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Wie gefährlich ist Arsen im Reis?

Geschrieben von VitaMoment Team
Aktualisiert am

Wenn du häufig Lifestyle-Magazine liest oder im Internet surfst, dann ist es dir bestimmt schon aufgefallen. Durch die Medien hörst du immer wieder, dass Arsen im Reis gesundheitsgefährdend sei. Ob das problematisch ist und ob du weiterhin Reis essen solltest, erfährst du in den kommenden Zeilen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Arsen?

Arsen ist ein natürlich vorkommender Stoff, der zum Beispiel bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Öl entstehen kann, aber auch bei der Verarbeitung von Kupfer und Blei. Zudem ist es ein Bestandteil von Düngemittel. Es tragen also Menschen dazu bei, dass Arsen in die Umwelt gelangt.

Über das Grundwasser kann Arsen dann in Lebensmittel gelangen. Da Reis auf Feldern angebaut wird, die unter Wasser stehen, nimmt Reis je nach Anbauregion besonders viel Arsen auf.

Das Problem

Dein Körper scheidet Arsen nicht einfach wieder aus, sondern es wird eingelagert. Hierbei unterscheidet man zwischen organischem und anorganischem Arsen. Manche Lebensmittel enthalten anorganisches Arsen, während andere organisches Arsen beinhalten. In Meeresfrüchten, Algen und Fisch kommt das Arsen in organischer Form vor.

Anorganische Verbindungen

Gefährlicher sind jedoch die anorganischen Verbindungen. Diese befinden sich im Reis und gelten als giftig. Reis ist vor allem belastet, da er in stehenden Gewässern angebaut wird. Das stehende Wasser fördert die Arsenbildung im Reis. Zudem benötigt Reis mehr Wasser als andere Getreidearten. Verglichen mit anderen Getreidesorten ist der Arsengehalt in Reis besonders hoch.

Ist Vollkornreis besonders stark mit Arsen belastet?

Laut Ökotest und anderen Testinstituten sind Vollkornsorten besonders stark mit Arsen belastet. Natürlich bedeutet das nicht, dass du keinen Vollkornreis mehr essen solltest. Es heißt ganz sicher auch nicht, dass Vollkornreis schlechter ist, als beispielsweise Sushi-Reis. Beim Vollkornreis wird das volle Korn verwendet. Dadurch ist dementsprechend auch mehr Arsen im Reis. 

Basmatireis und Jasminreis haben auch weniger Arsen in sich, weil sie eher in der Regenzeit angebaut werden. Zum Anbau reicht das Regenwasser aus und sie benötigen wenig Grundwasser, welches ebenfalls stark mit Arsen belastet ist.

Die Frage, ob Vollkornreis jetzt besonders belastet ist oder nicht, kann man ganz einfach beantworten: statistisch, ja. Der Unterschied ist allerdings so gering, sodass er keine Auswirkungen auf deine Gesundheit hat. Solange du nicht über einen längeren Zeitraum jeden Tag 800 g ungekochten Reis isst, wird es kein großes Problem sein. Selbst, wenn du zu viel Arsen zu dir nehmen solltest, liegt das Problem nicht nur am Arsen. Wenn du ohnehin ungesund lebst, dann ist es nicht das Arsen, was krank macht. Das Arsen ist dann möglicherweise nur der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Du solltest dir jetzt jedoch auf keinen Fall Gedanken machen, dass du krank wirst, weil du viel Reis gegessen hast. Es gibt viele gute Tipps wie du das Arsen im Reis reduzieren kannst. Ohne Probleme kannst du dann auch regelmäßig Reis essen. Vollkornreis hat viele Vorteile. Deshalb solltest du ihn nicht aus deiner Ernährung streichen. Er enthält viel mehr Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, als der polierte Reis.

6 Tipps, wie du das Arsen in deinem Reis reduzieren kannst

  1. Achte auf das Anbaugebiet. In den Anbauregionen Indien, Bangladesch, Thailand und Vietnam ist der Reis besonders stark belastet. Zwar kommt ein großer Teil des Reises aus diesen Anbaugebieten, aber wenn du diese Anbaugebiete vermeiden kannst, solltest du das tun.
  2. Wenn du viel Reis isst: wechsle die Sorten durch. Iss abwechselnd mal Basmati, Jasmin und auch Vollkornreis.
  3. Den Reis immer gut abwaschen. Nimm dazu ein feines Sieb, sodass die Reiskörner nicht rausfallen können und halte es unter kaltes Wasser. Das Wasser in deiner Spüle sollte irgendwann klar und durchsichtig sein.
  4. Da Arsen wasserlöslich ist, bietet es sich an, den Reis in extra viel Wasser zu geben, dann zu kochen und das überflüssige Wasser danach abzugießen. Das heißt, statt der doppelten Menge Wasser, wie im Rezept angegeben, gibst du die fünffache Menge hinzu. Durch das Abgießen verschwindet zwar das Arsen, aber auch sehr viele Mineralstoffe. Die Frage, die du dir beantworten musst: Was ist besser, weniger Mineralien und dafür weniger Arsen oder mehr von beidem?
  5. Es muss nicht immer Reis sein. Es geht auch die Mischung aus Hülsenfrüchten und Getreidearten. Du kannst Reis, Linsen, Quinoa und Buchweizen zusammen kochen, um den Reis und somit auch den Arsen-Anteil verringern. Buchweizen ist ein abwechslungsreiches und vitaminreiches Lebensmittel! Es kann sehr gut zusammen mit Reis gegessen werden und enthält zudem noch sehr viele Mineralstoffe und Vitamine. Es sättigt auch länger.
  6. Wenn du oft Reisdrinks trinkst: Auch hier lautet das Zauberwort Abwechslung. Versuche zu variieren. Probiere gerne Hafermilch, Mandelmilch oder andere Milchalternativen aus.

Studien und Tests

Studienergebnisse der Ökotest Studie haben gezeigt: Vollkornreis enthält mehr Arsen, als nicht-Vollkornreis. Der Unterschied zwischen beiden ist jedoch sehr gering.

Die Bio-Marke Rapunzel sieht dieser Studie gleich aus mehreren Gründen kritisch entgegen. Sie sagen, dass Ökotest völlig willkürliche Grenzen für die Arsenwerte herangezogen hat. Diese stehen so nirgendwo und wurden nie bewiesen. Zudem sei der Unterschied zwischen beiden Reissorten so gering, dass es eigentlich nicht der Rede wert sei. So hat weißer Reis circa 0,20 mg Arsen pro Kilogramm Reis und Vollkornreis 0,25 mg Arsen pro Kilogramm Vollkornreis.

Wenn du eine Studie liest, solltest du dir also immer die Argumente und Gegenargumente vor Augen führen. Ebenfalls solltest du dich über Einschränkungen informieren. Selbst, wenn Ökotest schreibt, Vollkorn sei belasteter. Der Unterschied ist sehr klein.

Wenn du eine einzige Sache aus diesem Artikel mitnehmen solltest, dann diese hier: Lass dich nicht verunsichern und iss deinen Reis gerne so weiter, wie bisher. Solange du nicht täglich 800 g ungekochten Reis isst, wird dir das Arsen im Reis keine Probleme bereiten.

Ein letzter Tipp noch: Achte einfach auf normale Portionsgrößen. Eine Arsenvergiftung wirst du nicht bekommen, weil du einmal einen Reisdrink trinkst oder Reis in normalen Mengen konsumierst. Als lebensbedrohliche Dosis für Arsen sind 150 - 300 mg pro Kilogramm Körpergewicht angegeben. Bei 85 Kilogramm wären das mindestens 12.750 mg Arsen, um dich in eine lebensbedrohliche Situation zu bringen. Du müsstest also 510 Kilogramm Vollkornreis essen, um eine Arsenvergiftung zu bekommen. Das sehen wir als nicht sehr realistisch. Selbst bei täglichem Reis-Konsum wirst du keine Symptome einer Arsenvergiftung bekommen.

Sollte ich besser keinen Reis mehr essen?

Auf keinen Fall solltest du wegen Arsen aufhören, Reis zu essen. Reis enthält zwar Arsen. Du müsstest jedoch sehr viel Reis essen, um gesundheitliche Probleme zu bekommen. Arsen ist dann dein geringstes Problem. Falls du jedoch immer noch zögern solltest, folge den sechs Tipps aus diesem Beitrag. Dadurch kannst du die Arsenbelastung im Reis erheblich reduzieren.

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