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Testosteronmangel: Symptome und wie du deine Testosteronproduktion ankurbelst

Fühlst du dich häufig schlapp und bist leicht reizbar? Zeigst du beim Sport und im Alltag nicht die volle Leistung? Auch eine spürbar geringere Lust auf Sex kann ein Hinweis sein. Viele denken bei solchen Beschwerden zunächst nicht an einen Testosteronmangel.

Testosteronmangel: Das Wichtigste in Kürze

  • Wir ordnen Testosteronmangel als medizinisches Thema ein, das mit verschiedenen körperlichen und psychischen Veränderungen verbunden sein kann.
  • Wir sehen, dass Beschwerden wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Veränderungen der Sexualfunktion immer zusammen mit Anamnese und Laborwerten bewertet werden sollten.
  • Wir halten fest, dass eine ausgewogene Lebensweise die allgemeine Gesundheit unterstützt, die Diagnose und Behandlung aber in ärztliche Hände gehört.

Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Verdacht auf einen Testosteronmangel wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.

Dabei ist das gar nicht so selten. Bei rund 20 Prozent aller deutschen Männer liegt der Testosteronwert unterhalb des Normbereichs. Sie haben einen männlichen Hypogonadismus. Aber auch Frauen können einen Testosteronmangel entwickeln.

Wir zeigen dir in diesem Beitrag die häufigsten Ursachen für einen Testosteronmangel, typische Symptome, mögliche gesundheitliche Folgen sowie den Weg zur Diagnose und Behandlung.

1. Was macht Testosteron im Körper?

Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon. Das bedeutet aber nicht, dass nur Männer es bilden. Auch Frauen produzieren Testosteron, allerdings in deutlich geringeren Mengen. Im Körper steuert es bei beiden Geschlechtern wichtige Funktionen.

Chemische Struktur von Testosteron

Das Hormon hat unter anderem einen Einfluss auf die Lust auf Sex. Zudem spielt es eine Rolle für die Knochendichte, das Muskelwachstum und die körperliche sowie geistige Leistungsfähigkeit.

Speziell bei Männern ist Testosteron wichtig für die männliche Fruchtbarkeit und Spermienproduktion. Zudem bewirkt es, dass sich während der Pubertät Penis, Hoden und Samenwege ausbilden und der Bartwuchs eintritt.

2. Wie kommt es zum Testosteronmangel?

Die Gründe für einen Testosteronmangel können vielfältig sein. Nicht selten ist er auf eine Kombination aus zwei oder sogar mehreren Ursachen zurückzuführen.

Allgemeine Ursachen:

  • Genetik: Einige Frauen und Männer haben genetisch bedingt einen Testosteronmangel.
  • Alter: Frauen leiden besonders häufig während der Wechseljahre unter einem Testosteronmangel. Bei Männern sinkt der Testosteronspiegel etwa ab dem 35. Lebensjahr.
  • Störungen der Hirnanhangdrüse und des Hypothalamus: Sie wirken sich auf die Testosteronproduktion im Hoden und in den Eierstöcken aus.
  • Erkrankungen: Etwa Diabetes mellitus Typ 2, Adipositas und das metabolische Syndrom.
  • Einnahme von Anabolika: Dabei handelt es sich um künstliches Testosteron, das den Muskelaufbau fördert. Es drosselt die körpereigene Testosteronproduktion.
  • Drogen: Wie Nikotin und Alkohol. Sie beeinflussen die Produktion von Testosteron in den Hoden und Eierstöcken.
  • Über- und Untergewicht: Beides bringt den Hormonhaushalt durcheinander. Wer viel Bauchfett hat, ist zudem eher von einem Testosteronmangel betroffen.

Häufige Ursachen für einen Testosteronmangel bei Männern:

Studien zeigen, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Nierenerkrankungen und Krebs das Risiko für einen Testosteronmangel bei Männern erhöhen.

Auch ein Vitamin-D-Mangel wird in der Forschung mit einem niedrigeren Testosteronspiegel in Verbindung gebracht. Aus einer deutsch-österreichischen Studie geht hervor, dass sich der Testosteronspiegel bei übergewichtigen Männern durch eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung erhöhte. Ein Forscherteam aus den Niederlanden kam zu ähnlichen Ergebnissen. Ein ausreichender Vitamin-D-Status über Sonnenlicht und Ernährung kann damit Teil eines gesunden Hormonhaushalts sein.

Mögliche Gründe für einen Testosteronmangel bei Frauen:

Nimmst du die Antibabypille, überwiegen die weiblichen Hormone im Körper. Die Testosteronproduktion wird dadurch automatisch gehemmt. Bei einigen Frauen führt das zu einem Testosteronmangel. Auch Frauen in den Wechseljahren können einen Testosteronmangel entwickeln.

3. Typische Testosteronmangel-Symptome

Es gibt Anzeichen, die bei Männern und Frauen auf einen Testosteronmangel hinweisen können.

Dazu zählen insbesondere:

  • Hitzewallungen
  • starkes Schwitzen
  • depressive Verstimmungen
  • Antriebslosigkeit
  • Reizbarkeit
  • schlechtere Konzentrationsfähigkeit
  • Müdigkeit
  • weniger Muskelmasse und Kraft
  • verminderte Lust auf Sex

Testosteronmangel-Symptome bei Männern

Speziell bei Männern führt ein Testosteronmangel zudem zu einer geringeren Fruchtbarkeit und zu Erektionsstörungen. Das Hodenvolumen nimmt ab und die Körperbehaarung kann zurückgehen. Bei einigen Männern ist zudem die Brustdrüse vergrößert (Gynäkomastie).

Person wirkt müde und antriebslos

Eine Studie zeigt, wie Symptome und der Mangel an Testosteron bei Männern zusammenhängen: Je niedriger der Testosteronwert im Blutserum, desto ausgeprägter treten Libidoverlust, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen und Erektionsstörungen auf.

4. Mögliche Folgen eines Testosteronmangels

Bleibt ein Testosteronmangel über eine längere Zeit unbehandelt, kann das negative Folgen für die Gesundheit haben. Die Knochendichte nimmt ab, wodurch das Risiko für Osteoporose steigt. Auch Blutarmut, Übergewicht, Metabolisches Syndrom, Typ 2 Diabetes und Insulinresistenz können als Folge eines Testosteronmangels auftreten.

5. Ist ein Testosteronmangel heilbar?

In der Regel kann ein Testosteronmangel wieder gut ausgeglichen werden. Die genaue Behandlung hängt davon ab, wie ausgeprägt dein Testosteronmangel ist und welche Ursache dahintersteckt.

Wann ist die Rede von einem Testosteronmangel?

Laut der aktuellen Leitlinie Männlicher Hypogonadismus gelten Testosteronwerte zwischen 8 und 12 nmol/L Blutserum als normal. Bei Frauen liegt der Normbereich zwischen 0,5 bis 2 nmol/L Blutserum. Je nach Alter, Tageszeit und, bei Frauen dem Zyklus, variieren die Werte.

So erfolgt die Diagnose Testosteronmangel

Der Testosteronwert, der über das Blut bestimmt wird, ist nie das alleinige ausschlaggebende Kriterium für die Diagnose und die Behandlung. Ärztin oder Arzt informieren sich auch über Beschwerden, Vorerkrankungen und Lebensstil und bestimmen zudem den BMI.

Blutentnahme im Rahmen einer ärztlichen Hormondiagnostik

Medikamente: Ja oder nein?

Es gibt verschiedene Medikamente, die den Testosteronspiegel erhöhen. Sie unterscheiden sich in der Art der Verabreichung, der Wirkweise und der Nebenwirkungen — etwa als Tablette, Injektion oder über Pflaster. Testosteronundecanoat (TU) zählt zu den am meisten angewendeten Wirkstoffen bei Testosteronmangel.

Eine Hormonersatztherapie kann einen Testosteronmangel gut beheben. Dennoch sollte sie zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt genau abgewogen werden. Infrage kommt sie zum Beispiel dann, wenn ein genetisch bedingter Testosteronmangel vorliegt oder mehrere Symptome bestehen und Veränderungen des Lebensstils keinen Erfolg gebracht haben.

Medikamente als Teil einer ärztlich begleiteten Hormonersatztherapie

Denn eines ist immer zu bedenken: Eine Testosteronersatztherapie kann mit unerwünschten Nebenwirkungen einhergehen. Bei Männern kann zum Beispiel das Risiko für Prostatakrebs steigen. Zudem beeinflusst sie die Spermaproduktion. Bei Frauen kann es unter anderem zu Akne, Haarausfall, einer tieferen Stimme und Unfruchtbarkeit kommen.

6. So unterstützt du deinen Testosteronspiegel natürlich

Es gibt eine Reihe an Maßnahmen, mit denen sich ein leichter Testosteronmangel oft eigenständig ausgleichen lässt. Auch bei einer Hormonersatztherapie sind sie eine sinnvolle Ergänzung.

Baue Übergewicht ab

Übergewicht und Adipositas zählen zu den wichtigsten Faktoren für einen Testosteronmangel. Eine aktuelle Metaanalyse mehrerer Studien zeigt, dass sich durch Gewichtsabnahme der Testosteronspiegel bei Männern signifikant erhöhte.

Bewege dich viel

Eine Studie aus Japan zeigte, dass ein 12-wöchiges Sportprogramm den Testosteronspiegel übergewichtiger oder adipöser Probanden signifikant steigerte — die Effekte waren umso größer, je intensiver trainiert wurde.

Dehnübung als Teil eines aktiven Lebensstils

Diese Ergebnisse decken sich mit einer Studie , die zeigte, dass intensive Powerworkouts mit vielen Muskelgruppen die körpereigene Testosteronausschüttung fördern.

Schlafe ausreichend

Bei jungen Männern, die nur fünf Stunden pro Tag schliefen, nahmen die Testosteronwerte laut einer Studie aus den USA um 15 Prozent ab. Wer regelmäßig weniger als sechs Stunden schläft, sollte versuchen, die Schlafenszeit zu verlängern.

Baue Stress ab

Chronischer Stress bremst die Produktion von Testosteron — vor allem über das Hormon Cortisol, das der Körper bei Stress ausschüttet. Regelmäßige Erholungsphasen im Alltag können dem entgegenwirken.

Entspannungsübung zur Stressreduktion

Iss mehr gesunde Fette

Mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren stecken vor allem in fettreichem Fisch wie Lachs und Makrele, Nüssen und kaltgepressten Pflanzenölen. Eine Studie aus dem Asian Journal of Andrology zeigt, dass diese den Testosteronspiegel begünstigen, während Transfettsäuren aus Fastfood und Snacks eher den gegenteiligen Effekt haben.

Fazit

Testosteron ist weit mehr als nur das männliche Hormon — auch Frauen bilden es und sind auf eine ausgewogene Menge angewiesen. In diesem Artikel haben wir die häufigsten Symptome eines Testosteronmangels gezeigt, dazu zählen etwa sexuelle Unlust, Reizbarkeit und Müdigkeit.

Halten die Symptome an oder nehmen sie zu, wende dich bitte an deine Ärztin oder deinen Arzt. Denn ein dauerhaft zu niedriger Testosteronspiegel beeinflusst nicht nur die Lebensqualität, er kann auch Erkrankungen wie Osteoporose und Diabetes Typ 2 zur Folge haben.

Nicht jeder Testosteronmangel muss jedoch mit Medikamenten behandelt werden. Die Behandlung hängt davon ab, wie stark der Mangel ist, welche Ursache dahintersteckt und wie sehr die Symptome den Alltag einschränken. Je früher ein Testosteronmangel entdeckt wird, desto effektiver lässt er sich oft schon durch Lebensstiländerungen beeinflussen.

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