Sind Süßstoffe gesund oder ungesund?

Sind Süßstoffe gesund oder ungesund?

„Süßungsmittel sind Chemie.“
„Aspartam ist gefährlich.“
„Süßstoffe verursachen Heißhunger.“

Kommen dir diese Aussagen bekannt vor? Vielleicht willst du abnehmen und achtest daher gezielt auf Produkte, die keinen oder weniger Zucker enthalten. Denn im Gegensatz zu Zucker, haben süßstoffhaltige Lebensmittel sehr viel weniger Kalorien als zuckerhaltige Lebensmittel. Oder du möchtest dich grundsätzlich zuckerfrei ernähren, weil dein Zuckerkonsum zu hoch ist und du auf deine Gesundheit achten willst. Beim Blick auf die Inhaltstoffe, stellst du dann fest, dass immer mehr Produkte, Süßungsmittel enthalten. Du fragst dich womöglich, ob Süßstoffe gesund oder ungesund sind.

Über keine Art an Zusatzstoffen gibt es so viele Mythen, wie über Süßstoffe. Gleichzeitig nehmen weltweit täglich weit mehr als eine Milliarde Menschen Süßstoffe zu sich. Wie kann es also sein, dass sich einige dieser Mythen so lange halten?

Eines ist klar: Süßstoffen eilt ein schlechter Ruf voraus! Dabei konnten viele der Mythen über Süßstoffe nie in wissenschaftlichen Studien belegt, dafür oftmals widerlegt werden, sodass man sie auch als Behauptungen bezeichnen könnte.

Mithilfe der wissenschaftlichen Erkenntnisse prüfen wir in diesem Artikel, was hinter den Mythen steckt und geben dir einen Überblick sowie Informationen rundum das Thema Süßungsmittel.

1. Warum schmeckt Süßes so gut?

Zucker versorgt deinen Körper mit Energie in Form von Kalorien. Da dein Körper diese Energie benötigt, hat sich der menschliche Geschmackssinn über die Millionen an Jahren evolutionär so entwickelt, dass uns zuckerhaltige Lebensmittel gut schmecken. Das ist wohl auch der Grund dafür, warum Süßigkeiten für die meistens Personen so lecker sind.

Obwohl du Kalorien brauchst, können zu viele Kalorien zu einer Gewichtszunahme führen, was Krankheiten wie Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck verursachen kann. In diversen Studien, die sowohl an Menschen, als auch an anderen Tieren durchgeführt wurden, haben Wissenschaftler herausgefunden, dass der Energiebedarf die Liebe zu Süßigkeiten antreibt.

2. Wozu wurden Süßstoffe entwickelt?

Künstliche Süßstoffe wurden erfunden, um wie Zucker zu schmecken, aber fast keine Kalorien zu haben. Zucker hat pro Gramm 39 Kalorien, Süßstoffe mit starker Süßkraft hingegen haben gar keine oder nur geringe Kalorien.

Das Ziel war es, durch Süßstoff mehr essen zu können, ohne Krankheiten zu entwickeln oder Auswirkungen auf das Körpergewicht zu haben.

3. Was ist dran an den Süßstoff Mythen?

Im Laufe der Zeit haben sich viele Mythen um Süßstoffe gebildet. Mit diesen Mythen wollen wir in diesem Artikel aufräumen.

Los geht’s mit dem ersten Mythos...

Mythos 1: Süßstoffe führen zu Übergewicht

“Süßstoffe machen dick, schließlich werden sie in der Schweinemast eingesetzt, um die kleinen Ferkel dick zu machen.”

Ja, Süßstoffe werden in der Aufzucht von Schweinen eingesetzt. Allerdings nicht, um die kleinen Ferkel dick zu machen. Der Grund für den Einsatz ist ein anderer: Muttermilch ist bei Schweinen sehr süß. Wenn die Ferkel von der Muttermilch an das Trockenfutter gewöhnt werden, schmeckt ihnen dieses nicht. Schließlich ist die Muttermilch sehr süß, das Futter nicht. Um den Ferkeln die Umgewöhnung zu erleichtern, wird das Futter anfangs mit Süßstoff gesüßt. Sobald aber die Ferkel umgewöhnt sind, wird der Süßstoff nicht mehr beigegeben. Würde er der Mast dienen, würde er weiter verwendet werden.

Mythos 2: Süßstoffe verursachen Heißhunger

“Wenn man Süßstoffe zu sich nimmt, dann denkt der Körper, dass gleich etwas Süßes kommt. Deswegen schüttet er vorsorglich schon mal Insulin aus. Weil dann aber doch kein Zucker kommt, sinkt der Blutzuckerspiegel in den Keller und man stopft alles in sich rein, was einem in die Quere kommt.”

Was hier anscheinend passieren soll, wird in der Wissenschaft „cephalischer Insulinreflex“ genannt. Dabei wird davon ausgegangen, dass allein der süße Geschmack eine Ausschüttung von Insulin hervorrufen soll. In Studien konnte dieser Effekt bislang noch nie belegt werden, das Gegenteil dagegen schon mehrfach. Somit kann laut der aktuellen Studienlage davon ausgegangen werden, dass es den cephalischen Insulinreflex nicht gibt.

Obwohl normaler Haushaltszucker und Süßstoffe eigentlich sehr unterschiedlich sind, lassen sich die Unterschiede oftmals gar nicht herausschmecken. Für deinen Geschmackssinn werden beide als süß empfunden. In einigen Versuchen haben Wissenschaftler sogar festgestellt, dass Menschen den Geschmack von künstlichen Süßstoffen gegenüber echtem Zucker bevorzugen.

Dein Körper kann selbst kleine Unterschiede zwischen den Zuckerarten erkennen und unterschiedlich auf diese reagieren. Während Zucker deinen Blutzuckerspiegel ansteigen lässt, haben Süßstoffe keinen Einfluss auf deinen Blutzucker. Sie führen nicht zu Heißhunger und es muss kein Insulin ausgeschüttet werden.

Mythos 3: Süßstoffe schaden dem Darm

“Süßstoffe greifen den Darm an.”

Manche Studien zeigen, dass Süßstoffe die Darmflora ändern. Diese Studien wurden allerdings an Ratten durchgeführt. Umgerechnet auf einen Menschen entsprachen die Mengen bei diesen Tests einem kompletten Süßstoff-Tablettenspender am Tag. Die Tests wurden also weder an Menschen noch mit realistischen Mengen durchgeführt.

Wichtig dabei ist, dass in den Studien nicht gesagt wird, dass es sich um eine negative Änderung handelt. Die Änderung ist somit neutral. Grundsätzlich ändert sich die Darmflora mit jedem konsumierten Lebensmittel. Insofern kann nicht davon gesprochen werden, dass Süßstoffe die Darmflora negativ beeinträchtigen.

Mythos 4: Süßstoffe sind gefährlich

“Süßstoffe machen unfruchtbar, blind, taub, dumm und verursachen Krebs.”

Süßstoffe sind Zusatzstoffe und unterliegen somit auch der Süßungsmittel-Richtlinie der Europäischen Union. Für die Zulassung von Lebensmittelzusatzstoffen ist in Europa die europäische Behörde für Lebensmittel-Sicherheit (EFSA) zuständig. Hier laufen unzählige Studien zusammen, auf deren Grundlage zwölf Süßstoffe als Zusatzstoffe für den Einsatz in Lebensmitteln zugelassen wurden.

4. Welche Süßstoffe sind zugelassen?

Übersicht durch die Europäische Union zugelassene Süßstoffe:

  • Acesulfam-K (E 950)

  • Acesulfam-Aspartam-Salz (E 962)

  • Advantam (E 969)

  • Aspartam (E 951)

  • Cyclamat (E 952)

  • Enzymatisch hergestellte Steviolglycoside (E960c)

  • Neohesperidin DC (E 959)

  • Neotam (E 961)

  • Saccharin (E 954)

  • Steviolglycoside (E 960)

  • Sucralose (E 955)

  • Thaumatin (E 957)

Tatsächlich sind Süßstoffe die am intensivsten erforschten Zusatz- und Ersatzstoffe überhaupt. Demnach kann nicht davon ausgegangen werden, dass die EFSA Zusatzstoffe zulassen würde, die schädlich sind.

So verfolgte eine Studie des Mario Negri Institut für pharmakologische Forschung1 in Italien 9000 Teilnehmer über 13 Jahre und analysierte ihren Konsum von Süßstoffen. Die Forscher konnten keinen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Süßstoffen und dem Krebsrisiko herstellen.

Süßstoffe sind nicht nur chemisch hergestellt. Die Blätter der Stevia-Pflanze werden schon seit hunderten Jahren in vielen Ländern genutzt, um den Tee damit zu süßen. In Europa wurde der Süßstoff zuerst vielen Tests unterzogen, bevor er dann im Dezember 2011 zugelassen wurde. Sechs Jahre später hatte laut einer Umfrage bereits die Hälfte der deutschen Bevölkerung2 ein mit Stevia gesüßtes Produkt probiert.

Bei dem zugelassenen Stoff handelt es sich nicht um die ursprüngliche Pflanze, sondern um einen extrahierten Stoff aus der Stevia-Pflanze, dem Steviolglycosid.

Steviolglycosid ist ein reines Stevia. Ein gutes Stevia-Produkt mag auf den ersten Blick ziemlich teuer wirken, hat aber eine 300-fache Süßkraft von Haushaltszucker. Das heißt: statt einem Teelöffel Zucker brauchst du nur eine winzige Menge Stevia.

Stevia ist somit sehr ergiebig. Und wenn es ein reines Stevia ist, schmeckt es auch echt gut. Wenn du süß magst, probiere es einfach mal aus. Falls du auch mal Kuchen, Kekse oder Muffins backen möchtest, bringt Stevia nicht so viel, da es keine Masse liefert. Also müsstest du dann wieder mehr Mehl reinpacken.

5. Was bedeuten E-Nummern?

E-Nummern werden von der Europäischen Union zur Kennzeichnung der Zusatzstoffe in Lebensmitteln vergeben. Das E steht für Europa.

6. Welche weiteren Süßungsmittel gibt es?

Neben den Süßstoffen, gibt es noch die Zuckeraustauschstoffe, die im Lebensmittelrecht in Deutschland als Süßungsmittel zusammengefasst werden. Zuckeraustauschstoffe werden auch als Zuckeralkohole oder mehrwertige Alkohole bezeichnet.

7. Was ist der Unterschied zwischen Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen?

Zwischen Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen gibt es ein paar kleine Unterschiede:

Süßstoffe sind praktisch kalorienfrei. Zuckeraustauschstoffe nicht. Diese liefern ein paar Kalorien pro Gramm, haben aber ebenfalls keine Auswirkungen auf deinen Blutzuckerspiegel. In großen Mengen können einige Zuckeraustauschstoffe allerdings abführend wirken. Das ist zwar nicht schön, aber auch nicht gefährlich. Hier solltest du dann einfach die Dosierung reduzieren, dann gehst du auf Nummer sicher.

8. Welche Zuckeraustauschstoffe sind zugelassen?

In der Europäischen Union sind acht Zuckeraustauschstoffe als Zusatzstoffe zugelassen:

  • Sorbit (E 420)

  • Mannit (E 421)

  • Isomalt (E 953)

  • Maltit (E 965)

  • Lactit (E 966)

  • Xylit (E967)

  • Erythrit (E 968)

  • Polyglycitolsirup (E 964)

9. Unsere Lieblings-Süßungsmittel-Alternativen zu Zucker

Wir können es gut verstehen, wenn du auf chemische Kunstprodukte verzichten willst. Das finden wir im Prinzip auch gut und richtig. Es ist uns aber wichtig zu verdeutlichen, dass Süßungsmittel nicht schädlich sind und auch nicht immer chemisch hergestellt werden. Im Folgenden wollen wir dir noch unsere zwei Lieblings-Süßungsmittel vorstellen, die sich wunderbar zum Backen und Süßen deiner Speisen eignen.

Daily Kitchen Erythrit

Erythrit hört sich ziemlich chemisch an, ist aber komplett natürlich. Der Zuckeraustauschstoff gehört zu den Zuckeralkohole und kommt von Natur aus in Obst, Gemüse und Pilzen vor. Für größere Mengen wird er mittels Fermentation, also Vergärung, gewonnen. Zum Backen ist das richtig gut geeignet, weil es auch Masse liefert. Du könntest mit Erythrit zum Beispiel die Kaffeezeit-Kekse aus folgendem Rezept-Video ausprobieren:

Die Süßkraft liegt etwas unterhalb des Zuckers. Du kannst also den klassischen Haushaltszucker mit etwa der gleichen Menge an Erythrit beim Backen ersetzen.

Den größten Vorteil hat Erythrit bei den Kalorien, denn es hat keine Kalorien und dadurch hat der Süßmacher auch keinerlei Einfluss auf den Blutzuckerspiegel.

Daily Flavour Geschmackspulver

Wenn du dir neben Süße auch noch Geschmack wünschst, dann haben wir da etwas für dich. Mit dem Daily Flavour Geschmackspulver kannst du Quark, Kuchen, Eiweiß-Shakes und viele weitere Speisen ganz einfach einen von acht verschiedenen Geschmäckern verleihen. Das Pulver kannst du dabei individuell dosieren, bis der Geschmack die gewünschte Intensität erreicht hat.

Tatsächlich ist das Daily Flavour so vielfältig einsetzbar, dass wir in unserem Bereich mit unzähligen Rezepten einen eigenen Bereich für die Verwendung von Geschmackspulver eingerichtet haben, wo du dich inspirieren lassen kannst. Hier gelangst zu den Rezepten mit dem Geschmackspulver und vielen weiteren Zutaten.

Daily Flavour Geschmackspulver
Vanille-Sahne
Erdbeer
Apfel-Zimt
8 Geschmäcker
verfügbar
Mehr erfahren
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Fazit

Süßstoff und Zuckeraustauschstoffe können den Haushaltszucker wunderbar in deinem Essen und Getränken ersetzen. Sie sind laut Wissenschaft unbedenklich, wenn du es nicht völlig übertreibst. Insgesamt sind alle in der Europäischen Union zugelassenen Süßungsmittel in normalen Mengen weder ungesund noch gesund. Der Konsum von Zucker ist dagegen auf jeden Fall ungesund.

In diesem Artikel geht es nicht darum, einen zusätzlichen Konsum von Süßungsmitteln zu fördern. Aber wir glauben eher an gut recherchierte Fakten als an bloße Panikmache ohne Grundlage. Und falls du dann doch mal nach süßen Lebensmitteln greifst oder einen Kuchen backen willst, hast du durch Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe einige Möglichkeiten für eine kalorienreduzierte Alternative, ohne auf süßen Geschmack verzichten zu müssen. Deine Zahngesundheit wird es dir ebenfalls danken.

Mit unserem Daily Kitchen Erythrit kannst du deine Speisen komplett kalorienfrei süßen und mit dem Daily Flavour, deinen Gerichten einen leckeren Geschmack bei wenig Kalorien verleihen.

Daily Flavour Geschmackspulver
Vanille-Sahne
Erdbeer
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Unabhängig davon, ob es um Zucker, Süßstoff oder einen anderen Zuckerersatz geht: Du solltest dir dein eigenes Leben nicht übersüßen. Oft tut es im Gegenteil gut, das Leben etwas weniger süß zu gestalten. Schon nach weniger Tagen mit weniger Süße stellt sich dein Geschmack von allein um und lässt dir auch weniger gesüßte Speisen süßer vorkommen. Außerdem lernst du den natürlichen Geschmack guter Lebensmittel wieder besser kennen.

Übrigens: Zucker ist in mehr Produkten versteckt, als du womöglich erwartest. Das gemeine ist, er tarnt sich hinter vielen Namen. Mehr Informationen erhältst du in diesem Artikel:

 

  • 1
    Artificial Sweeteners and Cancer Risk in a Network of Case-Control Studies
  • 2
    Statista: Haben Sie schon einmal mit Stevia gesüßte Produkte gegessen oder den Süßstoff selber verwendet?

Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich für den Informationsgebrauch und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und dürfen nicht als Aufforderung einer bestimmten (Nicht-) Behandlung einer Krankheit verstanden werden.

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