Laktoseintoleranz erkennen an diesen 7 Symptomen

Laktoseintoleranz erkennen an diesen 7 Symptomen

Leidest du unter peinlichen Darmgeräuschen oder unkontrollierbaren Blähungen? Das kann  mental sehr belastend sein. Vor allem dann, wenn du die Ursachen nicht kennst.

Eine Ursache könnte eine Laktoseintoleranz sein. Dabei ruft der Konsum von Milchzucker starke Schmerzen, Beschwerden im Verdauungstrakt sowie allgemeine Müdigkeit und Abgeschlagenheit hervor.

In diesem Beitrag stellen wir dir die typischen Symptome vor, anhand derer du den Verdacht auf eine Laktoseintoleranz prüfen kannst, um ihn dann anschließend bei einem Arzt bestätigen zu lassen. Die vorgestellten Symptome lassen eine Laktoseintoleranz vermuten, allerdings können sie auch bei anderen Erkrankungen oder Lebensmittel-Unverträglichkeiten auftreten.

Symptom 1: Blähbauch und Darmwinde

Die bei einer Laktoseintoleranz entstehenden Gase sammeln sich im Darm. Werden diese nicht sofort abgeleitet, fühlt sich dein Bauch aufgebläht an. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du dich wenig bewegst oder der Darminhalt gerade nicht so luftdurchlässig ist. Die Gase gehen nach einer Weile als Darmwinde ab, was bei einer großen Menge manchmal sehr heftig und nicht zu bremsen ist.

Den meisten Menschen und besonders Frauen sind hörbare Blähungen peinlich. Sie leiden sehr unter den gesellschaftlichen Auswirkungen einer Laktoseintoleranz, die zu starken Blähungen führen kann. Auch leichte Darmwinde, die immer kurz nach dem Verzehr von Milchprodukten auftreten, können ein Anzeichen für eine Laktoseintoleranz sein. 

Wenn du nach jedem Genuss von Milchprodukten über Strategien zum Überspielen der Geräusche oder über die Flucht an ein ruhiges Plätzchen nachdenken musst, ist vielleicht die Zeit gekommen, dich auf eine Laktoseintoleranz testen zu lassen.

Symptom 2: Völlegefühl

Verspürst du immer nach dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten ein Völlegefühl, das nicht mit der Menge der aufgenommenen Nahrung zu erklären ist? Dies könnte ein Hinweis auf eine Laktoseintoleranz sein. Laktose befindet sich normalerweise in:

  • Milch
  • Joghurt
  • Butter
  • Quark 
  • Käse
  • Molke

Sie kann auch in Backwaren (durch Zutaten wie Butter und Quark), in Süßwaren und in Schokolade enthalten sein. Außerdem ist sie in Wurstwaren, Konserven, Brotaufstrichen und vielen anderen Produkten enthalten. Das Völlegefühl entsteht durch die gebildeten Gase, die nicht schnell genug entweichen und von innen aus dem Darm auf deinen Körper und den Magen drücken.

Symptom 3: Laute Darmgeräusche

Die entstehenden Gase an sich machen nicht unbedingt laute Darmgeräusche. Doch führen die kurzkettigen Fettsäuren, die bei einer Laktoseintoleranz entstehen, zu aktiveren Darmbewegungen. Das macht zusammen mit den Gasen richtig Lärm, der sich gelegentlich wie ein Grollen, Blubbern oder Knattern anhört.

Kannst du beobachten, dass diese Geräusche häufig nach dem Genuss von Milchprodukten auftreten, wäre eine Laktoseintoleranz denkbar. 

Symptom 4: Bauchschmerzen

All die Gase und Darmbewegungen können nicht nur bei empfindlichen Personen zu Bauchschmerzen führen. Schmerzt dein Bauch im unteren Bereich, so um den Bauchnabel herum? Hast du außerdem Blähungen oder ungewöhnliche Darmgeräusche?

Wenn das oft nach dem Genuss von Milchprodukten auftritt, könnte eine Laktoseintoleranz vorliegen.

Symptom 5: Durchfall

Der nicht aufgespaltene Milchzucker und die entstandenen kurzkettigen Fettsäuren regen den Darm dazu an, Wasser zu ziehen. Dadurch wird der Darminhalt verflüssigt, was zu einer schnelleren Passage und zu Durchfall führt. In extremen Fällen ist das sehr heftig und kaum zu bremsen. Es kann aber auch sein, dass der Stuhl einfach nur etwas flüssiger als sonst ist. 

Hältst du nach dem Genuss von Milchprodukten schon vorsorglich nach der nächsten Toilette Ausschau? Dann bist du damit nicht allein, denn ein großer Teil der Weltbevölkerung ist davon betroffen.

Achte bei häufigem Durchfall darauf, ausreichend Flüssigkeit und Mineralien nachzufüllen. Wenn dieses Symptom über mehrere Tage anhält, besteht die Gefahr einer Dehydrierung. Suche deshalb einen Arzt auf, wenn du häufig oder über mehrere Tage starken Durchfall hast, damit er dir hilft.

Symptom 6: Übelkeit, selten auch mit Erbrechen

Manchmal wehrt sich der Körper so stark gegen den für ihn unverdaulichen Milchzucker, dass dir übel wird und du dich erbrechen musst. Die Übelkeit kann durch die aufsteigenden Gase und durch verstärkte Darmbewegungen verursacht sein.

Ob die Übelkeit mit einer Laktoseintoleranz zu tun hat, findest du mit einem ärztlichen Test oder mit einer Eliminierungsdiät heraus.

Symptom 7: Müdigkeit

Zu den Begleiterscheinungen einer Laktoseintoleranz zählen gelegentlich auch:

  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • allgemeine Schwäche
  • Niedergeschlagenheit

Eine Ursache dafür kann die gestörte Verdauung sein, die dir nicht mehr genug Nährstoffe und Mineralien liefert. 

Bei starkem oder häufigem Durchfall kommen dein Wasserhaushalt und die Versorgung mit Elektrolyten durcheinander. Das schwächt dich und beeinflusst dein allgemeines Wohlbefinden. Dein Organismus versucht, Energie zu sparen und will dich zum Ausruhen und Schlafen bewegen. Kopfschmerzen treten oft in Verbindung mit Dehydrierung auf.

Fazit

Um eine Laktoseintoleranz zu erkennen, kannst du ein Ernährungsprotokoll führen und auf Symptome achten, die sich regelmäßig nach dem Genuss von Milchprodukten oder Lebensmitteln mit Laktose-Anteil einstellen. 

Ein Test beim Arzt stellt fest, ob deine Vermutung richtig ist. Es ist nicht einfach komplett auf Lebensmittel mit Laktose zu verzichten. Doch kann eine Reduktion von Milchprodukten schon eine Erleichterung für dich bringen.  Außerdem ist es möglich, in schweren Fällen den Körper durch die Einnahme eines Lactase-Präparates zu unterstützen.

Lass dich auch hier am besten von einem Arzt beraten. Er wird dir helfen, einen geeigneten Ernährungsplan zu entwickeln und die Dosierung nötiger Medikamente auf dich einstellen. Mit etwas Geduld führst du schon bald wieder ein ausgeglichenes und gesundes Leben.

FAQ - Häufige Fragen

Hier möchten wir auf die Fragen eingehen, die in Bezug auf eine Laktoseintoleranz besonders häufig gestellt werden.

Was passiert bei einer Laktoseintoleranz im Körper?

Bei einer Laktoseintoleranz kann dein Körper den in der Milch enthaltenen Milchzucker (die Laktose) nicht verarbeiten. Das passiert, wenn deine Darmzellen das Verdauungsenzym Lactase nicht oder nicht in ausreichender Menge produzieren. Dieses Enzym spaltet die Laktose in Einfachzucker auf, die gut verträglich sind. Geschieht das nicht, wird die Laktose von den Darmbakterien vergoren, wobei verschiedene Stoffen entstehen:

  • Kohlendioxid
  • Methan
  • Wasserstoff 
  • kurzkettige Fettsäuren wie Essigsäure und Buttersäure

Diese Gase und Fettsäuren kommen auch bei anderen Verdauungsprozessen vor. Bei einer Laktoseintoleranz bilden sie sich jedoch in großen Mengen und kurzen Zeiträumen, was dich mit heftigen Bauchschmerzen, Durchfall oder Blähungen quälen kann.

Kann eine Laktoseintoleranz plötzlich auftreten?

Der Allergie-Informationsdienst im Helmholtz Zentrum München bietet einen ausführlichen Überblick, wie eine Laktoseintoleranz entsteht und wie verbreitet diese Unverträglichkeit auf der Welt ist (Krankheitsbild Laktoseintoleranz). Danach kann diese Intoleranz schon angeboren sein. 

So ist zum Beispiel in Asien und Afrika ein großer Teil der Bevölkerung von der Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker betroffen. In Deutschland schätzt man, dass ungefähr 15 von 100 Personen eine Laktoseintoleranz zeigen. 

Diese Intoleranz tritt manchmal auch während des Lebens, gelegentlich erst im späteren Erwachsenenalter auf. Zum Beispiel führen Schädigungen im Dünndarm oder ein zu schneller Transport des Speisebreis zu einer sekundären Laktoseintoleranz. Wenn du Milch und Milchprodukte bisher gut vertragen hast und auf einmal nicht mehr, kann daher tatsächlich eine Unverträglichkeit vorliegen.

Welche Lebensmittel enthalten Laktose und ist sie immer deklariert?

Wenn du hinschaust, entdeckst du in sehr vielen Lebensmittel Laktose.

Beispiele:

  • Fertiggerichten
  • Müsli-Mischungen
  • Kaffeeweißer
  • Aromen 
  • Wurstwaren

In Deutschland muss Laktose seit dem Jahr 2005 auf allen verpackten Lebensmitteln deklariert werden. Auf unverpackten Lebensmitteln wie Backwaren oder Wurst ist dies nicht der Fall. Auch wenn das Milchprodukt direkt in der Zutatenliste aufgeführt wurde, muss die darin enthaltene Laktose nicht extra deklariert werden. 

Lies am besten die Listen durch und informiere dich, welche davon Laktose verbergen. Beispiele, bei denen es nicht so offensichtlich ist, wären E966, Crème fraîche, Laktit oder Schokoladenzubereitung.

Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich für den Informationsgebrauch und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und dürfen nicht als Aufforderung einer bestimmten (Nicht-) Behandlung einer Krankheit verstanden werden.

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