich Getränke mit einem hohen Kohlensäureanteil zu dir nimmst, kann das deine Reizdarm-Symptome negativ beeinflussen.

Stark blähende Lebensmittel

Besonders Gemüse aus der Familie der Kreuzblütler, wie beispielsweise Rosenkohl, sorgen dafür, dass der Magen-Darm-Trakt stark belastet wird. Auch Zwiebel- und Nachtschattengewächse haben diese Auswirkung auf den Darm, besonders wenn du diese roh verzehrst. Da diese Lebensmittel schon einen gesunden Darm stark beanspruchen, kann es bei einem Reizdarm zu schmerzhaften Symptomen führen.

4. Welche Symptome sind typisch für ein Reizdarmsyndrom?

Eine Schwierigkeit bei der Diagnose Reizdarm ist, dass die Symptome nicht nur unterschiedlich schwer auftreten, sondern es auch keinen klassischen Verlauf gibt. Zudem leiden die meisten Menschen immer wieder unter Verdauungsbeschwerden, weshalb ein Reizdarmsyndrom häufig erst spät erkannt wird. Gerade wenn du als Frau durch die Periode häufiger mit Beschwerden des Magen-Darm-Traktes zu tun hast, kann es lange dauern, bis du die Diagnose für einen Reizdarm bekommst. Dennoch gibt es einige klassische Symptome:

Blähungen

Blähungen sind nicht nur unangenehm, sondern es kann auch sein, dass du sie als schmerzhaft empfindest. Ist dein Darm gereizt, leidest du häufiger an Blähungen und empfindest diese auch als sehr stark.

Unterbauchkrämpfe

Krämpfe im unteren Bereich des Bauches können sich als unangenehmes Ziehen oder Druckgefühl äußern. Es kann aber auch dazu führen, dass du dadurch starke Schmerzen verspürst und diese Bauchschmerzen schwer aushalten kannst.

Druckempfindlichkeit

Gerade, wenn du länger unter einem Reizdarm leidest, kann sich eine akute Phase dadurch äußern, dass du selbst leichten Druck auf den Bauch als ungewöhnlich schmerzhaft oder unangenehm empfindest. Manche Patienten empfinden selbst das Tragen einer Jeans dann als problematisch.

Durchfall

Häufig äußert sich ein Reizdarm auch in Durchfall. Dabei kann es sein, dass du direkt nach dem Essen die Toilette aufsuchen musst oder schon eine Stresssituation dieses Symptom bei dir auslöst.

Verstopfung

Neben dem Durchfall gibt es auch Betroffene, die häufig unter Verstopfung leiden, weil der Darm so träge ist, dass die Abfallprodukte nicht ausreichend transportiert werden können.

Unregelmäßiger Stuhlgang

Ein klassisches Symptom von einem Reizdarmsyndrom ist ein Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung. Betroffene haben nur selten Phasen, in denen Sie einen normalen Stuhlgang haben.

Blähbauch und Völlegefühl

Durch die unregelmäßige Darmtätigkeit kann es zu einem unangenehmen Völlegefühl kommen. Zudem kannst du auch einen Blähbauch bekommen, der unterschiedlich stark ausgeprägt ist.

Übelkeit und Erbrechen

Gerade, wenn besonders viele negative Faktoren deinen Reizdarm treffen, kann es dazu führen, dass Übelkeit bis hin zum Erbrechen eintritt. Aber auch ein umfangreiches Essen kann diese Situation hervorrufen. Das liegt daran, dass der Darm die Menge der Nahrung nicht entsprechend verarbeiten kann und der Körper die „überschüssige“ Nahrung aus dem System entfernen möchte.

5. Wie wird ein Reizdarm diagnostiziert?

Da das Reizdarmsyndrom durch eine Reihe von Symptomen gekennzeichnet sein kann, die sich von Patient zu Patient stark unterscheiden, kann die Stellung der Diagnose ein langer Weg sein. Leitlinien2 zufolge orientiert sich die Diagnose an folgenden 3 Punkten:


  • chronische, länger als drei Monate anhaltende Beschwerden (beispielsweise Bauchschmerzen oder Blähungen) sowie Veränderungen des Stuhlganges
  • relevante Beeinträchtigung der Lebensqualität des Patienten durch die Beschwerden
  • Ausschluss anderer Krankheiten als Ursache für die Beschwerden

6. Wie kann ein Reizdarm behandelt werden?

Der Erfolg einer Reizdarm-Therapie hängt immer davon ab, wodurch die Problematik verursacht wird. Bei manchen Reizdarm-Patienten schafft bereits eine Low-FODMAP-Diät mit wenig stark blähenden Lebensmitteln eine Verbesserung des Krankheitsbildes. Generell ist es aber immer eine gute Möglichkeit, die grundlegende Gesundheit deines Darms zu verbessern. Denn gewissen Problemen, wie beispielsweise Stress oder die Einnahme von notwendigen Medikamenten, kannst du nicht dauerhaft aus dem Weg gehen. 

Deshalb kann es, neben der Vermeidung von Auslösern, für deine Reizdarm-Behandlung sinnvoll sein, deinen Darm zu sanieren. Das muss zwar nicht bedeuten, dass du keine Probleme mit deiner Verdauung mehr hast, aber es kann dabei helfen, dass deine Symptome gelindert werden. Eine Möglichkeit ist die 3-Phasen-Darmkur, die wie folgt abläuft:

Die erste Phase

In den ersten 14 Tagen der Kur schonst du deinen Darm und eliminierst die Problemquellen aus deinem Alltag. Dadurch kommt dein Darm zur Ruhe und hat die Möglichkeit, sich wieder an einen natürlichen Verdauungsablauf zu gewöhnen. So wird auch die Angriffsfläche für schädliche Bakterien und Schadstoffe in deinem Verdauungssystem verringert.

Die zweite Phase

Die nächsten 14 Tage werden dafür genutzt, um deinen Magen-Darm-Trakt die Zeit zu geben, um sich zu erholen. Dabei wird die Zeit genutzt, damit sich die natürlichen Darmbakterien wieder ansiedeln können. 

Die dritte Phase

Die abschließenden 14 Tage solltest du dafür nutzen, um positive Routinen in deinen Alltag zu integrieren, die deinen Darm entlasten können. Zudem kann die neu gewonnene Ruhe dazu beitragen, dass deine Symptome gelindert werden.

Generell ist bei der Behandlung wichtig, dass du nicht nur die Auslöser kurzfristig vermeidest, sondern positive Verhaltensmuster in deinen Alltag integrierst. Dazu gehört nicht nur, dass du problematische Lebensmittel ersetzt, sondern auch, dass du Wege kennenlernst, um dich vom Stress deines Alltags zu erholen. Gerade am Anfang kann eine strikte Schonkost dafür sorgen, dass dein Darm zur Ruhe kommt und dadurch die natürlichen Regulierungssysteme deines Körpers unterstützend eingreifen können.

7. Wie kann ich durch meine Ernährung einen Reizdarm positiv beeinflussen?

Eine einfache Möglichkeit ist es, wenn du auf verarbeitete Lebensmittel verzichtest. Dadurch, dass in diesen Produkten viele Nährstoffe enthalten sind, die deinen Darm belasten, kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Auch wenn du unter einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit leidest, solltest du konsequent auf diese Produkte verzichten. So verhinderst du, dass dein Darm unnötiger Belastung ausgesetzt wird.

Aber nicht nur eine gesunde Ernährung ist wichtig, sondern auch, wie du dein Essen gestaltest. Im Stress des Alltags ist es häufig schwierig, dass du dir die Zeitfenster schaffst, um ausgewogen und entspannt zu essen. Das ist aber sehr wichtig, damit deine Verdauung optimal arbeiten kann. Idealerweise solltest du feste Essenszeiten einhalten, damit eine Regelmäßigkeit in deine Ernährung und in deine Verdauung einzieht.

Solltest du diesen Zeitplan nicht einhalten können, dann ist es hilfreich, wenn du gesunde Snacks bereithältst, anstatt zu fertigen Produkten zu greifen. Studentenfutter oder vergleichbare Snacks sind nicht nur hochwertige Nährstofflieferanten, sondern sie belasten deine Verdauung nur wenig. So kannst du auch „Durststrecken“ überbrücken, ohne, dass du deinen Darm unnötig reizt. 

Fazit

Magen-Darm-Erkrankungen sind in unserer Gesellschaft längst zum Volksleiden geworden. Daher gibt es keinerlei Gründe, dich für deine Beschwerden zu schämen. Zudem ist ein Reizdarmsyndrom sicherlich eine unangenehme und ernst zu nehmende Erkrankung, aber du musst keine Angst vor Folgeerkrankungen oder weiteren Organschäden haben.

Abgesehen davon kannst du selbst sehr viel dazu beitragen, dass deine Symptome abklingen. Dabei sind viele Veränderungen dauerhaft notwendig, damit du deine Darmgesundheit wirklich nachhaltig und langfristig verbesserst. Das ist sicherlich zunächst anstrengend, aber du wirst auch in anderen Bereichen davon profitieren, wenn du lernst, dich besser zu ernähren und zu entspannen.

Mit einer Auslassdiät oder einer 3-Phasen-Kur kannst du dazu beitragen, dass sich deine Symptome reduzieren und du deine gesundheitliche Situation verbesserst.

Die gute Nachricht ist also: Du kannst selbst viel dazu beitragen, nicht dauerhaft unter den fiesen Beschwerden eines Reizdarmsyndroms leiden zu müssen.

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Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich für den Informationsgebrauch und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und dürfen nicht als Aufforderung einer bestimmten (Nicht-) Behandlung einer Krankheit verstanden werden.

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