Kochen & Backen

Die 10 größten Ernährungsmythen

Geschrieben von Kim Krause
Aktualisiert am

Wenig andere Themengebiete bieten so viel Interpretationsfreiraum wie das Thema Ernährung. Es werden stets neue Studien zu Lebensmittel und deren Wirkung auf den Organismus veröffentlicht. Da kann man schnell den Überblick verlieren.

Auch Supermärkte glänzen immer wieder mit neuen Produkten, die teils mit gewissen Ernährungsmythen die Werbetrommel schlagen. Doch was stimmt davon nun? 

Einiger dieser hartnäckigen Ernährungsmythen wollen wir nun auf den Grund gehen und beiseite schaffen.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Welche Ernährungsmythen sich tapfer am Leben halten und was dahintersteckt. 
  • Zu welchen Alternativen du greifen kannst.

1. Gemischter Salat mit fettarmem Dressing ist besonders gesund

Nein, dem ist leider nicht so. Denn die enthaltenen Vitamine E, D, K und A sind fettlöslich und benötigen, um von deinem Körper aufgenommen werden zu können, eine gewisse Fettmenge als Transportmittel. Ein fettarmes Joghurt-Dressing schlägt zwar nicht auf dein Kalorienkonto, kann aber dafür sorgen, dass wertvolle Vitamine nicht in deinen Organismus gelangen und sich somit zügig in Richtung Ausgang bewegen.

Greife lieber zu einem hochwertigen Essig-Öl-Dressing. Dieses schmeckt nicht nur lecker, sondern liefert noch ungesättigte Fettsäuren mit dazu. Insbesondere Omega 3-Fettsäuren sind wichtig, um deinen Körper zu stärken.

2. Frucht-Smoothies für die tägliche Portion Obst

Leider enthalten gekaufte, vermeintlich gesunde Smoothies, einen hohen Anteil an Fruktose. Der Konsum von einer handelsüblichen Flasche kann sich so rasant in eine unkontrollierte Zuckerbombe verwandeln. Bei gleichzeitiger Inaktivität hat die Leber viel Arbeit vor sich, was zu einer vermehrten Ansammlung von Bauchfett führen kann. Bauchfett ist besonders dafür bekannt, Entzündungen jeglicher Art hervorrufen zu können. 

Bevorzuge lieber das Obst am Stück oder mixe dir einen grünen Smoothie aus Gemüse und ein paar Beerenfrüchte. Das kann einen Zucker-Überfall auf deinen Körper verhindern und gleichzeitig zu einer lang anhaltenden Sättigung führen.

3. Eier sind schlecht für meinen Cholesterinspiegel

Nein, denn Eier enthalten Lecithin. Dieses kann über deine Leber, das in den Eiern enthaltene Cholesterin vollständig verstoffwechseln. In Bezug auf den Cholesterinspiegel gelten Eier daher eher als unbedenklich. 

Sie enthalten viel Protein und eignen sich daher als ausgezeichneten Zwischensnack.

4. Das Garen in der Mikrowelle zerstört alle Nährstoffe

Leider genießt die Mikrowelle immer noch einen schlechten Ruf, allerdings zu Unrecht.
Denn die Speisen werden durch Reibungsenergie erwärmt, welche die Wassermoleküle zur Bewegung anregt. Die Hitze wird also grob gesagt mittels Reibung erzeugt.

Nährstoffe, besonders Vitamine, werden allgemein durch zu intensive Erhitzung zerstört.
Bei der konventionellen Zubereitung auf dem Herd oder im Backofen können sogar tendenziell mehr Vitamine verloren gehen.

Achte bei der Zubereitung in der Mikrowelle auf eine gleichmäßige Erwärmung und rühre zwischendurch gut um. Durch eine schonende Herangehensweise können die meisten Nährstoffe erhalten bleiben.

5. Dunkles Brot ist gesünder als Weizenbrot

Die Lebensmittelindustrie hat hier einige Tricks auf Lager. Oft wird dunkles Brot mit färbenden Zutaten wie Malzextrakt oder Zuckerrübensirup versetzt. Die dunkle Farbe und ein paar dekorative Körner auf der Kruste lassen den Anschein erwecken, dass es sich um ein vollwertiges Brot handelt.

Im Grunde genommen, liefert dir dieses Brot aber genauso viele leere Nährstoffe wie ein Weizenbrot und ist im Zuge dessen nicht gesünder.

Schaue beim Kauf genau hin. Nimm die Zutatenliste unter die Lupe und tendiere zu einem vollwertigen Vollkornbrot ohne Zusatzstoffe oder einem Brot aus hellem oder dunklem Natursauerteig.

6. Vitaminzusätze in süßen Getränken oder Süßwaren unterstützen meinen täglichen Bedarf

Getränke oder Süßigkeiten, die mit einem extra Kick an Vitaminen werben, sind leider leere Versprechen. Denn oftmals befinden sich noch Farbstoffe, Zucker oder andere Zusatzstoffe unter der Zutatenliste.

Gerade Zucker führt dazu, dass die Aufnahme der Vitamine extrem erschwert oder gar gehemmt wird. Letztlich werden die zugesetzten Vitamine also wieder ausgeschieden, ohne von deinem Körper aufgenommen zu werden.

Trinke lieber Wasser oder Tee mit einem Spritzer Zitronen- oder Orangensaft. Dieses kann dich und deinen Körper erfrischen. Bei Süßigkeiten gilt, weniger ist mehr. Nasche daher gerne mit Genuss.

7. Kohlenhydrate am Abend behindern mich beim Abnehmen 

Pauschal trifft diese Aussage nicht zu, denn letztlich kommt es auf die Tages-Energiebilanz und auf die Qualität der Kohlenhydrate an.

Deinem Körper kann es also egal sein, wann er Kohlenhydrate bekommt, solange er nicht mit Energie überschüttet wird. Denn dann kann es dazu kommen, dass der Fettabbau über Nacht gehemmt wird und die Kilos nicht purzeln. 

Falls du zu denjenigen gehörst, die abends gerne mal Kohlenhydrate essen, kann es auch einen positiven Effekt haben. Durch den Konsum in Kombination mit Eiweiß kann deine Schlafqualität durch die Aminosäure Tryptophan positiv beeinflusst werden.

8. Täglich 15 Minuten Sonne reichen für meinen Vitamin-D-Spiegel aus

Diese Aussage stimmt nur bedingt. Denn gerade in Deutschland hast du nur von April bis Oktober die Möglichkeit dein Vitamin-D-Depot zu füllen. Das auch nur zwischen 12 und 15 Uhr. Um den bestmöglichen Effekt zu erzielen, müsstest du dich in diesem Zeitraum von beiden Seiten, ohne Verwendung von Sonnencreme in die Sonne legen.

Doch gerade der heutige Lebensstil kann die Angelegenheit erschweren. Lasse daher gerne deinen persönlichen Vitamin-D-Wert bestimmen und schaue, ob bei dir eine entsprechende Supplementierung Sinn ergibt.

9. Zu viel Fett ist ungesund

Die Angst vor zu viel Fett ist immer noch gegenwärtig, dabei sind Fettsäuren für deinen Körper essenziell. Besonders ungesättigte Fettsäuren können nicht vom Körper hergestellt werden und müssen über die Nahrung zugeführt werden. Hier gilt es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen verschiedenen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren herzustellen. Mittlerweile  weiß man, dass die Fettstoffwechselwerte sich verbessern, wenn mehr gutes Fett aufgenommen wird. Auch Blutzucker und Insulinwerte können sich deutlich verbessern.

Baue gerne etwas mehr gute Fettsäuren in deinen Speiseplan ein und achte insbesondere auf ausreichend Omega 3-Fettsäuren.

10. Von zu viel Schokolade bekomme ich Pickel

Nicht unbedingt, denn die Ursache für Pickel liegt meistens in einer allgemeinen ungesunden Ernährungsweise, zu viel Stress oder einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt. Auch die Verwendung von zu viel Kosmetika und übermäßiger Hautpflege kann die Poren verstopfen und Pickel sprießen lassen. 

In Hinblick auf Schokolade probiere gerne mal die hochprozentige mit einem Kakaoanteil von mindestens 75 % aus. Dieses enthält wertvolle Antioxidantien, welche zur Bekämpfung von unreiner Haut beitragen können. 

Fazit

Viele Ernährungsmythen erhalten sich tapfer aufrecht.

Versuche weitere in deinem Alltag aufzudecken und den Sinn zu hinterfragen.

Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich für den Informationsgebrauch und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und dürfen nicht als Aufforderung einer bestimmten (Nicht-) Behandlung einer Krankheit verstanden werden.

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